TagAusflugstipp

Ein kleines Miniaturwunderland im Odenwald

Vor etwa zwei Jahren waren Marc und ich in Hamburg. Höhepunkt war der Besuch des Miniaturwunderlandes. In diesem Jahr hat auch der Flughafen Knuffingen eröffnet. Vor zwei Jahren wurde schon heftig daran gebaut. Die Anlage ist der Wahnsinn. Es ist unglaublich beeindruckend, dass man so detailverliebt und geduldig sein kann, um so etwas zu schaffen. Von den handwerklichen Fähigkeiten ganz zu schweigen. Das ist wirklich ein Thema, das mir einigermaßen fremd ist.

Aus Modellbahnschau Odenwald

Vor einiger Zeit nun hat auch im Odenwald eine Modellbahnschau die Pforten geöffnet. Fürth im Odenwald liegt von uns aus gesehen in Schlagdistanz – ansonsten ist die Stadt nicht gerade ein Kleinod. Die Ferien haben wir für einen Ausflug genutzt, um uns die Anlage einmal anzusehen. Meine Erwartungen an die Modellbahnschau Odenwald waren nicht sehr hoch.

Aus Modellbahnschau Odenwald

Allerdings wurden sie deutlich übertroffen. Vier Anlagen sind in einer Halle im Gewerbegebiet aufgebaut. Die größte ist die Deutschland-Anlage von der Küste bis zu den Alpen. Auch diese Anlage hat dereinst der jetzige Chef-Modellbauer des Miniaturwunderlands, Gerhard Dauscher, gebaut. Ergänzt wird dieser größte Bereich der Anlage von einer US-, einer Schweiz- und einer Österreich (Dürnstein)-Anlage.

Auch hier sind die Details liebevoll gestaltet. So verstecken sich zwei Milkakühe in der Landschaft – und nicht nur dort, wo man sie erwartet. Besonders gut hat mir die Szene mit dem Drachensteigen gefallen. Wir haben uns mehrere Stunden dort aufgehalten. Und es wurde irgendwie nicht langweilig. Der Besuch der Schau ist absolut empfehlenswert. Marc war begeistert. Nicht zuletzt von der Wichtelsuche. Für die Großen gibt es auch ein anspruchsvolles Quiz,  das die Beobachtungsgabe schärft. In der Regel ist die Schau am Wochenenende geöffnet – in den Ferien auch während der Woche.

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Eine Burg, viele Tiere

Eigentlich wollten wir gar nicht nach Nordhessen, um dort einen etwas ausgedehnteren Ausflug zu machen. Mehr oder weniger ein Zufall hat uns ausgerechnet nach Bad Karlshafen verschlagen, den nördlichsten Punkt Hessens. Fast 300 Kilometer beträgt eine Strecke von daheim. Unterm Strich war die Aktion dann aber doch sehr gelungen.

Die Jugendherberge in Helmarshausen

Die Jugendherberge in Helmarshausen

An einem Tag wollten wir den Ritt hin und zurück dann doch nicht auf uns nehmen. Es wurde mal wieder Zeit, eine Jugendherberge zu bevölkern. In dem Bad Karlshafener Ortsteil Helmarshausen befindet sich eine Jugendherberge der dritten Kategorie. Sie verfügt über 200 Betten. Das Haus hat eine interessante Geschichte. Ursprünglich war es ein Sanatorium für Bergarbeiter. Die Anlage ist in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstanden. Im Zweiten Weltkrieg ist es zu einem Kinderkrankenhaus umgewandelt worden. In den 70er Jahren stand das Haus drei Jahre leer, bis der Jugenherbergsverband das Haus übernommen hat. Beim Komfort müssen sicher einige Abstriche gemacht werden.

Für die Kinder ist der Aufenthalt in einer Jugendherberge immer etwas Besonderes. Gerade Tom genießt es sehr, sich frei bewegen zu können und zu zeigen, dass er selbstständig ist. Deutlich wird das immer dann, wenn er stolz mit seinem Teller zum Büffet marschiert, um sich doch noch eine Kleinigkeit zu holen. Je mehr Kleinigkeiten, umso häufiger kann man selbstständig sein.

Die Nacht war nicht ganz optimal. Ein Großteil der Familie lag lange wach. Das mag auch mit dieser absoluten Stille zu tun haben. Auch die Lichtverschmutzung ist in dieser Region minimal. Dazu kommt, dass sich der zunehmende Mond schon recht bald vom Himmel verabschiedet hat. Noch nicht einmal irgendwelche Tiere waren in der Nacht zu hören – echt beeindruckend.

Am Nachmittag waren wir noch auf einem Bauernhof mit angeschlossenem Café und vielfältigen Spielmöglichkeiten bis hin zum Minigolf. Ein gefundenes Fressen für die Jungs.

Der Tierpark Sababurg mit Blick auf die Sababurg

Der Tierpark Sababurg mit Blick auf die Sababurg

Höhepunkt sollte aber der Besuch des Tierparks Sababurg werden. Dabei handelt es sich wahrhaft um ein traumhaftes, romantisches Plätzchen. Gerade an diesem Spätsommertag zeigte sich der Zauber auf besondere Art. Wir waren sehr früh am Start. Gegen 9.30 Uhr standen wir an der Kasse. Der Nebel hatte sich noch nicht ganz verzogen. Aber die Sonne setzte mit all ihrer Kraft alles dran, eine klare Luft zu schaffen. Die Tiere waren schon klar zu sehen. Märchenhaft hat sich im Dunst die trutzige Sababurg versteckt gehalten. Tatsächlich können die Kinder mit diesen Schönheiten der Welt nicht unmittelbar etwas anfangen.

Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass die Kinder nicht wirklich begeistert waren – das sollte sich später am Tag dann widerlegen. Nora war zufrieden. Ich musste sie etwa 80 % der Zeit auf meinen Schultern tragen. Der Tierpark gehört zu den größten seiner Art in Deutschland. Da gab es dann einige Kilometer zurückzulegen. Vor allem Tom hat damit dann doch so seine Schwierigkeiten gehabt. Wildschweine, Fischotter, Pinguine: 700 Tiere insgesamt befinden sich auf dem weitläufigen Areal. Wisente und Przewalski-Pferde haben ordentlich Auslauf. Es empfiehlt sich für 1,50 Euro am Eingang einen Bollerwagen mitzunehmen. Dann kann man wenigstens sein Gepäck und das eine oder andere Kind damit transportieren.

Einer der Hauptwege im Tierpark, er wird gesäumt von mächtigen, alten Eichen

Einer der Hauptwege im Tierpark, er wird gesäumt von mächtigen, alten Eichen

Rund drei Stunden waren wir in dem Tiergarten unterwegs. Das ist natürlich viel zu kurz. Es gibt einen Spielplatz, ein Museum und selbstverständlich auch einen Shop. Essen und Trinken kann man mitbringen, man kann sich aber auch vor Ort versorgen. Der Tierpark Sababurg ist eine klare Ausflugsempfehlung – da lohnt sich auch einmal eine längere Anreise.

Dass es den Kindern wohl doch sehr gut gefallen hat, zeigte sich dann am Abend, als Marc und Tom der Nachbarin erzählt haben, welche Tiere sie gesehen haben. Da wussten wir dann doch, dass wir vieles mit unserem Ausflug richtig gemacht haben.

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Über Stock und über Stein

Was kannst Du Deinem Kind zutrauen? Das ist eine Frage, die mich ständig bewegt. Dahinter steckt auch ein bisschen Furcht vor Überforderung und Überschätzung. Betroffen sind die geistige wie die körperliche Ebene.

Sehr körperlich ging es am Wochenende zu. Alle Kinder klettern gern. Wenige Minuten Fahrzeit von uns entfernt liegt wohl eines der genialsten natürlichen Kletterreviere für Kinder, das Felsenmeer.

Bisher waren eigentlich viel zu selten dort. Aber wir tendieren eben doch zu ziemlich großer Vorsicht. Und bisher war uns sogar Marc noch zu klein dafür. Der Ausflug gestern hat gezeigt: Spätestens jetzt ist er in einem optimalen Alter für das Herumkraxeln auf den Brocken, an denen einst die Römer ihre Steinhauerkunst verbessert haben.

Ab auf den nächsten Felsen. An der Kante geht es vier Meter in die Tiefe. Marc steh da oben, ganz selbstverständlich und ohne Furcht. Gewagte Sprünge von Stein zu Stein. Er genießt die Freiheit. Dann auch wieder ein Sprung auf den Waldboden, der Boden bebt. Er weiß meistens aber auch, wann es besser ist den Rückzug anzutreten. Keine Furcht, aber doch Respekt. Manchmal, denke ich, braucht er doch eine Hilfestellung, einen Tipp. Liege ich da richtig? Braucht er ihn wirklich?

Es ist sehr faszinierend das Treiben auf und in den Felsen zu beobachten. Auch Tom und Nora haben mitgewirkt. Nora natürlich meistens an der Hand. Aber auch Tom bewegte sich sehr geschickt auf den Granitbrocken. Er war aber dann doch stärker dadurch getrieben, was der Große vormachte. Und dann sie wieder da, die Ängste vor Über- und Fehleinschätzungen. Sie scheinen mir hier wieder berechtigter – aber ist das wirklich so.

Für mich war die Kletterpartie auch eine Herausforderung – meine Knie haben gehalten. Und der Erkenntnisgewinn ist auch riesig. Vertrauen und Zutrauen: Das sind ganz wichtige Elemente, um die Kinder zu stärken. Sie müssen Entscheidungen für sich treffen – auch, wenn sie noch ganz klein sind. Die richtige Dosis zu finden, ist nicht immer ganz leicht. Aber auf solchen Ausflügen lässt sich so etwas wunderbar üben.

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Einfache Spiele – wie damals

Ein Stein, ein Hölzchen, ein Ast: Vielmehr braucht es gar nicht, um Spaß beim Spiel zu haben. Das hat unser Ausflug in den bayrischen Teil des Odenwalds an die Ruine Burg Wildenberg (auch als Wildenburg bezeichnet) gezeigt.

 

Zahlreiche Angebote für die Besucher gab es an dem Aktionstag. Eines davon: Alte, möglicherweise tatsächlich mittelalterliche, Spiele, mit denen sich Kinder früher ihren Spaß bei Spiel holten – kooperativ oder im Wettbewerb. Eine Art Minigolf-Vorläufer fanden wir besonders interessant. Ein etwa zehn Zentimeter langes Stöckchen wird nach hinten überhängend auf einen flachen Stein gelegt. Mit einem Ast versucht der Spieler nun das Hölzchen am hinteren Ende zu treffen und es möglichst weit nach vorne weg zu schlagen. Wer am weitesten kommt, hat gewonnen. Einfache Idee, mit einfachen Mitteln umgesetzt – genial. Sackhüpfen und Bohnen schätzen war auch mit dabei.

Eigentlich braucht es nicht immer das moderne Hightech-Spielzeug. Beeindruckend ist immer wieder, dass das die Kinder das eigentlich genauso sehen. Unsere Aufgabe besteht auch darin, das zu erhalten. Die richtige Mischung aus Moderne und Tradition tut ihnen auch gut, denke ich.

Übrigens: Die Wildenburg im Dreiländereck von Hessen, Bayern (Marc: „Warum steht auf dem Krankenwagen ‚Bayrisches Rotes Kreuz‘, sonst heißt es doch immer ‚Deutsches Rotes Kreuz‘ 😉 ) und Baden-Württemberg ist einen Ausflug wert. Wer den Anmarsch in Grenzen halten möchte, der sollte in das kleine Dorf Preunschen (Ortsteil von Kirchzell) fahren und dort parken. Ansonsten gibt es unter anderem auch einen Wanderweg von Buch aus. Es handelt sich wirklich um sehr ländliches, dafür aber auch sehr ruhiges und entspanntes Gebiet. Die Anreise mit dem Auto ist nicht ganz unbeschwerlich (extrem viele Kurven auf engen Straßen) – aber es lohnt.

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Ein Tag in der Lochmühle

img_9119_bZu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bisher noch nie in dem Freizeitpark Lochmühle bei Wehrheim im Taunus gewesen bin – weder als Vater noch als Kind. Dabei habe ich kürzlich erfahren, dass meine Eltern mit meinen Neffen tatsächlich dort gewesen sind – lange nach meiner Kindheit (auf die Idee hätte also mein Vater auch schonmal früher kommen können).

Nun gut, nun haben wir mit unseren Nachbarn (ebenfalls drei Kinder) andlich einen ganzen Tag in der Lochmühle verbracht – und es war großartig. Zu spät haben wir daran gedacht, einen der zahlreichen Grillplätze zu buchen (es heißt, man sollte sich vier Wochen vorher darum kümmern). So haben wir uns eben mit einem Picknick auf der großen Spiel- und Liegewiese am hinteren Ende des Parks begnügt.

Die Lochmühle ist ein Freizeitpark der älteren Generation – die Fahrgeschäfte sind eher für kleinere Kinder gedacht und für Freizeitparkprofis wahrscheinlich eher unspektakulär. Am heftigsten geht es auf der Eichhörnchenbahn zu, gefolgt von der Wellenbahn und dem Bootkatapult. Die Eichhörnchenbahn ist eine Achterbahn, mit ordentlicher Steilkurve. Tom wollte unbedingt mit mir eine Runde drehen. Seine Begeisterung hat sich aber in Grenzen gehalten – war dann doch ein wenig zu spektakulär für ihn.

Während Marc mit den großen Mädchen der Nachbarn durch den Park zog, haben Tom und ich mehrere Runden Minigolf gespielt. Minigolf und Italien stehen für ihn in direktem Zusammenhang, nachdem wir im vergangenen Jahr auf dem Campingplatz einen völlig runtergekommenen und abgeranzten Minigolfplatz hatten – er hat ihn trotzdem geliebt. Manchmal fragt er, ob wir nicht wieder nach Italien fahren könnten – zum Minigolfspielen.

Nora hatte abseits aller Animationsangebote ihren Spaß mit den Großen – Kindern wie Erwachsenen. Die Ansprüche steigen bei den Kleinen zu Glück nur ganz langsam.

Der Freizeitpark Lochmühle ist ein echter Ausflugstipp für alle Leute aus Rhein-Main. Meiner Ansicht nach stimmt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Kinder größer als 90 und kleiner als 120 Zentimeter zahlen 10,50 Euro, kleinere Kinder kommen kostenlos herein. Ab 120 Zentimetern werden 12 Euro fällig (Stand Sommer 2011). Alle Attraktionen – außer dem Ponyreiten – sind inklusive.

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Ein Tag in Heidelberg

Die freien Tage nach Ostern waren für mich echte Familien-Qualitätszeit. Wir haben die Tage mit einer Mischung aus Spielen im Garten, Eisessen und Ausflügen gefüllt.

Höhepunkt war mit Sicherheit unser Ausflug nach Heidelberg. In der Vergangenheit waren wir schön häufiger im Heidelberger Tiergarten. Der Zoo im Neuenheimer Feld, nahe beim Neckar, ist ein sehr schönes Ausflugsziel. Ganz wichtig: Die Robbenfütterung darf man auf keinen Fall verpassen. Aber Heidelberg hat nicht nur Erwachsenen noch viel mehr zu bieten.

Hauptziel war dieses Mal der Freizeitpark Märchenparadies auf dem Königstuhl. Normalerweise sind wir nicht die wahren Freizeitparktypen. Meistens sind wir zu knausrig, um die Vergnügungen zu finanzieren. In dem Märchenpark ist allerdings die Mischung so gelungen, dass man auch bereit ist, die eine oder andere Wertmünze (im Gegenwert von 50 Cent) in die Automaten zu werfen. Die Märchenhäuser sind nett gestaltet. Die Auswahl der Märchen ist gut, die Dauer der Erzählung an den einzelnen Stationen ist auch genau richtig. Wir haben auf jeden Fall Lust bekommen, uns intensiver mit Märchen auseinanderzusetzen – sie standen bei uns bisher auf der Agenda nicht ganz oben.

Es gibt einige kleinere Fahrmöglichkeiten. Der Spielplatz ist sehr schön, vor allem auch die große Hüpfmatte. Es gibt auch ein Kletterhaus, wie man es von Indoor-Spielplätzen kennt. Ansonsten können die Kinder Boote in einem kleinen Bassin fernsteuern oder mit Wasserkanonen Bälle durch ein Labyrinth treiben. Ausreichend Sitzgelegenheiten zum Picknicken gibt es auch. Die Eintrittspreise sind moderat. Kinder zwischen 2 und 12 Jahren zahlen 3 Euro, Erwachsene 2 Euro. Während der Schulferien in Baden-Württemberg ist jeweils ein Euro mehr fällig.

Parkmöglichkeiten sind im Prinzip ausreichend vorhanden – und das Parken ist kostenlos. Daher haben wir uns auch dazu entschlossen, das Auto auf dem Königstuhl stehen zu lassen und mit der genialen Bergbahn runter- und wieder raufzufahren. Wir haben für das Familienticket 22 Euro gezahlt (Tal- und Bergfahrt). Kinder unter 6 Jahren zahlen noch nichts. Der Ausblick während der Fahrt ist großartig.

Das Schloss haben wir diesmal ausgespart. Wir sind durch die wunderbare Altstadt von Heidelberg geschlendert und haben in der öffentlichen Mensa der Uni im alten Marstall gegessen. Das ist gerade mit Kindern eine sehr empfehlenswerte Adresse. Zum Abschluss gab es natürlich noch ein Eis für alle.

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