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Spitze Gegenstände

Alles was gefährlich ist – so scheint es – übt bei Zweijährigen eine unglaubliche Faszination aus. Das beginnt beim Backofen, den man ja probiert anzufassen, obwohl es verboten ist. Und es geht weiter über jegliche Form von Messern. Küchenmesser, Brotmesser, Heckenschere, Rasierklingen, Apfelschälmaschine. Überall dort, wo der Gegenstand spitz wird, da leuchten die Augen und es heißt: „Einmal die Schere haben!“

Messer, Gabel, Schere, Licht... Foto: segovax / Pixelio.de

Messer, Gabel, Schere, Licht... Foto: segovax / Pixelio.de

Aber was ruft diese Begeisterung hervor? Längst legen wir zum Mittagessen ein Kindermesser dazu, damit der Kleine selbst sein Fleisch schneiden kann. Das „Verbotene“ kann es also nicht sein. Gewiss – einige Dinge sind tabu. Etwa der Handrasierer oder das scharfe Fleischmesser. Und dennoch: Gibt es auf dem Balkon zwei Plastik-Schüppchen und eine spitze Metallschaufel für die Balkonblumen, so können wir sicher sein, dass letztere zum Objekt der Begierde avanciert.

Scheren sind ein Riesenthema. Und Bügeleisen – aktuell noch genannt „Gügeleisen“. Wer dies kurz haben darf, muss von unendlichem Glück beseelt sein. Allein: Wenn die Schere dann einmal bei der Pediküre zum Einsatz kommt, dann ist der Coolness-Faktor doch ganz schnell dahin. Und vor dem Thema Kerze, da herrscht dankenswerterweise noch eine gehörige Portion Respekt.

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Endlich wieder Kita

Dies ist eine kleine Ansage an alle Eltern, die dem Betreuungsgeld-Konzept folgen und sich für die Betreuung daheim  und hundert Euro Kindersubventionierung entscheiden: Wir haben uns heute alle wie Bolle wieder auf die Kita gefreut. Nach drei Wochen Ferien, von denen zwei ziemlich verregnet waren, stürmte unser Spross heute glücklich wieder seine Gruppe und konnte all seine Freunde wieder begrüßen.

Endlich wieder Kita. Foto: Jürgen Frey  / pixelio.de

Endlich wieder Kita. Foto: Jürgen Frey / pixelio.de

Alle hatten sich ein bisschen verändert – können neue Worte oder sind sogar gewachsen, wie es eben in einer Kleinstgruppe so ist. Natürlich waren die vergangenen drei Wochen wunderschön. Aber man merkte doch, dass Eltern ihrem Kind vieles geben können, die Kinder aber vor allem unter andere Kinder gehören, um mit diesen zu spielen.

Hier wird gemeinsam gefrühstückt, gespielt, draußen im Sandkasten getobt, es kommt einmal in der Woche ein Trommler, um mit den Kindern zu musizieren. Es gibt eine Kinderbücherei – die Kleinen haben sogar eigene Betten für den Mittagsschlaf. Wir sind echte Fans der Einrichtung. Und auch der kleine stimmte heute im Auto ein Lied an, als er merkte, dass es wieder in seine Gruppe geht. Und pfiff „Kika – Kika“…

In diesem Sinne: Happy Kita!

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Küchengeräte = Spielzeug = Fun!

Warum ersteigere ich eigentlich die schönsten Legos auf eBay, bereite diese liebevoll in der Waschmaschine auf, trockne und poliere sie anschließend, sortiere die Steinchen nach Farben und führe diese liebevoll in Spielboxen mit dem aktuellen Stand zusammen? Manchmal ist dieses Gebaren, dass dem Spaß des Kindes dienen soll, gefühlt sinnlos.

Schnullersuppe.

Schnullersuppe - köstlich.

So sind doch Küchengeräte viel interessanter. Gleich, ob man sich an den Küchenschubladen die Finger klemmen kann oder der Dosenöffner auch scharfe Kanten hat – am besten ist es doch, wenn man wie Mama oder Papa einen Topf aus dem Schrank holt, eine Zwiebel reinpellt, die Schale sorgfältig auf dem kompletten Küchenboden verteilt, einige Knoblauchzehen mit dem Pfannenwender bis hinten unter dem Schrank platziert, die Nudeln („Ludl“, Anm. d. Red.) aus dem Apothekerschrank dann gleichmäßig zerhackt und sowohl im Topf als auch daneben platziert.

Einige Highlights: Wenn man schon die Steckdosen nicht nutzen darf, so kann man wenigstens die Stecker von Rührgerät und Kaffee-Röster in die Schranktür-Ritzen einpflanzen. Dass es dabei zu Kratzern kommt, ist ja eher witzig als hinderlich.

Angesagt ist auch Schnullersuppe. Schmeckt vorzüglich.

Wusstet ihr, dass man mit Kartoffeln an der Wand malen kann?

Recht schwierig zu ergattern und zu hüten wie ein Schatz, den man gefunden hat: Ein Messer. Das kommentiert man mit „Messer spitz“, aber natürlich auch mit einem „Messer lieb“.

Es wird schon deswegen niemals langweilig, eine komplette Schublade auszuräumen, weil die Dinge dann anschließend wieder in neuer Konstellation darin weilen. Und das passiert ganz automatisch. Irre.

Interessant: Hochwertiges Porzellan trashen. Das ist sinnvolle Vorbereitung auf den Polterabend, der ja alsbald anstehen könnte, schließlich fehlt noch jedes Gefühl für Zeit – für heute, gestern und morgen. Doof ist nur, wenn Papa den Teller nicht wieder heile machen kann, selbst wenn er es grad‘ soll. Dann heißt es auch schonmal: „Bäääää“.

Wir müssen uns im Ernst fragen: Wozu also um Himmels Willen Spielzeug? Wir haben doch Küchengeräte…

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Zecken jagen

Eine gefangene Zecke

Die Zecke richtet keinen Schaden mehr an.

Ich bin jetzt 41 Jahre alt, in dieser Zeit haben sich meines Wissens allerhöchstens drei Zecken an meinem Blut bedient. Ich bin in einer Art Betonwüste groß geworden. Ich war wahrscheinlich nicht oft genug in Wald und Flur unterwegs damals?

Jetzt leben wir in einem kleinen Ort. Zudem leben wir hier in einem FSME-Risikogebiet. Daher richtet sich in dieser Jahreszeit unser Blick schon intensiv auf die Haut aller Familienmitglieder. Und man muss noch nicht einmal in Wäldern und auf Äckern herumstreifen, um sich ein solch kleines Biest einzufangen. Das haben uns die vergangenen Tage eindrucksvoll gezeigt.

Unsere kleine Nora (noch nicht einmal 3) hat sich innerhalb der vergangenen zehn Tage gleich zweimal eine Zecke eingefangen. Geholt hat sie sich diese in den Gärten der Nachbarn. Schon in früheren Jahren haben wir festgestellt, dass es nur einen Aufenthalt im Garten und dort in ungemähtem Rasen bedarf, um sich einen Blutsauger der unangenehmen Art einzufangen.

Der erste Zeckenbiss bei Nora am Oberarm ging etwas tiefer. Hier halten wir die Augen gut auf, um möglichst schnell festzustellen, ob es sich um einen Eingriff mit Nachwirkungen handelt. Wenn sich die Stelle rötet, dann geht es gleich zum Arzt, um abzuklären, was dann zu tun ist. Das Tier gestern hat nur ganz leicht in der Haut gesteckt. Es war mit der Zeckenpinzette gut zu entfernen.

Also mein Tipp: Auch im Garten kann die Gefahr lauern. Schaut Euch Eure Kinder genau an, wenn sie draußen unterwegs waren. Dieser kleine Aufwand lohnt sich – auch in Gebieten, die nicht Als FSME-Gebiet gelten. Auch Borreliose ist keine Krankheit wie ein Schnupfen.

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Die Last der Baustelle

Jetzt muss ich doch ein paar Worte über unsere Baustelle im Haus verlieren – allerdings werde ich keine Details verraten, um die Einbrecher nicht auf die Spur zu bringen ;-).

Wir haben nun schon seit gut 5 Wochen keine Küche mehr. Der Kühlschrank steht im Spielzimmer, die Herdplatten stehen im Wohnzimmer. Gespült wird on the fly im Flur oder im Bad.

Wir hoffen, dass wir zu Weihnachten schon selbst gebackene Plätzchen verzehren können. Garantiert ist das nicht. Es gibt noch eine Menge zu tun für die verschiedenen Gewerke.

Mich nervt die Situation schon ziemlich. Viel härter trifft es natürlich meine Frau und die Kinder. Die Frau im Haus ist hart im Nehmen. Doch bekommen ich langsam das Gefühl, dass die Kinder der Situation auch langsam überdrüssig werden.

Das lässt sich nicht konkret oder bewusst festmachen. Allerdings gibt es anstrengende Verhaltensweisen der Kinder – Aufmüpfigkeit, Unausgeglichenheit, Stimmungsschwankungen -, die auf Stress hindeuten. Aber jetzt sind wir nun einmal mittendrin. Zurückdrehen lässt sich nichts.

Am Anfang waren die Bauarbeiten ziemlich laut – in dieser Zeit hat Nora nachts viel geweint. Baulärm und Nachtlärm – da gab es einen direkten Zusammenhang. Außerdem haben sich massenweise fremde Männer die Klinke in die Hand gegeben. Das hat Nora sicher auch verwirrt – allerdings hat sie sich mit allen Jungs auf Anhieb bestens verstanden.

Die meisten üblen Situationen haben irgendwann ein Ende. So wird es hoffentlich auch hier sein. Die Hoffnung haben wir noch nicht verloren.

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Fegen: Vom Hobby zur Passion

Wenn ein kleines Kindchen die Flasche von sich weist und wie die Erwachsenen essen möchte, dann bedeutet das vor allem eines: Sauerei. Beschmierte Wände, Butter und Wurst in den Haaren, Marmelade im Nasenloch und ganz viel Brote und Reste auf dem Boden. Zwar haben wir unseren teuren Holzstuhl mit Weichledereinsatz längst gegen einen praktischen Ikea-Hochsitz getauscht, der sich auch viel besser säubern lässt. Dennoch heißt es nach jeder Mahlzeit: Boden säubern.

Und Brotereste sind längst nicht alles, was beim Essen herunterfällt. Mit dem Erstarken des eigenen Willens kommt es auch vor, dass das kleine Kindchen seinen Schnuller – oder alternativ „Schnuckel“, „Schnucki“ oder „Schnuck“ – wie diesen die Autorin des Mamablogs babykaufrausch in einer völlig gerechtfertigten ultimativen Lobhudelei so treffend beschreibt – wutentbrannt auf den Boden geflammt wird. Danach das Trinkfläschlein – der volle Teller oder was auch immer auf dem Küchentisch dazu geeignet erscheint, das Unbehagen durch einen Runterwurf auszudrücken. Ich sagen dann immer: „Mensch, man kann nicht immer alles im Leben sofort wegschmeißen“ – ernte aber meistens ein unverständliches Bääää.

Nach dem Mahl, von dem die Hälfte irgendwo klebt oder das Küchenparkett ziert, wird natürlich erst einmal gewickelt, die Attraktivität von Spielzeug erläutert und sobald der Kleine dann abgelenkt ist: Gefegt.

Ehrlich gesagt, habe ich selten so häufig gefegt und gewischt. Selbst unsere Kanarien, die es allmorgentlich lieben, die guten Körnchen zu verspeisen und die weniger attraktiven aus dem Käfig zu schnipsen, sorgen für weniger Essensreste, die via Kehrblech den Weg in die ewigen Jagdgründe der Awista finden.

Und vom Fegen angesteckt, nimmt auch der Kleine allmorgentlich und bei zahlreichen weiteren Gelegenheiten zunächst den Swiffer oder Kehrblech und Handfeger in Beschlag und hilft. Das ist zwar noch nicht sonderlich effizient, sieht aber doch recht lustig aus und führt vor allem dazu, dass das Fegerlein manchmal an Orte geschleppt wird, die man dann für den nächsten Kehraus doch erst wieder entdecken muss.

Nun gilt wie so häufig bei Eltern-Themen: Man mag denken, das sei banal. Dazu kann ich nur sagen: Wer Kinder hat, der weiß, wovon ich spreche – und Banalitäten gehören nun einmal ganz stark zum Elternsein dazu. Und man kann diese neuen Fähigkeiten ja auch für sich nutzen. So hilft es zum Beispiel bei aufgeregten Weinanfällen, wenn man den Kleinen aufs Bobbycar setzt und stundenlang durch die Wohnung schiebt. Diese Gelegenheit nutzend – denn die kleinen Füßchen schleifen noch häufig über dem Boden, hab ich ihm jüngst an jeder Socke einen Einmal-Aufnehmer befestigt und kann auch nach dieser erfolgreichen Maßnahme nur sagen..

Unsere neue Passion heißt: Fegen…

Etwas, was ich heute allerdings sehr betrübt zusammenkehren musste, waren die Reste, die von meinem Lautsprecherboxen übrig geblieben sind, doch dazu später gesondert mehr. Das mit der kindersicheren Wohnung jedenfalls, das ist so eine Sache…

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