TagBücher

Buchmesse mit Experte

Buchmesse Logo 2016Die Buchmesse ist in der Stadt – und ich freue mich sehr, dass ich in diesem Jahr wieder mit dabei sein kann.

Da ich mich ja nicht zuletzt der Familie wegen mit Kinder- und Jugendliteratur beschäftige – und diese zum Teil ganz neu oder auch neu wieder für mich entdecke -, habe ich gedacht, es ist eine gute Idee, mit einem Experten die Buchmesse zu besuchen. Mit unserem großen Sohn Marc.

Die Verlage sollten ein großes Interesse daran haben, dass junge Menschen mit Hang zum Lesen in ihrer Leidenschaft bestärkt werden. Außerdem ist es doch toll, wenn junge Leute selbst beispielsweise in einem Blog Lesetipps geben können. So richtig angekommen ist das bei der Messe Frankfurt wohl aber nicht.

Auf Nachfrage hieß es, dass es eigentlich nicht erwünscht ist, dass Kinder an den Fachtagen auf der Messe sind, da an diesen Tagen Fachgespräche im Mittelpunkt stehen sollen. Das können selbstverständlich nur erwachsene Buchhändler, Verlagsvertreter, Journalisten und Blogger (sowie deren weibliche Vertreterinnen). Dass aber ein junger Mann, der gerne liest, sehr wohl weiß, was die anderen jungen Menschen mögen könnten, ein Fachmann ist, hat sich noch nicht herumgesprochen.

Schließlich ist es aber so, dass man Kinder, wenn es denn gar nicht anderes geht, auch an einem Fachtag mitbringen darf. Unter uns: Es ist bei Weitem nicht so, dass es an Fachtagen nur sachlich und fachlich zugeht. Und das ist ehrlich gesagt auch gut so. Und schließlich gibt es massig Bücher zum Schmökern und Kennenlernen. Viele Kinder und Jugendliche lieben Bücher. Und so störend sie doch gar nicht.

Kurzum: Ich kaufe ihm ein Ticket, nehme ihn mit und führe viele Fachgespräche mit ihm und den anwesenden Fachleuten.

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Absprachen – und ihre Folgen

Es ist viele, viele Jahre her, dass ich „Der kleine Hobbit“ von Tolkien gelesen habe. Ensprechend steht das Buch, dtv Junior, 1974, bei uns im Bücherregal. Marc hat das Buch bereits vor zwei Jahren gelesen. Auch der erste Band vom „Herr der Ringe“ ist irgendwo aufgetaucht (warum eigentlich nur ein Band?). Es ist lange her, dass ich mich an diesem Werke versucht habe. Damals ist es so gar nicht an mich gegangen. Ich habe angefangen es zu lesen – und ziemlich bald wieder aufgehört.

Selbstverständlich hat Marc Interesse an „Der Herr der Ringe“ entwickelt. Das war meine Chance. Wir haben eine Absprache getroffen. „Marc, lass uns das Buch gemeinsam lesen. Dann können wir uns immer darüber austauschen.“ Gesagt, getan. Zum Auftakt und warm werden haben wir es nchmal mit dem Hobbit probiert. Und da hat es sogar bei mir recht gut geklappt. Doch beim „Herr der Ringe“ hat Marc schnell Fahrt aufgenommen. Mir ist der Einstieg schwer gefallen. Er hat mich aber auch zu einer schwierigen Zeit erwischt. Mein Teilzeit-Fernstudium hat mich ehrlich gesagt ein wenig gebunden. Es war mehr Pauken als Lesen zur Unterhaltung angesagt. Schnell ist er weggezogen. Und immer wieder kam die Frage: „Hast du endlich weiter gelesen?“

Der erste Band, da liegt er und wartet aufs Lesen.

Der erste Band, da liegt er und wartet aufs Lesen.

Später kamen auch Tipps hinzu – sehr praktische eigentlich. „Anstelle fernsehen könntest du besser mal lesen.“ Stimmt, ertappt. Peinlich.

Eigentlich super, dass er darauf besteht und mir auch Druck macht. Mittlerweile bin ich tiefer eingestiegen. Einholen werde ich ihn wohl nicht mehr. Aber ein wenig den Vorsprung verringern – das werde ich ja wohl schaffen. Marc ist mittlerweile im zweiten Band, auf Seite 200. Ich habe 150 Seiten im ersten Band geschafft. Das werde ich ihm heute gleich ganz stolz erzählen. Vielleicht hole ich mir dafür ein paar ermutigende Worte ab. Das wäre schön.

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Bücherliebe

Nora ist jetzt 16 Monate alt, und sie liebt Bücher. Sie kann natürlich nicht lesen, und auch das Zuhören funktioniert noch nicht so gut. In Bilderbüchern blättern geht schon ganz gut. Allerdings passiert das in einer Geschwindigkeit, in der die Aufnahme der Inhalte schier unmöglich erscheint. Ein Interesse dafür hat sie allerdings, das lässt sich nicht absprechen.

Sehr gut gefällt es ihr auch, in Büchern mit Klappen zu schmökern und diese Klappen dann herauszureißen, womit das Geklappe für alle dann auch ein Ende hat. Zum Glück hat der kleine Beserker erst in einigen wenigen Büchern seine Spuren hinterlassen.

Ihre wahre Liebe zu gedruckten Werken offenbart sich, wenn sie vor dem Regal mit dem harten historischen Stoff steht. In schöner Regelmäßigkeit zerrt sie die Bücher von den Brettern. Die damit einhergehende Haufenbildung ist möglicherweise ihr eigentliches Ziel. Am stärksten ramponiert ist eine alte Auflage des dtv-Atlas zur Weltgeschichte. Längst hat sich der Umschlag vom Rest des Buches gelöst. Allerdings weiß ich gar nicht mehr genau, ob dafür das intensive Studium des Buches durch mich und meine Frau der Auslöser dafür war oder doch das Treiben des kleinsten Familienmitglieds.

Es ist schön, dass Nora Bücher so gern hat, wenn ich auch diese Art der Liebe zum Buch nicht ganz teile. Immer und immer wieder räume ich das Regal ein. Und das wird wohl noch ein paar Wochen so bleiben. Die Bücher aus der Kleinkindhöhe zu entfernen, ist auch keine Lösung. Der Umgang mit dem Buch ist am Anfang eben etwas ruppig. Aber nur wer den Kontakt zum Buch hat, kann es auch irgendwann so verwenden, wie es eigentlich gedacht ist. Und das kommt, das ist sicher. So sicher wie die Neuauflage des dtv-Atlas zur Weltgeschichte.

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