TagDarmstadt

Heinerfest 1

Mit Volksfesten ist das so eine Sache. Oftmals geht es da ja ziemlich unterirdisch zu. Es gibt aber auch Gegenbeispiele wie das Heinerfest in Darmstadt. Da gibt es natürlich Fahrgeschäfte und Buden aller Art. Aber es gibt eben auch wahnsinnig viel Rahmenprogramm mit viel Live-Musik auf unterschiedlichen Bühnen.

Im Carree hat wieder einmal meine Lieblingsband (B-Sides, nur zur Erinnerung) gespielt. Abgesehen davon, dass ich mich mit einer Ex-Kollegin verabredet hatte, die ich lange nicht mehr gesehen habe, habe ich auch noch zwei andere alte Bekannte wieder getroffen. Das war sehr nett. Und auch dafür ist das Heinerfest gut. Wer jemals mit Darmstadt verbunden war, trifft dort mit Sicherheit Bekannte aus früheren Lebensabschnitten.

Ein Rundgang durch die Stadt darf also nicht fehlen – zudem informiert man sich so über die neuesten Trends bei den Fahrgeschäften. Nach einem abendlichen Besuch steht in den nächsten Tagen nun auch noch ein Besuch am Nachmittag mit den Kindern an.

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Darmstadt ist nicht Malmö

Es gibt da ein weitgehend unbekanntes Städtenetzwerk namens Cities for Children. Bei der dritten Jahreskonferenz der 2007 gegründeten Organisation gab es ein Premiere: Erstmals wurde european Award of Excellence Cities for Children verliehen. Ausgezeichnet werden europäische Städte ab 100000 Einwohnern für ihre innovativen Projekte für Kinderfreundlichkeit.

Gleich bei der Premiere hat jene Stadt, in der ich groß geworden bin, einen Preis in der Kategorie „Freiraumgestaltung und Spielflächen“ erhalten. Darmstadt hat einige Problemzonen, eine davon ist der Stadtteil Kranichstein. Diese Trabantenstadt ist seit jeher ein sozialer Brennpunkt. Jetzt hat man gehandelt und versucht das Viertel nicht zuletzt für Kinder lebenswerter zu machen. Der grüne Sozialdezernent Jochen Partsch ist nach Stuttgart gereist, um die Urkunde im Empfang zu nehmen. Das Stadterneuerungsprojekt, an dem Kinder und jugendliche direkt beteiligt waren, habe Vorbildcharakter für andere europäische Städte, heißt es in der Begründung.

In derselben Kategorie wurde auch die schwedische Stadt Malmö ausgezeichnet. Mit dem Projekt „Stapelbäddsparken“ sei die Stadt beispielhaft auf die Wünsche der Jugendlichen nach einem Ort für Extremsportarten (Skateboarden (!), Klettern) eingegangen. Zum zweiten habe man jungen Bürgern wertvolles Bauland in zentraler Lage zu Verfügung gestellt. Klingt nach einem sehr anderen Projekt im Vergleich zu Darmstadt.

In der Kategorie „Mobilität und Verkehrssicherheit“ wurden München und Liverpool geehrt. Insgesamt hatten sich 68 Städte aus 20 Ländern für die Preise beworben. Ich denke, dieses Netzwerk macht Sinn – und, wenn sich die Städte im Zusammenhang mit dem Award Gedanken über den Umgang mit Kindern machen, ist da auch zu begrüßen. Für Darmstadt ist die Auszeichnung sicher ein Image-Gewinn. Wenn es politisch dort auch nicht immer so besonders läuft.

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Spielfest

Das Wetter hat gehalten – und wir hatten viel Spaß beim Spiel- und Sportfest im Herrengarten in Darmstadt. Für die Kinder waren vor allem die kindgerechten Stationen interessant – natürlich. Der Turnparcours kam bei beiden gut an. Sehr erstaunt haben mich Marcs Fähigkeiten bezüglich Körperbeherrschung beim Kinder-Mitmach-Zirkus Hallöchen.

Erstaunlicherweise hatte Tom keine Lust, eine Runde in einer Mülltonne zu drehen. Dafür hat er ordentlich – ebenso wie Marc – beim Baseball gegen den Ball gehauen. An der Fußball-Station war leider kein Fußball frei. Das Werfen überdimensionaler Frisbee-Scheiben war dafür ein großer Spaß – aber auch ein bisschen anstrengend.

Nach einer kurzen Pause in einem Feuerwehrauto ging es an der Wasserrutsche vorbei – wo sich zig nackerte Kinder tummelten. Die Rollenrutsche ist eine der Attraktionen, entsprechend war Schlangestehen angesagt. Daneben gab es eine Station, wo Kinder ihren Eltern nasse Schwämme auf die Nase werfen durften. Irgendwie habe ich mir schon gedacht, dass der Marc nicht trifft. So war es dann auch. Aber andere Kinder hatten keine Scheu, fremden Papas den Schwamm entgegenzuschleudern – so kam es denn zu einem Streifschuss.

Am längsten haben wir uns dann abschließend noch im Sinnesgarten mit Barfußpfad aufgehalten. Das war dann noch einmal ganz nett – aber dann war es auch genug. Tom hat sofort im Auto den Schlaf des Gerechten geschlafen.

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Reise in die Vergangenheit

Das war ein schwülwarmer und drückender Tag. Trotzdem sind wir tapfer zum Einkaufen nach Bensheim aufgebrochen. Das hat auch ganz gut geklappt. Seit langem haben wir wieder einmal frisches Gemüse auf dem Markt besorgt. Marc hat sich vor allem von einer orangen Paprika angesprochen gefühlt.

Tom war zu früh wach – entsprechend hat es ihn bei der Rückfahrt im Auto dahingerafft. So wurde der Mittagsschlaf vor das Mittagessen verlegt. Dann gab es eine Risotto mit Pilzen und Karotten von Papa. Alle haben ordetlich zugelangt.

Danach sollte für mich ein Trip in die Vergangenheit beginnen. Ich bin in einem sozialen Brennpunkt in Darmstadt groß geworden (Süd 3). Dort hat das örtliche Jugendzentrum einen Tag für die Kinder und Jugendlichen unter dem Motto „Sommer im Süden“ veranstaltet. Ein Programmpunkt: Die Stromer, eine Theatertruppe aus Darmstadt, sollten das Stück „Überraschung für Victorius“ aufführen, und zwar Open Air. Da ich mich in der Gegend ja noch gut auskenne, sind wir auch dort gelandet, wo das Ganze eigentich steigen sollte. Wegen des ungewissen Wetters wurde das Stück allerdings in der evangelische Gemeindezentrum verlagt, so dass wir das gesamte Gebiet, in dem ich mich als Kind bewegt hatte einmal durchqueren mussten. Das war irgendwie aufregend aber auch komisch. Viele Bilder von damals sind in mit hochgekommen. Einiges hat sich verändert. Aber im Grundsatz ist dort alles genau so wie vor 30 Jahren  – inklusive der versoffenen Typen, die schon am Nachmittag total zugerußt duch die Gegend wanken.

Das Stück war dann auf jeden Fall sehr lustig. Für den Marc war es sehr okay. Tom ist noch zu klein, hat aber trotzdem sehr gut durchgehalten.

Am Abend wollten wir dann noch die Fête da la Musique im Platanenhain in Darmstadt besuchen. Leider ist diese Vorhaben ins Wasser gefallen. Wir waren kurz vor dem Ziel als der Regen losbrach. Morgen geht es dann aufs Spiel- und Sportfest in den Herrengarten – hoffentlich spielt das Wetter dann mit. Ich werde davon berichten.

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Hessentag

Nennt mich Spießer, nennt mich Prol: Ich war heute mit den Jungs am Hessentag in Langenselbold. Das war wirklich sehr schön. Höhepunkt war das Theater im Kinderland. Das Theater Phantasiothek hat „Der Drachenvulkan“ gespielt. Sehr schönes, mysteriöses und dennoch extrem kindertaugliches Stück. Ein echtes Mitmach-Theater.

Sehr gut ist auch angekommen, dass ein Hubschrauber der Bundespolizei vor Ort war. Wir waren zur rechten Zeit da, um einmal in den Helikopter zu steigen. Eine nette Polizistin hat sogar den Tom mit reingenommen und beide Jungs angeschnallt. Für Marc war sogar der Helm drin. Wenn die Bundespolizei einen Helikopter ausstellt, dann ist ein Motorrad allemal vor Ort. Auch da drauf durfte Marc einmal steigen.

Buntes Popcorn, Donuts mit Liebesperlen und die Fahrt auf einem Kinderkarussell standen auch noch auf dem Programm. Da es einigermaßen kühl war, war das Fest noch nicht so sehr überlaufen. Das war sehr gut. So konnten beide Jungs auf einer Rollenrutsche fahren, ohne lang anstehen zu müssen. Den Luftballon für den Luftballon-Wettbewerb wollte der Tom zuerst nicht so recht loslassen. Aber drei junge Punks mit Iro haben ihm den Kniff verraten. Als der Ballon dann abhob, war Tom fast so überrascht wie von dem Auftreten der ungewöhnlichen Jungs.

Überhaupt war das ein runder Tag. Die Nacht war lang und seit Ewigkeiten waren wir wieder einmal frühstücken. Wir waren im Cafe Bellevue in Darmstadt – aus alter Verbundenheit. Mit Kindern kann man da ganz gut hingehen. Allerdings ist es etwas eng. Die Tische sind klein. Es gibt aber einen Kindersitz, ein paar Bücher in einer Kiste und netten Service. Damit ist es dann schon ganz gut. Wer Lust hat, kann hier in den Kommentaren posten, in welchen Kaffeehäusern – wo auch immer –  Kinder gern gesehen sind, bzw. die Infrastruktur stimmt, um dort mit Kindern aufzuschlagen. Ein Mann hat sich heute übrigens einen Tisch weiter weg gesetzt, als wir uns niedergelassen haben. Er wollte wohl in Ruhe Zeitung lesen, oder sich wichtige Gedanken machen.

Highlight für den Marc war in jedem Fall das Mitmach-Theater. Da müssen wir dann wohl wieder einmal hingehen.

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Zu viel Jungvolk

Ich habe es tatsächlich geschafft, zweimal auf das Schlossgrabenfest nach Darmstadt zu gehen – einmal alleine und einmal mit Familie. Ich hatte ja berichtet, dass es lange Zeit nicht danach ausgesehen hat, dass ich das schaffen sollte.

Hüsse von den B-Sides.

Gestern war ich ein Spät-Ausgeher. Gegen 22 Uhr habe ich das Haus verlassen. In der Stadt war ich schnell. Aber parkplatzmäßig sah es natürlich ganz übel aus. Der Fußweg war entsprechend lang. Als ich dann in Richtung Fest kam, begegneten mir schon deutlich zuviele Kinder. Und um die Bühnen herum war es deutlich zu voll. Einige Nadelöhre gibt es zudem auch immer. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das Event vielleicht doch langsam aus dem Ruder läuft.

Peter von den B-Sides.

Eine Sache könnte Abhilfe schaffen: Unter-18-jährige sollten ab 22 Uhr verbannt und nach Hause geschickt werden. Dann wär die Hälfte der Menschen weg, und die Atmosphäre wäre bei weitem nicht mehr so gereizt und angespannt. Vor allem die Jungs mit Fläumchen im Gesicht und Muscle-Shirt machen extrem auf dicke Hose und denken, dass Körperkontakt in einem einzigen Geschiebe schon als Angriff auf Leib und Leben gedeutet werden muss. Das nervt.

Die B-Sides auf dem Schlossgrabenfest in Darmstadt.

Diese ganzen negativen Gedanken bei Seite geschoben,  stand ich dann kurz nach 23.30 Uhr an der Bühne, auf der die B-Sides spielen sollten. Ich habe schon einmal erwähnt, dass ich quasi keine andere Lokal-Band bräuchte außer dieser. Klassiker der jüngeren Musik-Geschichte bekommt man von ihnen auf hohem Niveau präsentiert. Ich kann nur jedem, der eine außergewöhliche Feier plant, empfehlen, ein Engagement dieses Trios/Quartetts in Betracht zu ziehen.

Daniel (links) und Peter von den B-Sides.

Während ich wegen der fortgeschrittenen Zeit zunächst dachte, ich würde das Ende nicht erleben, kam es dann doch anders. Um 1 Uhr war Schluss. Die Anwohner haben sich bereits beschwert – und so konnte leider nicht mehr „Killing in the Name of“ von Rage against the Machine angestimmt werden. Sei’s drum: Es war insgesamt okay. Ich kämpfte mich an urinierendem Jungvolk durch die Müllberge rund um das Festivalgelände – und entwickelte Gedanken eines Moralisten und Spießers. Dazu stehe ich aber. Ich weiß einfach nicht, warum ein netter Abend so enden muss.

Peter – wie gewohnt – das Schlagzeug voll im Griff.

Nach ein bisschen twittern landete ich dann um 2 Uhr im Bett. Die Nacht war deutlich zu kurz.

Hüsse von den B-Sides.

Gestern waren auch noch sehr spät Leute mit Kindern auf dem Fest, die vielleicht drei oder vier Jahre alt waren. Davon halte ich ja nichts. Es ist dunkel, voll, laut – das kann für kleine Kinder keine Spaßveranstaltung sein. So sind wir heute kurz nach 18 Uhr aufgebrochen, um zu viert ein wenig Nosie Katzmann zu lauschen und den Tag so ausklingen zu lassen. Das war sehr in Ordnung.

Obwohl nun noch der Sonntag von Partystimmung in Darmstadt geprägt sein wird, werde ich frühestens im kommenden Jahr wieder vor Ort sein. Aber diese Zeiten neigen sich auch dem Ende zu. Ich kam mir gestern schon ziemlich alt vor. Vielleicht ist so ein Event doch nur etwas für 18- bis 40-Jährige.

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