TagHandwerken

Plan verfehlt und Ziel erreicht

Zwischenzeitlich war ich wirklich enttäuscht und auch ein bisschen sauer. Mein Osterurlaub ist vorbei – und natürlich ist er irgendwie zwischen den Fingern zerronnen. Ich wollte eigentlich nicht nur aufräumen, putzen und handwerken. Ich wollte etwas mit den Kindern, mit der Familie unternehmen. Ab nach draußen, Ausflüge machen – Aktion eben.

Tatsächlich hat das Wetter nicht wirklich dazu eingeladen. Aber gestern war zudem die Erstkommunion von Marc – und gab es eben noch einiges zu tun. Meine Frau hat die Vorbereitungen organisiert – und mich natürlich und auch zu Recht voll eingeplant.

Und trotzdem blieb auch Zeit für die Kinder – eingeplant, aber auch einfach genommen. Und ich muss sagen, dass es auch ohne größere Aktivitäten eine intensive Zeit mit ihnen war. Das übersieht man leicht, wenn man sauer ist, dass man sich die Zeit nicht so frei ausgestellten kann, wie man es möchte.

Wenn ich also diese negativen Emotionen wegradiere, dann bleibt ganz viel übrig. Lesen, Daddeln, Lego bauen, Bügelperlen stecken, Reden, Kuscheln, Quatsch machen, Streiten und auch Fernsehen. In diesen alltäglich Dingen steckt wahnsinnig viel. Das deutlichste Feedback einer solchen gemeinsamen Zeit kommt von Nora. Die Beziehung zu ihr hat sich in dieser zehntägigen Elternzeit nochmals deutlich verbessert und verfestigt. Ich bilde mir ein, aber das bestätigt auch meine Frau, dass sie sich in dieser Zeit auch sprachlich wieder ein Stück weiterentwickelt hat.

Alltag und viel Zeit miteinander verbringen heißt aber auch mehr streiten als sonst. Wer viel Zeit mit den Kindern verbringt, ist eben auch häufiger im Clinch mit ihnen. Es ist gut, dass man an solchen ganz normalen Tagen erleben kann, wie schwierig es oft für den ist, der den Großteil der Zeit mit den Kindern verbringt. An solchen Tagen kommt der Partner dann ein bisschen aus der Schusslinie – und das ist ganz gut so.

Meine Lehren aus den vergangenen zehn Tagen: Ich muss nicht immer etwas mit den Kindern unternehmen, um ihnen ganz nah zu sein und an ihrem Leben teilzuhaben und Impulse zu setzen. So toll es ist, in Urlaub zu fahren und Ausflüge zu unternehmen: Am Ende kommt es darauf an, dass man Zeit mit den Kindern verbringt, für sie da ist. Ein anwesender Vater zu sein, das ist der Schlüssel für eine gute Beziehung zum Kind.

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Handwerken leicht gemacht

Manche werden sich jetzt über diese Überschrift lustig machen, das weiß ich genau. Christoph und Handwerken – das geht nun gar nicht zusammen. Ehrlich gesagt, so schlimm sehe ich das nicht. Richtig ist, dass ich mich zum handwerklichem Tun nur sehr schwer aufraffen kann. Und das ist sicher nicht immer ganz schlau.

Schließlich kann man auch mit den Kindern rudimentäre handwerkliche Basteleien in kurzer Zeit recht effektvoll umsetzen. Um diese Erkenntnis zu gewinnen, mussten wir wieder erstmal einen kleinen Ausflug machen. Beim Pfungstädter Naturfreundehaus „Moorhaus“ gab es gestern ein Kinderfest. Die Vereinsmitglieder haben zahlreiche Stationen aufgebaut. Ganz hoch im Kurs war bei unseren Kindern bis hinunter zur Nora der Geschicklichkeitsparcours. Balancieren und das erschwert mit Dingen in der Hand und auf dem Kopf kam sehr gut an.

Aber auch die Waldwerkstatt übte auf Marc und Tom eine erhebliche Anziehungskraft aus. Ytong-Steine und Holz waren dort für kleinere Basteleien vorbereitet. Tom wollte etwas auf Ytong-Stein schnitzen. Mit der entsprechenden Säge haben wir uns also ein Stück Stein zurecht geschnitten. Mit großem Eifer hat Tom den Stein dann mit verschiedenen Feilen bearbeitet. Das Ergebnis ist eher abstrakt gewesen. Aber zusammen mit Häuschen, das ich mehr schlecht als recht erschaffen habe, hat es für ihn einen Sinn ergeben. Herausgekommen ist aus seiner Sicht eine Art Geschicklichkeitsspiel, bei dem es darum geht, seinen Stein so auf das Hausdach zu legen, dass er nicht herunterfällt. Einfache, aber gute Idee.

Marc wollte lieber ein Schwert aus vorkonfektionierten Teilen machen. Es ging eigentlich nur darum die zwei Teile des Schwert zusammen zu hämmern und das Holz dann zu bearbeiten, dass die Späne und scharfen Kanten verschwinden. Das Hämmern klappte gerade so, aber die Arbeit mit dem Schleifpapier war hervorragend.

Trotz des minimalistischen Ansatzes waren die Ergebnisse wirklich toll. Den Kindern hat es ziemlich Spaß gemacht – und wenn ich ehrlich sein soll: Es war großartig, dass diese Veranstaltung auch mir gezeigt hat, dass ein bisschen Handwerken auf ganz leichtem Niveau überhaupt nicht weh tut.

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