TagBarfußpfad

Dunkle Töne sehen

Eine kleine Geschichte über Eintrittspreise und das Thema Freiwilligkeit vorneweg. Wir waren jetzt zum ersten Mal beim und im Schloss Freudenberg in Wiesbaden. Wer die Erfahrungswelt in der Villa ansehen möchte muss Eintritt bezahlen. Erwachsene können wählen, ob sie 9 oder 10 Euro bezahlen möchten, je nach Wertschätzung. Bislang wussten wir nur, dass es dort sehr interessant sein soll. Dennoch haben wir den höheren Preis bezahlt. Das machen sicher die meisten Besucher. Wahrscheinlich ist das Hauptmotiv, nicht als Knauserer dastehen zu wollen. Wer aber um die Qualität des Mitmachmuseums weiß, wird sicher gern den höheren Betrag zahlen. So gut funktioniert das wohl aber nur, weil der Unterschied der Preise so gering ist. Aber das Prinzip, das die Macher hier anwenden, finde ich gut.

Also: Unser erster Besuch im Schloss Freudenberg. Nähert man sich vom Parkplatz im Süden des Schlossgartens, merkt man gleich, dass man es mit einer wilden Gegen zu tun hat. Der Verein für alternatives Leben hat direkt am Parkplatz sein Gelände. Wenn es noch wilder wäre, dann wäre es eine Wagenburg. Gleich daneben gibt es einen Jugendzeltplatz. Ein Plan weist den weg durchs Unterholz in den „Park“. Auch dort ist alles sehr wild. Von weitem sieht man den Spielplatz mit der außergewöhnlichen Riesen-Doppel-Schaukel. Ein Ensemble von zahllosen ineinander verbissenen Baumstämmen lockt die Kletterer an. Auch im Garten gibt es viele Stationen, um seine Sinne bewusst wahr zu nehmen (Barfußpfad und ähnliches).

Die Höhepunkte befinden sich jedoch in dem Schloss. Die Wasserschale mit den zwei Griffen, die durch Handflächenreibung in Schwingungen versetzt werden kann, bis das Wasser spritzt wirken natürlich schon wie ein Magnet auf die Kinder. Dann gibt es ein bisschen Physik (Impulserhaltung) und optische Phänomene mit drehenden Scheiben. Akustische Erlebnisse hält das Obergeschoss und vor allem der Keller bereit.

Mein persönliches Highlight – völlig falsches Wort in diesem Zusammenhang – ist die Dunkelbar. Da kann man einmal ausprobieren wie es ist, wenn man gar nichts sieht. In der Bar kann man etwas trinken oder eine Waffel essen. Bezahlen im Dunklen ist gar nicht so leicht. Der Barrista selbst ist fast blind – und hilft, das Blindsein zu erklären. Sehr spannend. Er sagt, dass die Euro-Scheine nicht – wie eigentlich gedacht – ertastet werden können. Es gibt eine Art Schablone, mit der die Scheine zur Identifizierung ausgemessen werden. Ich hatte beim Sitzen auf dem Hocker zwei Bedürfnisse: Ich wollte kommunizieren, also sprechen und andere reden hören, und mir eine Vorstellung von dem Raum machen. Auch sehr spannend.

Während ich also in der Dunkelbar einen Bananensaft getrunken habe, saß der Rest der Familie bei einer Klang-Präsentation. Das hat sogar den kleinen Tom in den Bann gezogen.

Fazit: Das Schloss Freudenberg ist rundum empfehlenswert – für Groß und Klein.

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Spielfest

Das Wetter hat gehalten – und wir hatten viel Spaß beim Spiel- und Sportfest im Herrengarten in Darmstadt. Für die Kinder waren vor allem die kindgerechten Stationen interessant – natürlich. Der Turnparcours kam bei beiden gut an. Sehr erstaunt haben mich Marcs Fähigkeiten bezüglich Körperbeherrschung beim Kinder-Mitmach-Zirkus Hallöchen.

Erstaunlicherweise hatte Tom keine Lust, eine Runde in einer Mülltonne zu drehen. Dafür hat er ordentlich – ebenso wie Marc – beim Baseball gegen den Ball gehauen. An der Fußball-Station war leider kein Fußball frei. Das Werfen überdimensionaler Frisbee-Scheiben war dafür ein großer Spaß – aber auch ein bisschen anstrengend.

Nach einer kurzen Pause in einem Feuerwehrauto ging es an der Wasserrutsche vorbei – wo sich zig nackerte Kinder tummelten. Die Rollenrutsche ist eine der Attraktionen, entsprechend war Schlangestehen angesagt. Daneben gab es eine Station, wo Kinder ihren Eltern nasse Schwämme auf die Nase werfen durften. Irgendwie habe ich mir schon gedacht, dass der Marc nicht trifft. So war es dann auch. Aber andere Kinder hatten keine Scheu, fremden Papas den Schwamm entgegenzuschleudern – so kam es denn zu einem Streifschuss.

Am längsten haben wir uns dann abschließend noch im Sinnesgarten mit Barfußpfad aufgehalten. Das war dann noch einmal ganz nett – aber dann war es auch genug. Tom hat sofort im Auto den Schlaf des Gerechten geschlafen.

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