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Buchmesse mit Experte

Buchmesse Logo 2016Die Buchmesse ist in der Stadt – und ich freue mich sehr, dass ich in diesem Jahr wieder mit dabei sein kann.

Da ich mich ja nicht zuletzt der Familie wegen mit Kinder- und Jugendliteratur beschäftige – und diese zum Teil ganz neu oder auch neu wieder für mich entdecke -, habe ich gedacht, es ist eine gute Idee, mit einem Experten die Buchmesse zu besuchen. Mit unserem großen Sohn Marc.

Die Verlage sollten ein großes Interesse daran haben, dass junge Menschen mit Hang zum Lesen in ihrer Leidenschaft bestärkt werden. Außerdem ist es doch toll, wenn junge Leute selbst beispielsweise in einem Blog Lesetipps geben können. So richtig angekommen ist das bei der Messe Frankfurt wohl aber nicht.

Auf Nachfrage hieß es, dass es eigentlich nicht erwünscht ist, dass Kinder an den Fachtagen auf der Messe sind, da an diesen Tagen Fachgespräche im Mittelpunkt stehen sollen. Das können selbstverständlich nur erwachsene Buchhändler, Verlagsvertreter, Journalisten und Blogger (sowie deren weibliche Vertreterinnen). Dass aber ein junger Mann, der gerne liest, sehr wohl weiß, was die anderen jungen Menschen mögen könnten, ein Fachmann ist, hat sich noch nicht herumgesprochen.

Schließlich ist es aber so, dass man Kinder, wenn es denn gar nicht anderes geht, auch an einem Fachtag mitbringen darf. Unter uns: Es ist bei Weitem nicht so, dass es an Fachtagen nur sachlich und fachlich zugeht. Und das ist ehrlich gesagt auch gut so. Und schließlich gibt es massig Bücher zum Schmökern und Kennenlernen. Viele Kinder und Jugendliche lieben Bücher. Und so störend sie doch gar nicht.

Kurzum: Ich kaufe ihm ein Ticket, nehme ihn mit und führe viele Fachgespräche mit ihm und den anwesenden Fachleuten.

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Reise in die Vergangenheit mit Blick nach vorn

Der Wegzug von Düsseldorf 2005

Der Wegzug von Düsseldorf 2005.

Ich weiß selbstverständlich nicht, was das Jahr 2016 mir persönlich, meiner Frau, meinen Kindern, der gesamten Familie bringen wird. Es wird mit Sicherheit wieder ein spannendes Jahr mit hoffentlich zahlreichen tollen Momenten und wertvollen Erkenntnissen.

Wer den Blick nach vorne richtet, ist gut beraten, auch den Blick in die Vergangenheit nicht zu vernachlässigen. Wo komme ich her? Eine wichtige, weil persönlichkeitsbestimmende Frage.

Es nun gut zehn Jahre her, dass wir das Kapitel Düsseldorf zugeschlagen haben. Marc hat seine ersten Lebensmonate in Düsseldorf verbracht – seitdem war er noch nicht wieder am Ort seiner Geburt.

Die ruhigen Tage zwischen den Jahren haben wir nun genutzt, um eine Reise in die Vergangenheit anzutreten. Gedacht, getan, habe ich die Kinder eingepackt und bin mit ihnen nach Düsseldorf gefahren. Wir haben einen tollen Tag verbracht.

Startpunkt unserer Zeitreise war das Krankenhaus in Benrath. Dort ist Marc geboren. Wir Eltern haben nicht die besten Erinnerungen an die Stunden im Kreißsaal. Aber ganz schlimm sind sie nun auch nicht. Wir sind allerdings froh, dass die Erinnerungen an die beiden anderen Geburten deutlich besser sind.

Bestens gelaunt haben wir uns das Gelände angesehen. Es hat sich gar nicht so viel geändert. Die Fahrt zur Klinik führt an dem hübschen barocken Benrather Schloss vorbei. Die Meinungen über das Rosa der Fassade gingen deutlich auseinander.

Im Anschluss haben wir dem Haus, in dem wir gewohnt haben, einen Besuch abgestattet. Es liegt an der Kölner Straße. Die Hausbesitzer wohnen noch in dem Haus, auch eine Nachbarin von damals lebt noch dort. Ich habe geklingelt, es war niemand da. Die Kinder hätten gern die Nachbarin kennengelernt.

Dann ging es mit der U-Bahn in die City. Wir haben den Blick vom Fernsehturm auf die Stadt genossen. Eine Currywurst mit Pommes war auch noch drin. An der Zentrale der Verlagsgruppe Handelsblatt, für die ich gearbeitet habe, sind wir mit der Straßenbahn vorbeigefahren. Die Shadow-Arkaden haben wir auch noch besucht, auch dort habe ich einst für RP-Online gearbeitet. Es war die Hölle los in der Stadt – und wir Zeitreisende mittendrin.

Ein interessantes Erlebnis – mit meiner Next-Generation. Ich habe es genossen. Und die Kinder dem Vernehmen nach ebenfalls.

Eine Brücke vom gestern zum morgen.

Allen Lesern von passionpapa.de wünsche ich ein gutes Jahr 2016 – mit vielen wertvollen Erlebnissen und viel Zeit für die Familie. Uns allen wünsche ich viel Gelassenheit und Frieden.

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„Alles steht Kopf“: Nichts für kleine Kinder (Achtung, Spoiler!)

Kinotag – ein Papa und drei Kinder. Was kann man dieser Tage sehen, wenn man mit drei Kindern ins Kino geht? Selbstverständlich „Alles steht Kopf“ von Disney/Pixar.

Ich habe sehr Positives über den Film gelesen und gehört. Als kleiner Psychologe, der ich auch irgendwo bin, hat mich die Idee im Vorfeld schon ziemlich fasziniert. Das  Problem: Es sind Erwachsene, die als Filmkritiker unterwegs sind und einem den Film schmackhaft machen.

Manchmal frage ich mich, ob alle Filmkritiker, die man so wahrnimmt, keine Kinder haben. Eins ist nämlich klar: Für Kinder unter 6 oder vielleicht sogar 8/10 Jahre ist der Film in jedem Fall ungeeignet. Damit ist die FSK-Empfehlung „Ohne Altersbeschränkung“ ein Witz. Sicher, es kommt keine Gewalt oder ähnliches vor. Aber die Mischung aus Abstraktion und Perspektivwechsel ist für Kinder in keiner Weise nachvollziehbar. Ich würde gern ins Gehirn von Kindern kleiner 8 hineinsehen, wenn sie diesen Film rezipieren. Ich glaube, es herrscht dabei ein ziemliches Chaos. Das erfüllt den Tatbestand der Überforderung.

Das Problem: Der Film ist hochemotional – haften bleiben die negativen Gefühle. Die positiven Wendungen erfordern eine kognitive Verarbeitung durch den Betrachter, ist also etwas für Große. Dass Kummer am Schluss das Zünglein an der Waage hin zum Glück ist, weil sie Riley so sein lässt wie sie ist, kann ein Kind nicht verstehen. Es handelt sich um die Schlüsselszene – für Erwachsene nachvollziehbar.

„Alles steht Kopf“ (im Original „Inside Out“) hat viel Lob geerntet – jedoch nur teilweise zu Recht. Es handelt sich für mich mehr um einen Erziehungsfilm, weniger um einen Kinderfilm. Als Eltern können wir gewisse Dinge für unsere Erziehungsarbeit ablesen. Wenn auch die moralische US-Amerikanische Art etwas stark durchschlägt. Da ich stark mit Erklärungen und Emotionsmanagement im Kino beschäftigt war, konnte ich den Film zudem nicht durchgängig genießen.

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Und wieder im Tal

Es ist gut ein Jahr her, dass die ganze Familie im Kleinwalsertal Urlaub gemacht hat. Vergangene Woche habe ich mit dem großen Sohn ein paar Tage am selben Ort verbracht. Demnächst will ich noch einige Zeilen dazu verlieren. Hier soll aber schon einmal ein Foto, um Lust auf mehr zu machen. Es ist kurz vor dem Einstieg in die Breitachklamm enstanden. Soviel schon einmal vorweg: Solche Männertage, Vater-Sohn, haben unglaublich viel Potenzial – vor allem in Bezug auf die Bindung. Jetzt muss ich mir mal langsam etwas Eklusives für die anderen Zwei überlegen.

#breitachklamm #naturgewalt #oberstdorf #kleinwalsertal

Ein von Christoph Lippok (@clippok) gepostetes Foto am

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Ruhe und Natur – zwei Schritte vor

Es gibt etwas aufzuarbeiten. Jetzt hat uns zwar die Normalität schon eine Woche wieder, aber ein Rückblick auf die Osterferien ist sicher noch erlaubt.

Ich habe schon häufiger darüber geschrieben, dass an den Kindern immer wieder schubhafte Entwicklungen zu beobachten sind. Klar, es geht immer irgendwie vorwärts. Und ganz oft sind es Details, an denen die Entwicklung der Kinder festzumachen ist. Manchmal sind es aber auch mehr Dinge, die uns Eltern von heute auf morgen auffallen – und uns in Erstaunen versetzen.

Zweifelsohne ist es häufig dann, wenn wir auch wirklich einmal längere Zeit am Stück die Gelegenheit haben, unsere Kinder zu erleben. Aber eben auch gemeinsam mit den Kindern etwas zu erleben. Und das ist eben oft im Urlaub der Fall.

Wir haben in der Woche vor Ostern ein paar Tage im Kleinwalsertal verbracht. Dabei standen vor allem auch eigene Kindheitserinnerungen im Vordergrund. Meine Frau war als Kind oft im Winter dort, ich im Sommer. In diesem Jahr war es aus Jahreszeitensicht eine Mischung – also Frühjahr. Mit einem bisschen Schnee und einer Menge Sonne.

Der Blick von unserer Ferienwohnung aus war fast derselbe Blick, den ich auch Kind schon so beeindruckend gefunden habe. Er war es auch, der damals meine Leidenschaft für die Berge entzündet hat – aber eigentlich soll es ja gar nicht um meine Empfindungen als Kind gehen.

„Papa, es ist so ruhig hier. Das ist schön!“, sagte Marc einmal morgens. Wir wohnen ja nicht gerade in einer Großstadt, aber es ist schon sehr erstaunlich, dass Kinder sehr wohl Unterschiede dieser Art wahrnehmen. Und es wohl auch genießen können, dass es um sie herum einmal richtig ruhig ist. Auch die Natur haben die Drei sehr intensiv wahrgenommen. Auch hier hat Marc einige Male betont, wie toll es ist, dass es diese Berge und Bergbäche gibt. Und dass die Landschaft überhaupt ganz toll ist. Aber auch die beiden Kleineren waren sehr wohl in der Lage ihre Begeisterung auszudrücken.

Wandern mit Kindern ist ja nicht immer ganz unproblematisch. Doch unsere Touren, zwischen 6 und 10 Kilometer lang, kamen sehr gut an. Selbst Nora hat bis auf ganz kurze Hänger alle Aufgaben mit Bravour gemeistert. Beim Laufen gibt es viel Zeit zum Reden. Und vor allem hier zeigte sich, dass die Kinder mal wieder einen Schub gemacht haben. Es ist die Art und Weise, wie sie auf die Welt schauen, die immer wieder beeindruckend ist und uns zeigt, dass die Kinder eine neue Entwicklungsdimension erreicht haben. Nicht nur einmal bin ich nach einem Dialog staunend und nachdenklich weiter gezogen und musste erstmal realisieren, was da gerade abgelaufen war.

Es sind also zwei Aspekte, auf die das Festmachen der Schritte zurückzuführen sind. Zum einen profitieren die Kinder von der Zeit mit uns – das bringt sie weiter. Zum anderen brauchen wir auch die Zeit, um diese Entwicklungsschritte feststellen zu können. Das geht leider im Alltag viel zu oft verloren. Ein kleiner Appell mag aus diesen Zeilen herauszulesen sein: Für uns Eltern ist es unendlich wertvoll, die Zeit im Urlaub mit unseren Kindern auch wirklich zu verbringen. Das Leben zu gestalten, gemeinsam, nicht nebeneinander her.

Die drei Wanderer unterwegs.

Die drei Wanderer unterwegs.

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In eigener Sache: Passionpapa sitzt ab morgen im Bundestag

Es war mal an der Zeit, etwas anderes zu machen. Meine engsten Freunde sind seit einiger Zeit informiert – meine Arbeitskollegen natürlich auch, einige haben mir abgeraten, aber ich habe mich zu dem Schritt entschlossen – und nun gibt es kein zurück: Plenarsaal, Arbeit im Parlament, Gespräche im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend oder die MdB-Diskussion im Deutschen Bundestag – all das wird für mich neu sein. Passionpapa-Autor Roland goes Bundestag. Auf Einladung des Bundestags-Abgeordneten Andreas Rimkus begebe ich mich auf eine so genannte „Tagung für politisch Interessierte“ und düse in die Hauptstadt Berlin.

Das Programm klingt staubtrocken. Und das war abzusehen. Warum ich das mache? Weil ich mir selbst ein Bild verschaffen möchte. Politiker gleich welcher Partei – so meine Meinung – denken und agieren in Legislaturperioden und Wählerstimmen. Ich habe in den vergangenen Tagen zahlreiche Fragen gesammelt – bei Freunden, in unserer Kita, bei Arbeitskollegen. Und ich verspreche mir von dieser Fahrt, in die ich vier Tage investiere, eines: Antworten.

Die Positionen des einladenden Politikers klingen vielversprechend. Rimkus von den Sozialdemokraten will mehr Kitas aufbauen, das Betreuungsgeld abschaffen und zwei Milliarden Euro an Steuergeldern in die Kinderbetreuung stecken. Allein in NRW sollen 16.000 neue Kitaplätze entstehen. Das kündigt er im Video an, das ich mir zu meiner Vorbereitung angeschaut habe:

Es gibt eine Diskussion mit dem Bundestagsmitglied – und da werde ich mal nachfragen, was er davon schon realisieren konnte. Außerdem interessieren mich weitere Dinge – zum Beispiel, warum das Essen in Kitas aus Großküchen kommt und nicht frisch gekocht wird. Oder warum Erzieher in einem so engen Tarifkorridor bezahlt werden. Oder wie die Politik die Zukunft der Kitas in pädagogischer Hinsicht fördern will. Natürlich das Verhältnis von Erziehern zu Kindern – insbesondere im U3-Bereich. Oder, oder, oder.

Und ich hoffe, dass ich einige Statements mitbringen kann. Das Programm ist stündlich getaktet. Ich habe keine Ahnung, ob ich Zeit zum Bloggen finden werde oder im Anschluss an die Reise eine Zusammenfassung schreibe, aber ich will es versuchen. Also: Wenn ihr noch Fragen habt, dann schreibt sie in die Kommentare, ich trage sie vor. In Diskussionsrunden oder beim Mittagessen, bei dem hoffentlich auch die Referenten am Start sind… Bis später! Off to Berlin.

Update: Tja, als Papa ist man halt zuerst Papa und dann kommen die anderen Dinge. Ich musste die Reise abbrechen, bevor sie richtig begonnen hatte. Nach einem schönen Abend und einem tollen Austausch mit anderen Papas ist heute vor Start des offiziellen Programms etwas dazwischengekommen. Und daher sitze ich schon wieder im ICE zurück nach Düsseldorf, während die Teilnehmer der Reisegruppe den Plenarsaal entern. Meine Fragen werde ich nicht stellen können, gehe aber davon aus, dass die anderen Eltern dies tun werden. Vielleicht gibt es irgendwann einen neuen Anlauf…

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