Es wird Zeit, mit einer weit verbreiteten Lüge aufzuräumen. Mit einem Hirngespinst, von dem man nicht weiß, wozu es nützt.

Irgendjemand, es ist anzunehmen, dass es Kinder waren (die allerdings ihrerseits einer fixen Idee ihrer Eltern aufgesessen sind), hat unserem Kind den Floh ins Ohr gesetzt, dass es so etwas wie eine Zahnfee gibt. Ich weiß sehr wohl, dass es das Zahnfee-Phänomen in unseren Breiten schon seit geraumer Zeit gibt. Ich will jetzt gar nicht weiter auf die Herkunft dieser Idee eingehen. Und ich könnte jetzt sagen: damals, als ich klein war,…. Aber darum geht es nicht.

Mich nervt, dass ich mich ein Wochenende lang überhaupt mit der Zahnfee-Lüge auseinandersetzen musste.

Der Wackelzahn war eigentlich noch gar nicht so wackelig. Aber in der Hoffnung, die Zahnfee würde auch bei uns vorbeischweben, riss sich Nora mit einiger Gewalt den Zahn heraus. Das habe ich schon mit nicht sicht- und spürbaren Unverständnis quittiert. Strahlend präsentierte sie also ihre Trophäe, voller Hoffnung – die später enttäuscht werden musste.

Klar, der Zahn landete mit einigen Umwegen unter dem Kopfkissen.

Heute dann kam sie schlecht gelaunt in die Küche, warf den Zahn auf den Tisch. Und sagte entsetzt: „Die Zahnfee.“

Es war klar, dass sie nicht kommen würde. Sie hat ihre Chance gehabt, die Fee, die keiner kennt. Und wir hatten den vermeintlichen Spaß am Montagmorgen mit Nora das Thema zu besprechen. Dass es bei uns definitiv keine Zahnfee gibt, nicht für diesen und nicht für die nächsten Zähne. Die emotionale und elterliche Arbeit ist damit aber noch nicht abgeschlossen. Klar, gehört das im Alltag mit Kindern dazu. Aber es gibt sinnvollere Themen, an den man wachsen kann, als die Zahnfee-Lüge.

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