TagArbeiten

Normal wie normal, banal wie banal

Heute ist ein großer Tag für unsere Familie, dabei ist es eigentlich so banal wie banal etwas sein kein. Der ganz normale Alltag beginnt nämlich.

Meine Frau hat heute nach rund drei Jahren Pause ihren ersten Arbeitstag. Nora geht in den Kindergarten, Tom darf endlich in der Kita mittags essen (darauf wartet er schon drei Jahre), Marc geht wieder in die Schule und auch für mich gehen drei Jahre Ausnahmezustand zu Ende.

Jetzt bin ich nämlich wieder ungeschonter Teil des Familienlebens. Nachts konnte man sich manchmal rausnehmen. „Ich muss morgen arbeiten, ich kann jetzt nicht aufstehen.“ Das ist nur einer der Sätze, die der Vergangenheit angehören. Jetzt bin auch ich beispielsweisewieder dran, die Kinder in den Kindergarten zu begleiten. Das wirkt sich auf meine Arbeitszeiten aus.

Es ist die Zeit der Umstellungen, auf normal (also so normal wie normal sein kann).

Auf einige Dinge freue ich mich, vor anderen habe ich auch ein bisschen Angst. Das System Familie kommt in Bewegung. Und das wird sicher das eine oder Mal an dieser Stelle Thema werden.

Flattr this!

Tage mit Wert

Ich will weder Jammern, noch Mitleid noch Lob ernten. Aber ein Familie mit drei Kindern hat es schon in sich. Allein der Alltag kommt so dicht daher, dass der vollzeit-arbeitende Mann (in unserem Fall) immer nur staunen kann, wie die Frau (unbeschäftigt oder in Teilzeit) das System im Griff hat. Wer in einer solchen Familienkonstellation kein Organisationstalent hat, der muss sich Organisationsfähigkeiten aneignen. Sonst fliegt einem das System irgendwann um die Ohren.

Daher ist es immer wieder großartig, wenn sich der standardmäßige Geldverdiener gelegentlich einen ganz normalen Tag frei nimmt, um intensiv am Familienleben teil zu haben. Gestern war mal wieder ein solcher Tag voller Action, Staunen und Tatendrang.

Leider klappt es auch außerhalb der freien Tage nur selten die Kinder in Schule oder Kindergarten zu bringen. Gestern war dann für die i-Dötzchen (wie ABC-Schützen, Erstklässler im Rheinland) auch noch ein besonderer Tag. Es ging auf die Eberstädter Streuobstwiesen zum Apfelsaftkeltern. Ein offensichtlich großartiger Schulausflug, von dem alle begeistert zurückkamen. Im Gepäck ein halber Liter Apfelsaft aus eigenhändig gesammelten Äpfeln. Großer Stolz.

Zwischendrin war ich mit der fast 14 Monate alten Tochter beim Musikgarten. Singen, Tanzen und Bewegen mit fünf weiteren Müttern und einer sehr engagierten und gut ausgebildeten Leiterin. Nora war ein bisschen anhänglich. Gefallen hat ihr es sicher – ich will es mir einbilden -, diese Veranstaltung auch einmal mit dem Papa besucht zu haben.

Durch den Besuch eines Kindes aus der Nachbarschaft und die Mittagsruhe von Nora, verging der Nachmittag wie im Flug. Einen Großteil der Zeit verbrachte meine Frau mit dem Mittleren beim Kinderturnen.

Dann: fliegender Wechsel. Mama und Sohn kommen, Papa und Sohn gehen. Fußballtraining. Eine Meute kleiner Fußballerinnen und Fußballer wird von zwei bis drei Trainern gebändigt. Die Eltern zeigen sich mehr oder weniger engagiert – die einen beim Sport des Nachwuchses, die anderen beim Reden, Rauchen, Sekttrinken. Zugegeben, das eine oder andere Wundern findet an einem solchen Tag auch seinen Platz.

Dann geht es nach Hause. Der Geist ist frei. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man seine Lieben dann im Bettchen weiß. So sehen echte Tage mit Wert aus.

Flattr this!

Erwartungen

Nach einem echt kräftezehrenden und nervenaufreibenden Arbeitstag freue ich mich nun vor allem auf zwei Dinge. Auf die Wärme und das Geschrei unserer sechs Wochen alten Tochter und – quasi mittelfristig – auf das kommende Wochenende, das ich mit unserem großen Sohn in Hamburg verbringen werde – wenn nicht noch etwas dazwischenkommt.

Details zu Punkt 2: Es ist ganz wichtig für mich, die Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen. Hohe Erwartungen erhöhen den Druck auf Marc und schließlich auch auf mich. Man denkt als Erwachsener zu leicht, dass man sich in ein Kind hineindenken kann und damit genau weiß, zu welchen Leistungen es in der Lage ist und welche Bedürfnisse es hat. Die Konsequenz: Unglücklichsein auf allen Seiten. Es ist eine sehr große Portion Gelassenheit notwendig, um eine gemeinsame Aktivität wie diese zu einer Spaß-Veranstaltung werden zu lassen. Ich schreibe dies auch, um mir das ganze bewusst zu machen.

Details zu Punkt 1: Wenn ich mit meiner Familie beim Abendessen sitze und Nora wie üblich brüllt, kann es sein, dass ich mich nicht mehr an mein Worte von eben erinnern kann. Wie gut, dass ich es dann auf meinem eigenen Blog nachlesen kann. Übrigens: Babys schreien eben bevorzugt abends. Das ist erwiesen. Die Familie kommt zusammen. Die Reizdichte wird stärker. Und die Reize des gesamten Tages werden verarbeitet. Trotzdem freue ich mich darauf – jetzt, hier im Zug sitzend. Mal sehen, wie es später sein wird.

Flattr this!

© 2019 passionpapa

Theme by Anders NorenUp ↑