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Buchmesse mit Experte

Buchmesse Logo 2016Die Buchmesse ist in der Stadt – und ich freue mich sehr, dass ich in diesem Jahr wieder mit dabei sein kann.

Da ich mich ja nicht zuletzt der Familie wegen mit Kinder- und Jugendliteratur beschäftige – und diese zum Teil ganz neu oder auch neu wieder für mich entdecke -, habe ich gedacht, es ist eine gute Idee, mit einem Experten die Buchmesse zu besuchen. Mit unserem großen Sohn Marc.

Die Verlage sollten ein großes Interesse daran haben, dass junge Menschen mit Hang zum Lesen in ihrer Leidenschaft bestärkt werden. Außerdem ist es doch toll, wenn junge Leute selbst beispielsweise in einem Blog Lesetipps geben können. So richtig angekommen ist das bei der Messe Frankfurt wohl aber nicht.

Auf Nachfrage hieß es, dass es eigentlich nicht erwünscht ist, dass Kinder an den Fachtagen auf der Messe sind, da an diesen Tagen Fachgespräche im Mittelpunkt stehen sollen. Das können selbstverständlich nur erwachsene Buchhändler, Verlagsvertreter, Journalisten und Blogger (sowie deren weibliche Vertreterinnen). Dass aber ein junger Mann, der gerne liest, sehr wohl weiß, was die anderen jungen Menschen mögen könnten, ein Fachmann ist, hat sich noch nicht herumgesprochen.

Schließlich ist es aber so, dass man Kinder, wenn es denn gar nicht anderes geht, auch an einem Fachtag mitbringen darf. Unter uns: Es ist bei Weitem nicht so, dass es an Fachtagen nur sachlich und fachlich zugeht. Und das ist ehrlich gesagt auch gut so. Und schließlich gibt es massig Bücher zum Schmökern und Kennenlernen. Viele Kinder und Jugendliche lieben Bücher. Und so störend sie doch gar nicht.

Kurzum: Ich kaufe ihm ein Ticket, nehme ihn mit und führe viele Fachgespräche mit ihm und den anwesenden Fachleuten.

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Dem Gigantosaurus ins Maul geschaut

Seit Anfang Juli hat das Frankfurter Senckenbergmuseum einen beachtlichen Ableger auf dem Güterplatz in Frankfurt. Dinosaurier, die ihren Ursprung im heutigen Argentinien haben, geben sich dort in der Ausstellung Gigasaurier die Ehre. Ganz besonders beeindruckend sind der Argentinosaurs mit 40 Meter Länge und der Gigantosaurus, der ob seiner Ausmaße in der Gruppe der Fleischfresser selbst dem Tyrannosaurus Rex den Rang abläuft.

Von Gigasaurier Frankfurt

Gemeinsam mit Marc und Tom haben wir uns die 22 Saurierarten, die in dem Zelt als Modell und in Skelettform präsentiert werden, angesehen. Tom ist mit seinen knapp vier Jahren noch etwas zu klein für die Schau der mächtigen Tiere. Für Marc (6) gibt es schon einiges zu entdecken und nachzuvollziehen.

Von Gigasaurier Frankfurt

Gestaltet ist die Ausstellung gewohnt professionell. Der begehbare Zeitstrahl stimmt gleich zu Beginn gut auf das Kommende ein. Er hilft, das Alter der Exponate einzuordnen. Das Licht trägt viel zu der insgesamt bedrohlichen Atmosphäre bei. Die Infotafeln sind aufgrund der Düsternis nicht ganz einfach zu entziffern. Stündlich wird im Hauptraum, in dem sich der Argentinosaurus und der Gigantosaurus befinden, eine Ton-Licht-Schau zelebriert, die ich persönlich etwas schwach fand. Tom hat nach einer Minute sehr wohl angemerkt, dass man ihm Angst mache. Zu einem wirklichen Problem hat sich das Ganze aber nicht entwickelt – auch nicht in Form von Albträumen in der darauffolgenden Nacht.

Von Gigasaurier Frankfurt

Ein Film zeigt, wie die Ausgrabungsarbeiten ablaufen und welche Bedeutung die Arbeit im Labor für die korrekte zeitliche Einordnung der Funde hat. Marc hat sich den FIlm angeschaut, Tom hat er nicht interessiert. Das Buddeln im Sand, um Dinsaurierknochen freizulegen, und das Puzzeln hat beiden einigermaßen Spaß gemacht.

Im Rückblick betonen beide, dass es ihnen gut bei den Dinos gefallen hat. Die Website der Ausstellung bietet noch einige Gelegenheit, um das Gesehene aufzuarbeiten. So kann man beispielsweise Ausmalbilder als PDF herunterladen. Der Eintritt zu Ausstellung kostet für Erwachsene 12 Euro, Kinder von 4 bis 14 Jahren zahlen 6 Euro. Es gibt zudem Familientickets und Kombitickets, wenn man auch noch das Senckenbergmuseum besuchen möchte. Günstig ist das Ganze insgesamt nicht. Die Giganten aus Argentinien sind noch bis zum 9. Januar am Güterplatz in Frankfurt zu sehen.

Von Gigasaurier Frankfurt

Fotografieren ist übrigens ausdrücklich erlaubt. Ich habe die Bilder für diesen Beitrag in bedrohliches Rot getunkt, nachdem ich die Fotos entsättigt und leicht nachbearbeitet habe.

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Fußgänger

In einer Großstadt wie Frankfurt fällt so etwas natürlich viel mehr auf als in einem Dorf wie Bickenbach. Allerdings ist in einer Großstadt auch viel gefährlicher. Es geht um das Überqueren von Straßen, obwohl Autos Vorfahrt und im Zweikampf mit den Fußgängern die besseren Karten haben.

Ein Ort für die Beobachtung von Lebensmüden ist die Straßenüberquerung am Bahnhofsvorplatz. Man kann es oft gar nicht glauben, dass es die Leute so eilig haben. Klar, einige von ihnen wollen einen Zug erwischen, der in Kürze losfährt. Das kann aber nur der verschwindend geringe Anteil von Menschen sein, die sich in lebensbedrohliche Situationen begeben.

Oftmal ist die Verkehrslage überschaubar, so dass auch nicht jeder, der bei Rot über Straße huscht, ernsthaft in Gefahr ist. 10% der Leute sind es aber sicher. Tatsache ist, das der Gewinn einer Lebensminute das Risiko des Lebensverlustes offenbar aufwiegt. Ich finde, dass es noch nicht einmal den Hinweis auf die Vorbildfunktion für Kinder bedarf. Es reicht doch schon, wenn man sein eigenes Leben schützt.

Richtig absurd wird es an dieser Stelle, da man auch den sicheren unterirdischen Weg wählen kann. Nun gut, auch da verliert man eine wichtige Minute seines Lebens. Aber einigermaßen ungefährlich ist der Umweg dennoch. Ich finde, dass das für die mobilen Menschen von heute eine gute Alternative darstellt. Sie müssen nicht stehen und warten – der Inbegriff der Sinnlosigkeit des irdischen Daseins. Sie dürfen unterwegs sein und das Gefühl haben, dass sie Teil der Dynamik der Zeit sind.

Manche von den Rastlosen ärgern sich dann wenige Minuten später, wenn der Zug später ankommt als vorgesehen. Dort manifestiert sich dann die Abhängigkeit von Umständen. Das Leben ist halt doch sinnlos – das ist die bittere Erkenntnis. Wer schon vorher wohlwollend mit seinem Leben umgeht, kommt um diese Erfahrung herum.

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Metallica 2 – Danke FAZ

Danke FAZ, danke. Die Kritik des Metallica-Konzerts als Aufmacher des Feuilletons – das zeugt von Größe.

Ich habe schon lange nicht mehr ein so unterhaltsames Stück in der FAZ gelesen. Ähnlich virtuos und erfreulich war seinerzeit die Rezension von „Death Magnetic“ am 13. September 2008. Angefangen bei der Überschrift, über den Textaufbau bis hin zum artistischen Jonglieren mit Worten passt da alles. Auch das Foto von James Hetfield ist gut gewählt. Der Anlauf der Unterzeile („Da freut sich der Papa“) trifft auch oft auf mich zu.

Ehrlich gesagt war ich bei der Lektüre aber auch etwas überrascht, dass quasi keine negativen Aspekte angesprochen wurden. Objektiv gesehen war es einfach zu laut. Auch die Setlist war im Vergleich zu anderen Konzerten der aktuellen Tour nicht optimal – das ist allerdings wieder total subjektiv. Dass ein Kenner den Text verfasst hat, zeigt die Einschätzung von Drummer Lars Ullrich, der tatsächlich eher eine Schwachstelle ist. Aber auch Kirk Hammett hat seine Gitarre manchmal über Gebühr gequält und sich dabei manchmal selbst überholt. Aber: Wer perfekte Musiker auf der Bühne sehen will, muss sich die Wiener Philharmoniker reinziehen.

Metallica ist ein Gesamtkunstwerk – das macht auch der Artikel in der FAZ deutlich. Und Metallica ist ein äußerst geschäftstüchtiges Unternehmen. Perfekte Websites und die Möglichkeit, jedes Konzert am nächsten Tag downloaden zu können, sind Zeugen dafür. Für 10 Dollar hat man das optimale Bootleg auf der Festplatte und kann sich seine ganz persönliche Doppel-Live-CD brennen. Da kein Set mit dem anderen identisch ist, muss man für seinen Lieblingssong, der an anderer Stelle performt wurde, nochmal die Kreditkarte zücken. Das ist aber völlig in Ordnung.

Ich habe jetzt Lust auf mehr – und werde im September dann wohl auf ein Dream Theater-Konzert pilgern. Das wird sicher auch laut – aber an Metallica reicht wohl gar nichts heran.

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