Categorymänner und väter

Männergespräche

Im Zeichen der Männer. Der vergangene Freitag stand eindeutig im Zeichen der Männer.

Zum einen war ich bei einem Männerabend, an dem es um unsere Rolle als Mann ging. Ich will gar nicht zu viele Details erwähnen. Ich sage es mal vorsichtig. Es gab einige wertvolle Gedanken, die sich alle Männer machen sollten. Die Forderungen: Männer, pflegt eure Männerfreundschaften. Männer, entdeckt eure Emotionen wieder und scheut euch nicht, diesen auch Ausdruck zu verleihen. Männer, steht zu eurem Mannsein. Männer, achtet auf euch, vor allem auf eure Gesundheit. Männer, denkt über eure Beziehungen zu euren Vätern nach. Männer, übernehmt Verantwortung – in der Familie und der Gesellschaft.

Es gibt viele Gelegenheiten für Männer ins Gespräch zu kommen.

Es gibt viele Gelegenheiten für Männer, ins Gespräch zu kommen.

Männerbeziehungen gibt es nicht nur unter Freunden. Es gibt sie selbstverständlich auch in der Familie. Auch zwischen Papa und Sohn, selbst wenn der Sohn erst noch auf dem Weg ist, ein Mann zu werden.

So ergab es sich, dass am Freitag der Zeitpunkt für ein Männergespräch gekommen war.

Der Freitag war ein dicht gepackter Tag. Für alle. Vor allem für Marc.

Hinter ihm und seinen Kollegen und Kolleginnen lagen zweieinhalb Tage Jugendherberge. Schlafmangel inklusive. Ungünstige Voraussetzungen, um bei einem Grundschul-Fußballturnier zu bestehen. Die Stimmung unter den Kickern war mäßig. Die Leistung gar nicht so schlecht. Aber wenn die Laune schlecht ist, dann findet sich immer etwas, um unzufrieden mit sich und den anderen zu sein. Und so kam es dann auch. Spätestens nach dem Viertelfinal-Aus war die Stimmung am Tiefpunkt. Tränen und Wut. Auch Marc war niedergeschlagen und wollte nur noch weg.

Nach kurzen Diskussionen und Absprache mit dem Trainer- und Betreuungsteam sind wir tatsächlich nach Hause gefahren. Die Laune war noch nicht deutlich besser. Doch noch unterwegs, schlug Marc vor, noch eine Runde durch unser Dorf zu machen, er auf dem Waveboard, ich zu Fuß.

Dieser Rundgang hatte reinigende Wirkung. Marc erzählte von der Schulfreizeit, in aller Ausführlichkeit. Und ganz entspannt. Diese exklusive Zeit war ganz wichtig für ihn – und selbstverständlich auch für mich. Mir wurde vor Augen geführt, welch große Bedeutung ich für Marc habe. Er braucht einfach mal die Zeit für ein Männergespräch. Er fordert das ein und bestimmt den Verlauf. Allzuoft denken wir Eltern, das nur wir Zeitpunkte und Gesprächsinhalte bestimmen dürften, weil wir den Takt vorgeben. Das allein ist es jedoch nicht. Unsere Kinder wollen mit ihren Sorgen, Ängsten, Gefühlen, Meinungen und vielem anderen ernst genommen werden. Hier sind wir gefordert, zu Männergesprächen, aber nicht nur. Das alles muss passieren, um eine ordentliche Beziehung zu unseren Kindern zu bekommen. Das gibt ihnen Sicherheit – und uns Eltern auch.

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Joggen und Ytong

Das war heute ein echt dicht gepackter Tag – lauter Höhepunkte. Ich bin zwar jetzt fix und fertig, aber eigentlich geht’s mir ganz gut.

Fangen wir von vorne an. Mit einer Veranstaltung der Schule. Bickenbach rennt. Das ist eine Art Sponsorenlauf. Für die Kinder der hiesigen Grundschule handelt es sich um eine Pflichtveranstaltung, dafür gab es an einem anderen Tag frei. Die Kinder drehen ihre Runden im nahe gelgenen Wald. Das Besondere: Eltern, Geschwister, Großeltern, wer auch immer können auch teilnehmen. Startgebühr: 3 Euro. Das Ziel: Möglichst lange unterwegs sein, rennend oder walkend. Die Obergrenze liegt eigentlich bei 60 Minuten – ein paar Läufer laufen eben immer etwas länger. Marc hat mich auch gefragt/gebeten/aufgefordert, mit von der Partie zu sein. Mein Problem: Seit ich 2009 meine Knie-Probleme hatte, inklusive OP und schließlich diagnostizierter Schuppenfelchte mit Gelenkbeteiligung, bin ich nicht mehr gelaufen. Eigentlich bin auch schon vorher eine zeitlang nicht mehr gelaufen. Aber das war dann natürlich doch eine Herausforderung, Marcs Forderung.

Marc hat mir recht schnell gezeigt, dass ich ein Klotz an seinen flinken und schlanken Beinen bin. Er musste langsam laufen, um bei mir zu bleiben. Ständig hat er mich gefragt, ob ich noch kann, wie lange ich noch dabei bleibe. „Die halbe Stunde ist gleich vorbei, dann kannst du aufhören.“ Ein wenig sportlicher Restehrgeiz ist dann doch noch im mir vorhanden. Ich habe es immerhin auf 50 Minuten gebracht, das war im Vergelich mit anderen Eltern natürlich schwach. Aber ich war dabei, bin gelaufen – und habe jetzt im Moment einiges, aber keine Knieproblem. Ich hoffe, das Letztere bleibt so. Vielleicht sollte ich doch wieder öfter laufen gehen – mir dafür aber einen einfacheren Laufpartner als Marc suchen. Er hat in 60 Minuten 10 Waldrunden gepackt. Dafür gebührt ihm mien ganzer Respekt.

Teil zwei des Aktiv-Tags mit den Kindern war ein Eltern-Kind-Projekttag in der Kita. Die Erzieherinnen haben Projekte angeboten, zu dem sich Eltern-Kind-Tandems anmelden konnten. Da ich einer der Vorantreiber der Väterarbeit in der Kita bin, wurde ich gefragt, ob ich nicht auch ein Angebot für Väter mit ihren Kindern machen wollte. Das kam recht überfallartig, ich musste schnell entscheiden. Meine Wahl fiel auf Ytongsteine bzw. Porenbetonsteine. Wir wollten Skulpturen daraus machen. Tiere, wie Schildkröten, Schnecken oder Käfer. Als ich das einem Freund erzählte, sagte er, dass man das soch in den Achtzigern gemacht hätte. Schluck. Ich habe damals so etwas nicht gemacht. Ein Angebot, altmodisch bis dort hinaus. Hilfe. Aber das Programmheft war schon gedruckt. Es gab kein zurück.

Werken mit Porenbetonsteinen

Das sind die Werke, die die Kinder mit ihren Vätern heute geschaffen haben - Respekt.

Ich habe also das Material besorgt und in dieser Woche erfahren, dass sich nur drei Tandems angemeldet haben. Ich bin tapfer mit Tom in den Ring gestiegen. Und ich kann nur sagen: Väter und Kinder waren begeistert. Die Kinder wollten gar nicht aufhören. Alle waren fleißig am Sägen, Feilen, Schleifen. Ich bin ja nun auch nicht der Werkmeister vor dem Herren. Aber es hat mich beeindruckt, dass wir in kurzer Zeit wirklich eine Reihe hübscher Skulpturen erarbeitet haben. Auch die Kindergartenkinder konnten schon eine ganze Menge selbst mitarbeiten. Für Drei- oder Vierjährige ist das Ganze wahrscheinlich nichts. Die anwesenden Kinder waren etwas größer. Schutzbrillen und Staubschutzmasken waren mit von der Partie. Das war heute echte Qualitätszeit, mit den eigenen Kindern und den anderen Vätern.

Alles in allem war es ein großartiger Tag – mit Joggen und Ytong.

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Acht Väterbegleiter auf einen Streich

Eine Übung zum Auftakt des Praxistages.

Eine Übung zum Auftakt des Praxistages.

Nach einigen Monaten haben sich heute wieder die ersten GfG-Väterbegleiter der Pilotgruppe getroffen. Und es war ein Treffen, als hätte man sich zuletzt vor drei Wochen gesehen. Wahnsinn, dass diese acht unterschiedlichen Typen mit ihrem Häuptling Volker Baisch zu einer solchen Einheit Zusammenwachsen konnten.

Warum ist das so? Es hat sich tatsächlich eine Wertegemeinschaft gebildet bzw. gefunden. Irgendwo wollen wir alle, dass die Gesellschaft besser wird. Ein hohes Ziel, natürlich. Das haben andere auch schon versucht. Wir allerdings sind der Meinung, dass eine kinderfreundliche, familienfreundliche und am Ende auch frauenfreundliche Gesellschaft über eine väterfreundliche Gesellschaft führt. Welchen Ausschnitt wir als einzelne auch in den Mittelpunkt rücken, das übergeordnete Ziel lässt sich auf unsere Art erreichen – wenn auch in ganz kleinen Schritten.

Wie auch nach den ersten drei Weiterbildungsmodulen, habe ich auch heute das Gefühl, dass von unserer gemeinsamen Arbeit auch meine eigene Familie profitiert. Auch wenn ich viele Stunden von meiner Familie getrennt war für diese Weiterbildung. Ich bin immer noch der Meinung, dass es sich hier um eine sehr wertvolle Erfahrung handelt. Ich wäre ein Stück ärmer, wenn ich diese Möglichkeit nicht genutzt hätte. Und nochmal gilt mein Dank meiner Familie und allen voran meiner Frau.

In jedem Fall sind meine Kollegen unterschiedlich weit mit ihrer Arbeit als Väterbegleiter. Die ersten haben Kurse hinter sich. Andere haben die ersten Kompaktkurse terminiert. Es wird fleißig an der Vernetzung und an Kooperationen gearbeitet. Der Tag hat mal wieder einen Motivationsschub gebracht.

Er hat uns aber auch in die Autonomie entlassen. Kursleiter Volker von der Väter gGmbH in Hamburg überlässt uns nun uns selbst. Im Juni werden wir uns treffen, um eine Mission Statement zu verabschieden und damit noch einmal über unser Selbstverständnis zu diskutieren. Wir wollen den Väterbegleiter zur Marke machen. Das wurde heute zwar nicht so deutlich gesagt, aber man hat es gemeint, denke ich. Im Herbst wird die nächste Gruppe von Väterbegleitern ausgebildet. Das Programm wird ein wenig modifiziert, entzerrt. Jeder Vater, der seine Vaterschaft als Berufung und Leidenschaft versteht und sich für eine familienfreundliche Gesellschaft einsetzen möchte, indem er werdende und junge Väter auf ihrem spannenden Weg begleiten sowie Spaß an einer aktiven Vaterschaft vermitteln will, sollte eine Teilnahme an dieser Ausbildung in Erwägung ziehen.

Informationen gibt es natürlich auf der Website des GfG-Bundesverbandes. Aber auch Volker Baisch wird sicher gern Auskunft geben. Nicht zuletzt darf man auch bei mir anfragen – und auch Kontakte zu meinen Kollegen vermittle ich gern.

Außerdem sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Hessenstiftung den Pilotkurs unterstützt und damit angeschoben und ermöglicht hat.

Weitere Informationen über die Ausbildung und meine Angebote findet Ihr auf www.vaterberater.de.

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Handwerken leicht gemacht

Manche werden sich jetzt über diese Überschrift lustig machen, das weiß ich genau. Christoph und Handwerken – das geht nun gar nicht zusammen. Ehrlich gesagt, so schlimm sehe ich das nicht. Richtig ist, dass ich mich zum handwerklichem Tun nur sehr schwer aufraffen kann. Und das ist sicher nicht immer ganz schlau.

Schließlich kann man auch mit den Kindern rudimentäre handwerkliche Basteleien in kurzer Zeit recht effektvoll umsetzen. Um diese Erkenntnis zu gewinnen, mussten wir wieder erstmal einen kleinen Ausflug machen. Beim Pfungstädter Naturfreundehaus „Moorhaus“ gab es gestern ein Kinderfest. Die Vereinsmitglieder haben zahlreiche Stationen aufgebaut. Ganz hoch im Kurs war bei unseren Kindern bis hinunter zur Nora der Geschicklichkeitsparcours. Balancieren und das erschwert mit Dingen in der Hand und auf dem Kopf kam sehr gut an.

Aber auch die Waldwerkstatt übte auf Marc und Tom eine erhebliche Anziehungskraft aus. Ytong-Steine und Holz waren dort für kleinere Basteleien vorbereitet. Tom wollte etwas auf Ytong-Stein schnitzen. Mit der entsprechenden Säge haben wir uns also ein Stück Stein zurecht geschnitten. Mit großem Eifer hat Tom den Stein dann mit verschiedenen Feilen bearbeitet. Das Ergebnis ist eher abstrakt gewesen. Aber zusammen mit Häuschen, das ich mehr schlecht als recht erschaffen habe, hat es für ihn einen Sinn ergeben. Herausgekommen ist aus seiner Sicht eine Art Geschicklichkeitsspiel, bei dem es darum geht, seinen Stein so auf das Hausdach zu legen, dass er nicht herunterfällt. Einfache, aber gute Idee.

Marc wollte lieber ein Schwert aus vorkonfektionierten Teilen machen. Es ging eigentlich nur darum die zwei Teile des Schwert zusammen zu hämmern und das Holz dann zu bearbeiten, dass die Späne und scharfen Kanten verschwinden. Das Hämmern klappte gerade so, aber die Arbeit mit dem Schleifpapier war hervorragend.

Trotz des minimalistischen Ansatzes waren die Ergebnisse wirklich toll. Den Kindern hat es ziemlich Spaß gemacht – und wenn ich ehrlich sein soll: Es war großartig, dass diese Veranstaltung auch mir gezeigt hat, dass ein bisschen Handwerken auf ganz leichtem Niveau überhaupt nicht weh tut.

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„Wenn Väter wirklich Gefühle zeigen, dann geht mein Herz auf“

Acht Männer haben im Frühjahr drei Wochenenden zusammen verbracht, um den theoretischen Teil der GfG-Väterbegleiter-Ausbildung zu absolvieren. Mein Kleingruppen-Kollege Jürgen Grah hat gerade seine Ausbildung zur Tagespflegeperson (Tagesvater) absolviert. Ich möchte ihn an dieser Stelle mit einem Interview vorstellen.

Jürgen Grah ist Tagesvater und Babymassagekursleiter für Väter in Düsseldorf.

Jürgen Grah ist Tagesvater und Babymassagekursleiter für Väter in Düsseldorf.

Jürgen, Du bist Tagesvater und Babymassagekursleiter. Du dringst in Felder ein, die bislang weitestgehend von Frauen dominiert werden. Was treibt Dich an?

Der größte „Antreiber“ sind meine beiden Jungs Simon und Clemens, die meine Frau und ich seit elf Jahren begleiten. Da meine Frau in der Anfangsphase mit den Zwillingen alle Hände voll zu tun hatte, war mir relativ schnell klar, dass ich die Nächte übernehmen werde. Das Wort Bindung kannte ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich gar nicht wirklich. In unseren gemeinsamen Nachtstunden ist dann aber etwas passiert, was ich zunächst nicht in Worte fassen konnte und was sich auch schlecht beschreiben lässt. Manchmal war es „nur“ ein intensiver Blickkontakt, manchmal eine Berührung ……………es „passierte“ etwas zwischen mir und meinen Söhnen, was uns bis heute begleitet. Dieses Gefühl war es dann was mich antrieb mehr zu erfahren über Bindung und was da eigentlich passiert, über Entwicklungspädagogik und natürlich darüber was der Vater eigentlich damit zu tun hat. Ich habe mir Literatur besorgt und war ganz versessen immer mehr zu erfahren. Nachdem ich dann den Papaladen in Berlin besucht hatte, war mir schnell klar, dass ich mehr aus meinen Erfahrungen machen wollte. Bei der Deutschen Gesellschaft für Baby- und Kindermassage e.V.habe ich dann 2009 eine Ausbildung zum Babymassagekursleiter abgeschlossen und leite seit dem reine Väterkurse in Düsseldorf. Wenn ich in den Kursen erlebe wie fürsorglich und respektvoll Väter mit ihren Babys umgehen können, wenn man sie lässt, treibt mich immer wieder an weiterzumachen.

Wie fühlst Du Dich als Exot – allein unter Frauen?

Anfangs war es nicht wirklich einfach. Die Ausbildung zum Babymassagekursleiter habe ich als einziger Mann unter 14 Frauen gemacht. 28 Augen, die (gefühlt) erstmal alle auf mich gerichtet waren, nach dem Motto: „Was will der denn hier“, waren zunächst schlecht auszuhalten. Nach einem Tag und einigen Gesprächen war das dann aber vorbei und ich wurde recht schnell akzeptiert. In der Ausbildung zum Tagesvater, hier nahm tatsächlich noch ein weiterer Mann teil, hat mir meine Erfahrung, die ich in meinen Kursen bereits gemacht habe, geholfen.

Als ich vor zehn Jahren meine Söhne zur Pekip-Gruppe oder später zur Spielgruppe begleitet habe, fühlte ich mich allerdings wirklich immer wie ein Außerirdischer unter „Expertinnen“. Die Kommentare und Ratschläge ( „……ist ja kein Wunder“ oder „…..das musst du so und so machen“), die ich mir da anhören musste, wenn einer meiner Söhne mal einen wunden Po hatte waren oft doch sehr niederschmetternd.

Wie reagieren Frauen auf Deine Berufung? Welche Mauern bestehen? Gibt es für Dich auch überraschende, mauerlose Erlebnisse mit Frauen und Müttern?

Für mich ist es mittlerweile ein Lob, wenn Kolleginnen mich als ernsthafte Konkurrenz ansehen. Die meisten Frauen reagieren positiv und finden es gut, wenn Väter sich engagieren. Anfangs bestehen manchmal „Betonmauern“, merken die Frauen allerdings, dass „etwas“ dahinter steckt, stürzen die Mauern wie von Geisterhand ein.

Überraschenderweise bin ich seitens der Mütter, in der Tätigkeit als Tagesvater, noch nicht einmal auf eine Mauer gestoßen. Mit den zuständigen Ämtern habe ich da leider schlechtere Erfahrungen gemacht.

Du bist gerade dabei, Dir eine Existenz als Tagesvater aufzubauen. Was sind das für Eltern, die mit dem Wunsch auf Dich zukommen, dass Du die Tagespflege von ihren Kindern übernimmst? Wie stehen Mütter und Väter zu Dir?

Ab August betreue ich drei Kinder unter drei Jahren. Eine Familie wurde durch meine Frau (Hebamme) nach der Geburt betreut. Diese Familie wäre vorher nicht auf die Idee gekommen ihr Kind einem Tagesvater anzuvertrauen. Nach dem ersten Gespräch war das Eis allerdings gebrochen und mittlerweile ist auch nichts mehr „komisch“. Eine Familie hat es ganz klar ausgesprochen, dass sie für die Betreuung einen Tagesvater suchen und der Zufall hat uns zusammengebracht. Die dritte Familie sind frühere Nachbarn, die ihr Kind von der KITA wieder abgemeldet haben und mich als Tagespflegeperson beauftragt haben. Alles drei sind Familien, in denen die Mütter einen ausbildungsintensiven Beruf haben, den sie gerne wieder ausüben möchten. Die Väter sind alle sehr engagiert, allerdings haben alle ein logistisches Problem Familie und Beruf zu vereinbaren. Sie würden alle gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Bei Vätern ist immer die erste Frage: „Kann man denn davon leben?“ und bei Müttern lautet die erste Frage: „Trauen Sie sich das auch wirklich zu?“

Jetzt einmal zu den Babymassagekursen für Väter. Was ist das besondere an der Arbeit mit Vätern? Worauf achtest Du im Umgang mit ihnen besonders?

Das Besondere ist mich erleben zu dürfen wie ein Vater in seiner Rolle aufgehen kann, wenn man ihn lässt. Daran teilhaben zu dürfen, wenn Väter ihre fürsorgliche und respektvolle Seite entdecken und dementsprechend die Zeit mit ihren Babys verbringen. Anfänglich ganz vorsichtig gehen sie mit ihren Babys in den Körperkontakt und in die Berührung. Wenn dann am Ende des Kurses hieraus eine Selbstverständlichkeit wird und Väter und Babys in der Kuschelrunde eins werden, wenn Väter anfangen wirklich Gefühle zu zeigen, dann geht mein Herz auf und es treibt mich immer wieder an weiter zu machen.

Mehr Informationen zu Jürgen Grah und seiner Arbeit findet ihr auf der Website http://www.vater-babymassage-duesseldorf.de/

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Ein Leben als intellektuelles Dreieck

Ich bin echt nicht der große Danksager. Aber gerade jetzt habe ich ganz intensiv das Bedürfnis, Dank zu sagen – und zwar in ganz unterschiedliche Richtungen.

An aller erster Stelle steht meine Frau, die mich darin bestärkt hat, die Ausbildung zum GfG-Väterbegleiter in Angriff zu nehmen. Zudem hat sie drei Wochenenden innerhalb von gut zwei Monaten auf meine Anwesenheit verzichtet. Das ist wirklich ganz großartig – und das macht sie auch zu jemand ganz Besonderem.

Dann danke ich natürlich auch meinen Kindern, die es nicht immer gut fanden, wenn ich am Samstagmorgen mit den Worten aus dem Haus gegangen bin: „Ich wünsche Euch einen schönen Tag. Ich komme heute spät nach Hause.“ (Das macht er doch schon an den anderen Tagen der Woche.)

Und jetzt kommt das Trainer-/Leitungsteam. Melanie Schön, Volker Baisch und Ralf Haake haben ganze Arbeit geleistet. Sie haben wesentlich dazu beigetragen, dass nun acht Männer in der Republik mit großer Motivation unterwegs sind, um andere, in der Regel sicher jüngere Männer als sie selbst, auf ihre Rolle als Vater vorzubereiten und sie auch im weiteren Verlauf (also nach der Geburt) zu begleiten.

Schließlich will ich auch den anderen sieben Männern der Pilotgruppe dafür danken, dass eine solch intensive Gruppenerfahrung möglich war. Also: Danke Ismail, Markus, Marc, Thomas, Jürgen, Richard und Heiko. Das war großes Kino. Von uns wird man sicher in Zukunft noch einiges in der Welt draußen spüren.

Das Wochenende war wieder dicht mit verschiedenen Themen gespickt. Ein Großteil der Kollegen hat sich mit Vorträgen und Einheiten eingebracht. Interessant: Es war wirklich jede Einheit authentisch. Jeder der Kollegen war genauso wie er ist.

Ich bin mit dem Thema Paar-Kommunikation in die Bütt gezogen. Schulz von Thun, Transaktionsanalyse, EPL – kein ganz leichter Stoff. Was für echte Kopftypen. Also offensichtlich ein gutes Thema für mich.

Bestätigt wurde das am Sonntag mit einem Test zum Akquisestil. Sechs Kategorien gibt es, ich bin natürlich der intellektuelle Typ, der durch Argumente überzeugen will. Rang zwei in meinem persönlichen Ranking: Das Verkaufen mit Hilfe von Geschichten – eigenen wie fremden. Und auf Platz drei kommt der konfrontative Stil. Auch das kann mich nicht wundern.

Dass dieser Aspekt bei mir und für mich eine Rolle spielen muss, zeigte schließlich eine Übung zu den Konflikttypen nach Crum. Als einziges Dreieck in der Runde stellte ich mich der Kreis-Übermacht. Das Dreieck sucht den Konflikt und will in seinem Ärger verstanden werden – und kann im ungünstigen Fall impulsiv, verletzend und aggressiv sein. Ich führe also ein Leben als intellektuelles Dreieck. Das ist ein wichtiger Erkenntnisgewinn – eine gute Basis zur Veränderung zum Besseren.

Die große Expertise in der Gruppe wurde am Samstagnachmittag evident. Markus hat uns mit seiner ungeheuren Erfahrung als Therapeut Übungen zur Achtsamkeit, Aufstellungen und Genogrammen näher gebracht. Das sind wichtige Impulse, um sich noch intensiver mit sich und seinen Beziehungen zu anderen zu beschäftigen. Überhaupt war diese Ausbildung ganz wichtig für mich selbst. Das gehört zum Reifen dazu – und ist tatsächlich eine wichtige Voraussetzung, um mit anderen Menschen arbeiten zu können.

Jenseits allgemeinerer Themen, ging es aber auch wieder stark um Väter-, Kinder-, Familienthemen. In der Einheit zum Stillen machte Thomas deutlich, welch wichtige Rolle der Vater beim Stillen einnehmen kann und zum Wohle aller Beteiligten einnehmen sollte. Mir wurde aber auch wieder einmal klar, dass es bestimmte Themen rund um die Geburt und die Kindesentwicklung gibt, die sehr sensibel sind und zum Teil zu ideologisch betrachtet und behandelt werden.

Eine ganz besondere Erfahrung war es, Jürgen zum Thema Babymassage zu hören. Er lebt dieses Thema. Er ist intensiv, überzeugend, authentisch. Väter in und um Düsseldorf herum: Wer von Euch ein Baby hat, muss zu diesem Mann. Ein Babymassagekurs bei ihm dürfte Eure Beziehung zum Kind nachhaltig positiv beeinflussen. Und das ist keine platte Werbung, wirklich nicht.

Jetzt gehen wir also in die Welt hinaus und werden alle möglichen Leute davon überzeugen, dass Väterarbeit im Sinne der Väterbegleitung wertvoll ist und weitreichende positive Auswirkungen hat. Wir sind bereit. Und: Es ist tatsächlich möglich, dass Männer zu sich finden und sich persönlich weiter entwickeln können, ohne sich mit Dreck einzuschmieren.

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