TagGarten

Zecken jagen

Eine gefangene Zecke

Die Zecke richtet keinen Schaden mehr an.

Ich bin jetzt 41 Jahre alt, in dieser Zeit haben sich meines Wissens allerhöchstens drei Zecken an meinem Blut bedient. Ich bin in einer Art Betonwüste groß geworden. Ich war wahrscheinlich nicht oft genug in Wald und Flur unterwegs damals?

Jetzt leben wir in einem kleinen Ort. Zudem leben wir hier in einem FSME-Risikogebiet. Daher richtet sich in dieser Jahreszeit unser Blick schon intensiv auf die Haut aller Familienmitglieder. Und man muss noch nicht einmal in Wäldern und auf Äckern herumstreifen, um sich ein solch kleines Biest einzufangen. Das haben uns die vergangenen Tage eindrucksvoll gezeigt.

Unsere kleine Nora (noch nicht einmal 3) hat sich innerhalb der vergangenen zehn Tage gleich zweimal eine Zecke eingefangen. Geholt hat sie sich diese in den Gärten der Nachbarn. Schon in früheren Jahren haben wir festgestellt, dass es nur einen Aufenthalt im Garten und dort in ungemähtem Rasen bedarf, um sich einen Blutsauger der unangenehmen Art einzufangen.

Der erste Zeckenbiss bei Nora am Oberarm ging etwas tiefer. Hier halten wir die Augen gut auf, um möglichst schnell festzustellen, ob es sich um einen Eingriff mit Nachwirkungen handelt. Wenn sich die Stelle rötet, dann geht es gleich zum Arzt, um abzuklären, was dann zu tun ist. Das Tier gestern hat nur ganz leicht in der Haut gesteckt. Es war mit der Zeckenpinzette gut zu entfernen.

Also mein Tipp: Auch im Garten kann die Gefahr lauern. Schaut Euch Eure Kinder genau an, wenn sie draußen unterwegs waren. Dieser kleine Aufwand lohnt sich – auch in Gebieten, die nicht Als FSME-Gebiet gelten. Auch Borreliose ist keine Krankheit wie ein Schnupfen.

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Der Hase wirkt

Wieder liegt ein Osterfest hinter uns – und erneut hat der Osterhase beste Dienste geleistet. Einige Tage vor Ostern hat Marc noch gesagt, dass er glaubt, dass es den Osterhasen gibt, weil die Eltern doch nicht so früh wach sind, um die Leckereien zu verstecken.

In diesem Glauben haben wir Ostern dann auch verbracht. Die Kinder haben am Samstag die Nester vorbereitet, die Karotten wurden verteilt (Wegzehrung für den Hasen). Und dann kam die Nacht, es war eine besondere Nacht – nicht nur, weil Ostern vor der Tür stand.

Ich will mich nicht in Details verlieren. Es gab bei den Kindern ein paar Unpässlichkeiten, die uns einige Stunde der Nachtruhe geraubt haben. Es war schon lange hell, bevor der Osterhase seinen Dienst tun konnte.

Marc und Tom waren natürlich früh wach, um schon mal in den Nestern nachzusehen – doch da war noch nichts. Die Enttäuschung war gar nicht besonders groß. Wir konnten noch erklären, dass es bestimmt noch etwas gibt.

Zwar konnten die Kinder den Garten im Auge behalten, allerdings hat unser Besuch sie geschickt abgelenkt, so dass die Sachen ausgebracht werden konnten – und die Freude über die Gaben des Osterhasen war groß.

Am Montagnachmittag waren wir im Odenwald ein bisschen spazieren, mit Picknick. Auch da hat der Osterhase am Wegesrand das eine oder andere liegen gelassen. Die Kinder waren hin und weg, die Motivation war hoch und selbst die Kleinste war begeistert. Der Hase wirkt noch immer. Und irgendwie ist dieses Spiel doch ganz nett.

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Arbeit für Kinder: Ein neuer Sandkasten muss her

Ein arbeitsreiches und durchwachsenes Wochenende liegt hinter mir. Am Samstag habe ich schätzungsweise zwei Tonnen Erde und Sand durch die Gegend gewuchtet – und die Arbeit ist längst noch nicht beendet.

Da sich in unserer Sandkiste regelmäßig mehr als nur unsere eigenen Kinder tummeln, haben wir das Projekt „Neuer und größerer Sandkasten“ ins Leben gerufen. Pünktlich zum Saisonstart gab es beim Bauhaus ein quadratisches Modell mit zwei Meter Seitenlänge (etwa 80 Euro). Genau so etwas haben wir gesucht.

Na ja, eigentlich war der Plan ein anderer. Ich wollte eigentlich selbst etwas kreieren. Sollte auch gar nicht nur quadratisch werden. Wie so oft wurde dieser Plan dann zu Gunsten einer pragmatischen Lösung verworfen.

Dass etwa gemacht werden musste, lag auf der Hand. Der alte Sandkasten ist zu klein, zeigt erste Auflösungserscheinungen und ragt außerdem in unseren innergärtischen Fußballplatz hinein. So kam es gelegentlich vor, dass man den einen oder anderen Auswärtskicker, der sich mit den hiesigen Verhältnissen nicht so gut auskennt, aus dem Sandhindernis fischen musste. Damit sollte es also auch ein Ende haben.

In einem ersten Schritt habe ich nun also den neuen aus Douglasienholz bestehenden Sandkasten unter tatkräftiger Mithilfe von Tom zusammengeschraubt. Es war alles gut dokumentiert. Die beigelegten Torx-Schrauben wirken hochwertig. Douglasie hat übrigens den Vorteil, dass sie nicht behandelt werden muss. Das erspart das Aufbringen irgendwelcher giftiger Substanzen auf das Spielgerät. Im Verlauf wird das Holz allerdings grau nachdunkeln, was aber für uns überhaupt kein Problem ist.

Nächster Schritt: Neuen Platz auswählen und Sandkasten anpassen bevor der erste echte Knochenjob des Tages folgt, das Auskoffern.

Ich neige dazu, den Aushub etwas über Gebühr zu gestalten. Bei unserem ersten Sandkasten haben wir eine Folie unter den Sand gelegt, um ein Durchwachsen der Pflanzen zu verhindern. Das war eklig. Das Wasser fließt nicht vernünftig ab. An der Folie entsteht ein Biotop, mit dem man einen halben Zoo füllen kann. Jetzt entferne ich lieber mehr Erde. Dann kommt auch nichts mehr durch und die Kinder können tiefer buddeln, ohne umgehend an Erde zu stoßen.

Nachdem also das Erdhäuflein erstellt war, habe ich den Kasten endgültig angepasst und etwa acht Zentimeter versenkt. Der Sand aus dem alten Kasten ist erneut mit tatkräftiger Unterstützung von Tom als Basis in die neue Kiste umgezogen. Hier wurde schon klar. Der große Sandkasten wird ein echter Sandschlucker. Die, sagen wir einmal, 150 Kilogramm Sand (umgerechnet vielleicht 120 Liter) haben nicht sehr viel bewirkt.

Also bin ich losgezogen und habe in zwei Etappen 600 Kilogramm Spielsand gekauft. 24 Säcke a 25 Kilo haben es echt in sich. Vor allem, wenn man sie mehrmals anpacken muss. Von der Palette auf den Wagen, vom Wagen ins Auto, vom Auto in den Sandkasten.

Um es kurz zu machen: Die Sandhöhe ist noch deutlich unzureichend. Am kommenden Wochenende versuche ich es mit weiteren 18 Säcken. Dann sollte das neue Spielgerät den Kindern zur Verfügung stehen. Den alten Sandkasten muss ich dann auch noch abmontieren. Erde ins Loch und Rasen drauf. Dann kann auch wieder unbeschwert gekickt werden. Für mich war der Samstag gelaufen – und der Sonntag auch irgendwie. Muskelkater ist aber nicht daraus geworden.

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Heinerfest 2

Irgendwie liegt hinter uns ein hartes Wochenende. Vieles davon ist der Hitze geschuldet und den körperlichen Gebrechen des mutmaßlichen Familienoberhaupts.

Letzteres hat mich nicht davon abgehalten, am Samstagmorgen Arbeitshandschuhe und Spaten zu greifen und der Robinie außerhalb unserer Grundstücks zu Stamme zu rücken. Vorher musste ich aber den an dieser Stelle entstandenen Urwald abholzen. Das ging noch besser als gedacht. Aber die Robinie hat es wirklich in sich. Auch die Umstände sind mehr als schwierig. Sie wurzelt in einem völlig verhärteten Gemisch aus Erde, Splitt und Granitkieseln. Unter diesen Voraussetzungen habe ich gerade einmal einen Anfang gemacht. Unser Nachbar hat freundlicherweise vorgeschlagen, es einmal mit Herausreißen (mit Hilfe einer Seilwinde) zu probieren. Ehrlich gesagt befürchte ich, dass wir damit auch unsere Gartenmauer vernichten würden. Also versuche ich es weiter mit Wurzel ausgraben.

Nach dem Essen war erstmal Siesta angesagt. Das haben wir dann auch ausgiebig umgesetzt. Danach wollte ich mit Marc und Tom aufs Heinerfest fahren. Überraschenderweise hat Marc verweigert. So bin ich mit Tom aufgebrochen. Und. Er hatte sichtlich Spaß. Wenn mein Bein nicht solche Probleme machen würde, dann wäre das auch für mich noch netter gewesen. So sind wir also einmal übers Gelände gezogen. Höhepunkte waren die Kinderkarussells, die fliegenden Frösche und der überdimensionale Gorilla vor der Geisterbahn. Dass Tom durchaus positiv beeindruckt war, dokumentierte er mit großer Redseligkeit nach dem Ausflug. Anhand meiner Übersetzung konnten Mama und Marc auch alles nachvollziehen.

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Zeckenalarm

Unsere Jungs sind gestern heftig durch Nachbars Garten gestreift. Er ist groß und auch ein bisschen wild. Am Abend dann – an Zecken haben wir eigentlich nicht gedacht – ging es dann in die Badewanne zum Abduschen. Und da hat sich doch tatsächlich eine Zecke auf dem Rücken von Tom herumgetrieben. Sie war noch unschlüssig – und das war Toms und unser Glück.

Runter mit ihr und ab ins Zeckennirwana. Ins Reich der Toten ohne Rückfahrkarte. Wir haben uns noch ein bisschen über Zecken und deren Unarten unterhalten. Wir waren nicht gerade panisch, aber etwas erregt – wahrscheinlich nicht genug.

Nachdem alle Kinder umgezogen waren, überraschte uns an diesem Tag mal wieder der Marc: „Darf ich an Fasching als Zecke gehen?“

Ich glaube wir müssen doch etwas schlechter über den Holzbock reden.

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Bordsteinarbeit

Ich bin eigentlich ein Naturfreund. Wenn die Natur mir allerdings zu nahe rückt, dann ist der Spaß vorbei. Legendär ist mein Verhältnis zu Insekten. Aus meiner Sicht gibt es aber Menschen, die auf die Anwesenheit von Wespen, Bienen und anderem stechenden und saugenden Getier noch panischer reagieren. Ich finde ja, dass man da durch die Kinder etwas entspannter wird. Schließlich will man sie ja auch nicht zu Angsthasen erziehen.

Vielleicht ist da aber doch etwas Genetisches dabei. Der Marc hat sích einen Satz angewöhnt, den ich nicht besser formulieren könnte. Wenn wir mal draußen essen und eine Hummel, Wespe, Biene oder auch nur eine nicht gleich identifizierbare Fliege in unsere Nähe kommt, setzt Marc ein ernstes Gesicht auf und sagt: „Kommt, wir essen drinnen weiter.“

Sehr lustig ist es auch, wenn eine Amsel mit Nestbaumaterial oder einem Wurm im Schnabel durch unseren Garten hüpft. Nicht ganz so beschwingt sieht es dann aus, wenn Tom jammernd und winselnd sowie mit dem Finger auf das Tier zeigend durch die Gegend springt. Ich versuche es dann mit dem Spruch, dass die Amsel mehr Angst vor ihm hat als anders herum. In der entscheidenden Gehirnzelle ist dieser Einwurf noch nicht bei ihm angekommen.

Auch Pflanzen nötigen mir Respekt ab. Vor allem wenn ihre Anwesenheit mit Arbeit verbunden ist. Am Wochenende war ich als eine Art männliche Bordsteinschwalbe unterwegs. Zuerst bin ich dem wucherden Efeu zu Ast und Blatt gerückt. Ich komme mir dann immer vor wie ein Naturfrisör, wenn ich mit einer Pflanzenschere bewaffnet zigmal hin und her gehe, um die störenden Ableger abzuscheiden.

Diesmal wurde mein Aufenthalt am Bürgersteig vom wuchernden Unkraut, auf das der abgeschnittene Efeu den Blick freigegeben hat, verlängert. Wie sagte eine mich für meinen Einsatz bewundernde etwas betagtere Passantin: „Wenn man nicht aufpasst, wird man zugewuchert.“ Recht hat sie. Also ran an das Unkraut. Nach fast zwei Stunden war das Werk getan. Und ich war um die Erkenntnis reicher, dass man nach so einer Arbeit ein Ergebnis sieht. Vielleicht ist die Arbeit an Haus und Hof doch nicht so verkehrt.

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