TagDialog

Dusch-Episode am Morgen

Jeden Morgen das gleiche Bild. Mit großen Worten, in denen Angespanntheit und Wichtigtuerei mitschwingt, verschwindet Papa im fensterlosen Gäste-Bad, um sich dort unter die Dusche zu begeben. Er ist froh, wenn er sich auf die Haar- und Hautpflege konzentrieren kann.

Plötzlich geht die Tür auf. Tom kommt mit den Worten: „Entschuldige, dass ich Dich störe. Aber ich muss meine Hände waschen.“ Papa darauf: „Ich finde es großartig, dass Du so höflich bist und Dich entschuldigst.“ Er ist spürbar beeindruckt.

Schon schwingt die Tür zu und fällt ins Schloss. Und: Das Licht geht aus. Tom zieht ab und grinst. Das sieht Papa nicht – aber er weiß es.

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Abendlicher Dialog

Abends steigt bei den Kindern häufig die Bereitschaft zur intensiven Kommunikation untereinander. Manchmal zu unserem Leidwesen. Aber eigentlich ist ja ganz schön, wenn die Kinder sich im Bett liegend noch ein wenig austauschen. Da sind sie in der Regel unter sich. Die Erwachsenen geben keine Themen vor, stellen keine Forderungen und überhäufen einen nicht wieder mit Regeln und Vorgaben.

Neulich habe ich mich noch in der Nähe des Kinderzimmers aufgehalten, als die Kinder schon eine Weile im Bett lagen. Plötzlich schlich sich ein durchgängig im Flüsterton gehaltener Dialog durch die Stille. Gestern Abend erinnerte ich mich wieder daran und erzählte meiner Frau davon. Wir mussten Tränen lachen. Das Gespräch war einfach loriotesk.

Tom: „Marc, weißt Du was?“

Marc: „Was?“

Tom: „Marc, weißt Du was?“

Marc: „Was?“

Tom: „Marc, weißt Du was?“

Marc: „Was?“

Tom: „Marc, weißt Du was?“

Marc: „Was?“

Tom: „Marc, weißt Du was?“

Marc (sehr ungehalten, aber immer noch im Flüsterton): „Tom, ich mein‘ ‚Was?‘ und nicht ‚Was?‘!“

Erst danach flüsterte Tom, was er eigentlich wirklich sagen wollte. Der Inhalt ist mir entfallen. Für mich war der Weg das Ziel.

Von ein abend mit 79mm

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Dialog am Mittag

Marc spielt mit ein Freundin auf der Straße. Ich stehe dabei, gebe ein paar Kommentare ab und Nora schläft im Kinderwagen.
Marc: „Papa, warum gehst Du nicht rein?“
Papa: „Die Nora schläft gerade so schön ruhig. Sie soll noch ein bisschen die frische Luft genießen. Ich sage auch nichts mehr.“
Marc: „Das ist auch besser so.“

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Aldi-Dialog 1

Samstag ist natürlich immer großer Einkauf-Tag. Zu einer unmöglichen Zeit – gegen Mittag, es war die Hölle los – waren Marc und ich dann auch Schlangensteher in einem Aldi-Markt.

Als wie die Kasse passiert hatten, stellte sich Marc kurz vor das Display mit den Prospekten. Zielsicher griff er eines davon heraus und warf es, ohne es irgendwie weiter zu betrachten, in den Einkaufswagen. Wenige Sekunden später fragte er ganz ernst: „Du, Papa, warum sind die Zeitschriften hier immer so billig?“

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Postnataler Dialog

Marc: „War der Nabelschnur schon ab, als der Tom ein Jahr geworden ist?“

Papa: „Das Stück Nabelschnur fällt in den ersten zwei Wochen ab. Dann sieh das beim Baby genauso aus wie bei Euch. Ich hab dem Baby die Nabelschnur durchgeschnitten.“

Marc: „Hat dem Baby das weh getan?“

Papa: „Nein, das Baby merkt nichts. Den Mamas tut das sehr weh, wenn sie ein Baby bekommen.“

Marc: „Da bin ich aber wirklich ziemlich froh, dass ich kein Mädchen bin.“

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