Categorykörper und geist

„Kann es auch Metal sein?“

Ein Vorsingen steht an. Marc ist bei den Chorkids am Schuldorf. Ab der siebten Klasse gehen die singenden Kinder in den Hardchor. Dieser Übergang ist mit einem Vorsingen verbunden. Es wird ein wenig gesiebt. Allerdings könnten die Jungs insgesamt recht gute Karten haben. Jungs braucht man immer in einem Chor.

Die Kinder sollen sich nun einen Song aussuchen, mit dem sie ins Casting gehen. „Kann es auch Metal sein?“, fragte Marc seinen Chorleiter. Ja, es dürfe auch Metal sein, aber das sei  nicht ganz leicht, warnte dieser.

Erste Wahl: Back in Black von AC/DC, Sonne von Rammstein und One von Metallica. Das Grübeln hat begonnen. „Bei Back in Black muss man zu sehr pressen. Das bekomme ich nicht hin.“ Auch vor One ist der Respekt gestiegen. „Sonne geht immer“, sagt Marc. Der Song ist also noch im Rennen.

Aber drei weitere Songs sind in der engeren Auswahl. Iron Man von Black Sabbath, Another One Bytes the Dust von Queen und The Unforgiven von Metallica. „Papa, was meinst du?“ Ich persönlich halte Iron Man ja für schwierig. Queen und Metallica könnten gehen. Damit sind wohl noch drei Songs im Rennen. Wie gesagt, Sonne geht immer. Und vielleicht kommen ja auch noch neue Titel hinzu. Die Spannung steigt.

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Die Zahnfee-Lüge

Es wird Zeit, mit einer weit verbreiteten Lüge aufzuräumen. Mit einem Hirngespinst, von dem man nicht weiß, wozu es nützt.

Irgendjemand, es ist anzunehmen, dass es Kinder waren (die allerdings ihrerseits einer fixen Idee ihrer Eltern aufgesessen sind), hat unserem Kind den Floh ins Ohr gesetzt, dass es so etwas wie eine Zahnfee gibt. Ich weiß sehr wohl, dass es das Zahnfee-Phänomen in unseren Breiten schon seit geraumer Zeit gibt. Ich will jetzt gar nicht weiter auf die Herkunft dieser Idee eingehen. Und ich könnte jetzt sagen: damals, als ich klein war,…. Aber darum geht es nicht.

Mich nervt, dass ich mich ein Wochenende lang überhaupt mit der Zahnfee-Lüge auseinandersetzen musste.

Der Wackelzahn war eigentlich noch gar nicht so wackelig. Aber in der Hoffnung, die Zahnfee würde auch bei uns vorbeischweben, riss sich Nora mit einiger Gewalt den Zahn heraus. Das habe ich schon mit nicht sicht- und spürbaren Unverständnis quittiert. Strahlend präsentierte sie also ihre Trophäe, voller Hoffnung – die später enttäuscht werden musste.

Klar, der Zahn landete mit einigen Umwegen unter dem Kopfkissen.

Heute dann kam sie schlecht gelaunt in die Küche, warf den Zahn auf den Tisch. Und sagte entsetzt: „Die Zahnfee.“

Es war klar, dass sie nicht kommen würde. Sie hat ihre Chance gehabt, die Fee, die keiner kennt. Und wir hatten den vermeintlichen Spaß am Montagmorgen mit Nora das Thema zu besprechen. Dass es bei uns definitiv keine Zahnfee gibt, nicht für diesen und nicht für die nächsten Zähne. Die emotionale und elterliche Arbeit ist damit aber noch nicht abgeschlossen. Klar, gehört das im Alltag mit Kindern dazu. Aber es gibt sinnvollere Themen, an den man wachsen kann, als die Zahnfee-Lüge.

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Der zweite Hai zeigt uns seine Zähne

Einen Zweitreihenzahner haben wir schon in unseren Reihen – jetzt zeigt sich der nächste Hai, dessen bleibende Zähne in der zweiten Reihe wachsen. Jetzt heißt  wieder, einen Zahnspezialisten zu konsultieren und zu schauen, wie das Ganze weiter geht. Bei Tom war es so, dass der erste Schneidezahn noch freiwillig den Kiefer verlassen hat – der zweite musste dann doch mit physischer Kraft entfernt werden. Mal sehen, was Nora blüht. Alles in allem gilt: nur keine Panik.

Noch ein Hai, mit mehreren Zahnreihen.

Noch ein Hai, mit mehreren Zahnreihen.

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Marathon in Düsseldorf: Bloggerlauf für’s Kinderhospiz und #roflcopter

Ein Kinderhospiz. Puh, das ist wirklich harter Tobak. Als ich vor einigen Wochen den Vortrag von Melanie van Dijk hörte, waren es nicht nur die beeindruckenden Worte der Geschäftsführerin des Kinderhospiz Regenbogenland, die mir in Erinnerung blieben, sondern auch Zahlen. 33 feste Mitarbeiter arbeiten in Düsseldorf-Gerresheim und betreuen totkranke Kinder und deren Familien. Dazu kommen rund 80 ehrenamtliche Mitarbeiter. Die Düsseldorfer kümmern sich um circa 180 Kinder im Jahr. Die Löhne der 33 Festangestellten werden zu 75 Prozent aus Spenden finanziert.

Das Kinderhospiz – für die, die dies nicht wissen – ist ein Ort, an dem das Leben und die Lebensfreude im Mittelpunkt stehen sollen – auch wenn den Kindern nur noch eine begrenzte Zahl von Tagen im Leben verbleibt. Die Mitarbeiter helfen Familien dabei, die ihnen noch geschenkte Zeit gemeinsam mit ihrem Kind möglichst erfüllt und positiv zu gestalten. Hier soll jeden Tag gelacht werden können. Lachen. Befreit lachen können. Das ist wohl mit das Erfüllendste im Leben. „Wenn Lachen erwiesenermaßen gesund ist, dann ist es nur logisch, dass in ungesunden Zeiten, in denen es eigentlich nichts zu lachen gibt, erst recht gelacht wird“, formulierte einst WirtschaftsWoche-Autor Christian Deysson. Was dieser Autor so philosophisch beschreibt, würden Jugendliche heute mit einem LOL abkürzen und mit einem ROFL quittieren. So wie das, was jetzt visualisiert kommt…

rolfcopter - Die Bloggerstaffel beim Marathon in Düsseldorf 2014

#roflcopter – Die Bloggerstaffel beim Marathon in Düsseldorf

Szenenwechsel.

Vor einiger Zeit habe ich gegen einen ehemaligen Arbeitskollegen in einer Laune eine Wette verloren. Mein Wetteinsatz: Ich laufe in der Staffel beim Düsseldorfer Marathon mit. Zwei weitere Mitläufer waren schnell gefunden – ebenfalls geschätzte ehemalige Kollegen.

Nun haben wir uns gemeinsam im Team dazu entschlossen, am Sonntag für einen guten Zweck zu laufen: Und es freut mich besonders, dass unsere „Wette“ nun ein bisschen in die Arbeit im Kinderhospiz Regenbogenland in Düsseldorf einzahlt. Ich möchte euch heute bitten, euch mit einem auch noch so geringen Betrag zu beteiligen. Ob ich selbst mit meiner mittelmäßigen Kondition eine akzeptable Zeit rauslaufen werde, das ist nebensächlich. Ich hoffe persönlich natürlich, dass ich gesund und ohne Blessuren im Ziel eintrudeln werde. Aber ein ganz großes Ziel haben wir jetzt schon erreicht: Wir können das ein oder andere Lachen schenken – mit unserem #roflcopter-Team und mit eurer Unterstützung.

Wer sind „wir“? Das sind die Staffelläufer:

Stephan Doerner: onlinejournalismusblog
Christian Kirchner: Menschen, Zahlen, Sensationen
Thomas Knüwer: Indiskretion Ehrensache & Go to Rio
Roland Schweins: styleranking – your fashion crew & Passionpapa

Drei davon können gut laufen – einer nicht – ratet wer.

Getwittert wird unter anderem mit dem Account @Ornaldo15 und alle Tweets findet ihr unter #roflcopter

Drückt uns die Daumen! Wenn ihr helfen wollt: Spendet – oder teilt bitte einfach den Aufruf und helft damit mit, dass noch mehr Kinder in ihrer schwersten Phase ein bisschen mehr lachen können. Danke. 🙂

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Bleib tapfer, kleiner Mann!

An anderer Stelle hatte ich es schon einmal angedeutet: Es ist gar nicht so leicht, als Junge in eine Mädchendomäne einzudringen.

Marc spielt Fußball, E-Jugend, jüngerer Jahrgang. Es ist üblich, dass Mädchen in den Mannschaften bis hinauf zur D-Jugend bei den Jungs in den Mannschaften mitspielen. Selbstverständlich sind sie in der Unterzahl, meistens zumindest. Sie sind Teil des Teams. Das ist meine Erfahrung. Sie sind in der Regel voll akzeptiert, ja assimiliert. Wenn es Stress oder Unmut aufeinander in den Teams gibt, dann hat das nichts mit dem Geschlecht zu tun. Das beobachte ich auch bei anderen Mannschaften, gegen die unsere Jungs und Mädchen antreten.

Das finde ich super, das gefällt mir, Daumen hoch.

Tanz, tanz, tanz, kleiner Mann!

Tanz, tanz, tanz, kleiner Mann!

Tom tanzt. Wenn an irgendeiner Stelle das Wort Leidenschaft angebracht ist, dann im Zusammenhang von Tom und Tanzen. Manchmal bewegt er sich ausschließlich tanzend durchs Haus, manchmal tanzt er seinen Schmerz einfach weg, wenn der Schmerz nicht gerade zu arg ist.

Tom tanzt nicht nur, er ist auch noch wählerisch. Daher hat er in seinem noch jungen Leben schon einige Tanz- bzw. Ballettschulen verschlissen. Jetzt dockt er gerade wieder in einer neuen Ballettschule an. Bei den „Kleinen“ (etwa Kita-, 1. Klasse-Alter) war er schon. Lauter Mädchen, und Tom. Doch er sollte es nochmal bei den Größeren (etwa 3. Klasse-Alter) probieren. Sein Auftritt in der Umkleide hat erstmal Gleächter hervorgerufen, wie er mir erzählte. Lauter Mädchen, und Tom – und das ist das Ergebnis. So muss das wohl sein – auch, wenn mich das ein wenig nachdenklich macht. Nein, so muss das nicht sein.

Tom hat es uneingeschränkt gefallen, erzählte er mir mit einigem zögern. Hoffentlich gab es da nicht doch einen kleinen Wermutstropfen.

Mir bleibt nur zu sagen: Bleib tapfer, kleiner Mann! Tanz, tanz, tanz!

 

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Ab wann darf man kämpfen?

Man kämpft ja im Leben um einiges. Um ein bisschen Freizeit, um mehr Gehalt, um den Ausgleichstreffer in der Schlussphase und manchmal auch nur um etwas mehr Glück. Ich erinnere mich noch gern, als meine ersten Kämpfchen begonnen haben. Meine lieben Eltern sandten mich als Marienkäfer verkleidet zum Karneval in den katholischen Kindergarten. Dort angekommen registrierte ich als Vierjähriger schnell: Da ist so richtig etwas schiefgelaufen. Die einen hatten Säbel, die anderen Pistolen, wieder andere Pfeil und Bogen oder Schwerter. Und ich? Ich besaß Flügel und Punkte im Gesicht. Glaubt mir, im Folgejahr war ich bewaffnet bis unter die Zähne.

Vor dem Gang zum Kindergarten war die Welt noch in Ordnung: Ich als Marienkäfer mit vier Jahren...

Vor dem Gang zum Kindergarten war die Welt noch in Ordnung: Ich als Marienkäfer mit vier Jahren…

Ähnliches ist jetzt allerdings auch bei uns passiert. Zunächst zog das geschenkte Piraten-Wimmelbuch bei uns ein. Mit so Typen wie „Entersäbel Luis“, „Leo der Schreckliche“, „Haken-Jo“ und „Lars Rotbart“. Das stieß auf großes Interesse. Dann hielten die kleinen Plastik-Piraten bei uns Einzug. Eine gute Idee – so dachten wir – Playmobil statt Schokolade im Adventskalender. Darauf folgte Weihnachten das große Playmobil-Piratenschiff und schließlich auch eine Staffel „Wickie der Wikinger“. Unser dreijähriger Spross erinnerte sich an meine Karnevalsutensilien und die Patentante brachte Schwert und Schild vorbei. Seitdem wird morgens nach dem Aufstehen zunächst die Rüstung angelegt.

Wiki der Wikinger ist nichts dagegen: Schwert, Bogen, Axt...

Wickie der Wikinger ist nichts dagegen: Schwert, Bogen, Axt…

So ein Bogen wie bei Wickie musste her. Er besteht aus einem Holzbügel. Und natürlich folgen sehr schnell viele Gespräche: Warum man nicht mit dem Papa kämpft, warum man sowieso nicht in der Familie kämpfen sollte. Warum kämpfen etwas Schlechtes ist. Unsere Home-Story läuft viel geordneter ab, als das, was man geboten bekommt, wenn man heute versehentlich durch Kika oder Super RTL zappt. Aber ich musste schon das ein um’s andere Mal darauf hinweisen, dass Piraten und Wikinger nicht unentwegt nur gefochten und geschossen haben, sondern zwischendurch die Segel gesetzt, gekocht, das Deck geschrubbt und auch mal zusammen gefeiert  oder einen Schatz versteckt haben.

Wie bei allen Phasen, wird auch diese Kämpfernatur wieder durch etwas Neues ersetzt werden. Nach Bauernhof und Bob der Baumeister folgten schon zahlreiche Charaktere. Die regen ja die Phantasie beim Spielen an.

Meiner Meinung nach kann man sich Themen wie Cowboy, Indianer, Piraten, Wikinger, Soldaten oder anderen Kampfhähnchen eh nicht entziehen und muss einfach sehr gut alles erklären. Und dennoch interessiert mich eure Meinung: Wie geht ihr mit dem Thema um?

Ich bin übrigens im Erwachsenenalter ein ganz friedfertiger Mensch geworden – und das, obwohl ich mit Vier und mit Fünf sehr viele Plastikrevolver besaß. Und wehe, es behauptet einer etwas anderes…..

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PS: Gern bespreche ich dieses und weitere Themen mit Euch auch persönlich auf dem 1. ElternBloggerCafé mit Windelweltmeisterschaft in Düsseldorf am 12.01. ab 13.30 Uhr…

PPS: Das „Mein Piraten-Wimmelbuch“ ist übrigens eine riesige Empfehlung…

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