MonthMai 2014

Männergespräche

Im Zeichen der Männer. Der vergangene Freitag stand eindeutig im Zeichen der Männer.

Zum einen war ich bei einem Männerabend, an dem es um unsere Rolle als Mann ging. Ich will gar nicht zu viele Details erwähnen. Ich sage es mal vorsichtig. Es gab einige wertvolle Gedanken, die sich alle Männer machen sollten. Die Forderungen: Männer, pflegt eure Männerfreundschaften. Männer, entdeckt eure Emotionen wieder und scheut euch nicht, diesen auch Ausdruck zu verleihen. Männer, steht zu eurem Mannsein. Männer, achtet auf euch, vor allem auf eure Gesundheit. Männer, denkt über eure Beziehungen zu euren Vätern nach. Männer, übernehmt Verantwortung – in der Familie und der Gesellschaft.

Es gibt viele Gelegenheiten für Männer ins Gespräch zu kommen.

Es gibt viele Gelegenheiten für Männer, ins Gespräch zu kommen.

Männerbeziehungen gibt es nicht nur unter Freunden. Es gibt sie selbstverständlich auch in der Familie. Auch zwischen Papa und Sohn, selbst wenn der Sohn erst noch auf dem Weg ist, ein Mann zu werden.

So ergab es sich, dass am Freitag der Zeitpunkt für ein Männergespräch gekommen war.

Der Freitag war ein dicht gepackter Tag. Für alle. Vor allem für Marc.

Hinter ihm und seinen Kollegen und Kolleginnen lagen zweieinhalb Tage Jugendherberge. Schlafmangel inklusive. Ungünstige Voraussetzungen, um bei einem Grundschul-Fußballturnier zu bestehen. Die Stimmung unter den Kickern war mäßig. Die Leistung gar nicht so schlecht. Aber wenn die Laune schlecht ist, dann findet sich immer etwas, um unzufrieden mit sich und den anderen zu sein. Und so kam es dann auch. Spätestens nach dem Viertelfinal-Aus war die Stimmung am Tiefpunkt. Tränen und Wut. Auch Marc war niedergeschlagen und wollte nur noch weg.

Nach kurzen Diskussionen und Absprache mit dem Trainer- und Betreuungsteam sind wir tatsächlich nach Hause gefahren. Die Laune war noch nicht deutlich besser. Doch noch unterwegs, schlug Marc vor, noch eine Runde durch unser Dorf zu machen, er auf dem Waveboard, ich zu Fuß.

Dieser Rundgang hatte reinigende Wirkung. Marc erzählte von der Schulfreizeit, in aller Ausführlichkeit. Und ganz entspannt. Diese exklusive Zeit war ganz wichtig für ihn – und selbstverständlich auch für mich. Mir wurde vor Augen geführt, welch große Bedeutung ich für Marc habe. Er braucht einfach mal die Zeit für ein Männergespräch. Er fordert das ein und bestimmt den Verlauf. Allzuoft denken wir Eltern, das nur wir Zeitpunkte und Gesprächsinhalte bestimmen dürften, weil wir den Takt vorgeben. Das allein ist es jedoch nicht. Unsere Kinder wollen mit ihren Sorgen, Ängsten, Gefühlen, Meinungen und vielem anderen ernst genommen werden. Hier sind wir gefordert, zu Männergesprächen, aber nicht nur. Das alles muss passieren, um eine ordentliche Beziehung zu unseren Kindern zu bekommen. Das gibt ihnen Sicherheit – und uns Eltern auch.

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Ruhe und Natur – zwei Schritte vor

Es gibt etwas aufzuarbeiten. Jetzt hat uns zwar die Normalität schon eine Woche wieder, aber ein Rückblick auf die Osterferien ist sicher noch erlaubt.

Ich habe schon häufiger darüber geschrieben, dass an den Kindern immer wieder schubhafte Entwicklungen zu beobachten sind. Klar, es geht immer irgendwie vorwärts. Und ganz oft sind es Details, an denen die Entwicklung der Kinder festzumachen ist. Manchmal sind es aber auch mehr Dinge, die uns Eltern von heute auf morgen auffallen – und uns in Erstaunen versetzen.

Zweifelsohne ist es häufig dann, wenn wir auch wirklich einmal längere Zeit am Stück die Gelegenheit haben, unsere Kinder zu erleben. Aber eben auch gemeinsam mit den Kindern etwas zu erleben. Und das ist eben oft im Urlaub der Fall.

Wir haben in der Woche vor Ostern ein paar Tage im Kleinwalsertal verbracht. Dabei standen vor allem auch eigene Kindheitserinnerungen im Vordergrund. Meine Frau war als Kind oft im Winter dort, ich im Sommer. In diesem Jahr war es aus Jahreszeitensicht eine Mischung – also Frühjahr. Mit einem bisschen Schnee und einer Menge Sonne.

Der Blick von unserer Ferienwohnung aus war fast derselbe Blick, den ich auch Kind schon so beeindruckend gefunden habe. Er war es auch, der damals meine Leidenschaft für die Berge entzündet hat – aber eigentlich soll es ja gar nicht um meine Empfindungen als Kind gehen.

„Papa, es ist so ruhig hier. Das ist schön!“, sagte Marc einmal morgens. Wir wohnen ja nicht gerade in einer Großstadt, aber es ist schon sehr erstaunlich, dass Kinder sehr wohl Unterschiede dieser Art wahrnehmen. Und es wohl auch genießen können, dass es um sie herum einmal richtig ruhig ist. Auch die Natur haben die Drei sehr intensiv wahrgenommen. Auch hier hat Marc einige Male betont, wie toll es ist, dass es diese Berge und Bergbäche gibt. Und dass die Landschaft überhaupt ganz toll ist. Aber auch die beiden Kleineren waren sehr wohl in der Lage ihre Begeisterung auszudrücken.

Wandern mit Kindern ist ja nicht immer ganz unproblematisch. Doch unsere Touren, zwischen 6 und 10 Kilometer lang, kamen sehr gut an. Selbst Nora hat bis auf ganz kurze Hänger alle Aufgaben mit Bravour gemeistert. Beim Laufen gibt es viel Zeit zum Reden. Und vor allem hier zeigte sich, dass die Kinder mal wieder einen Schub gemacht haben. Es ist die Art und Weise, wie sie auf die Welt schauen, die immer wieder beeindruckend ist und uns zeigt, dass die Kinder eine neue Entwicklungsdimension erreicht haben. Nicht nur einmal bin ich nach einem Dialog staunend und nachdenklich weiter gezogen und musste erstmal realisieren, was da gerade abgelaufen war.

Es sind also zwei Aspekte, auf die das Festmachen der Schritte zurückzuführen sind. Zum einen profitieren die Kinder von der Zeit mit uns – das bringt sie weiter. Zum anderen brauchen wir auch die Zeit, um diese Entwicklungsschritte feststellen zu können. Das geht leider im Alltag viel zu oft verloren. Ein kleiner Appell mag aus diesen Zeilen herauszulesen sein: Für uns Eltern ist es unendlich wertvoll, die Zeit im Urlaub mit unseren Kindern auch wirklich zu verbringen. Das Leben zu gestalten, gemeinsam, nicht nebeneinander her.

Die drei Wanderer unterwegs.

Die drei Wanderer unterwegs.

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