TagKindergarten

Mit Malen Welten schaffen

Die Kita Sonnenland in Bickenbach hat jetzt ein paar Stift mehr.

Die Kita Sonnenland in Bickenbach hat jetzt ein paar Stifte mehr.

Sicher, ich hätte, passend zu Jahreszeit, auch einen Sack voller Stifte in der Kita abgeben können. So war es aber eben „nur“ eine Papiertüte voller Bunt- und Wachsmalstifte von BIC.

Vor einigen Wochen habe ich bei einer Marketingaktion des französischen Stiftherstellers mitgemacht – und dabei tatsächlich einen hübschen Satz Stifte für die örtliche Kindertagesstäte gewonnen.

Malen ist eine ganz großartige Beschäftigung. Aus Sicht eines Erwachsenen, der das Malen nicht gerade zu seinem Hobby erkoren hat, ist es immer wieder faszinierend zu sehen, mit wie viel Konzentration und Akribie Kinder mit einem Satz Buntstifte und einem Blatt Papier Welten schaffen, die Fantasie und Wirklichkeit abbilden. Es ist gut, wenn wir die Kinder zu Hause dabei unterstützen, ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen. Und selbstverständlich ist gut, wenn die Institutionen, Kindertagesstätten und Schulen beispielsweise, hier auch entsprechende Räume schaffen.

In der Kita in unserem Dorf wird Kreativität ganz besonders gefördert: Danke, Kita Sonnenland und allen Erzieherinnen und dem einen Erzieher (es dürften ruhig ein paar mehr Männer am Start sein). Und danke BIC für diese kleine aber feine Aktion. Die Kinder haben sicher ihren Spaß beim Malen – und wir Eltern beim Betrachten der neu geschaffenen Welten.

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Die schweren ersten Tage im Kindergarten

„Ich will nicht Kindergarten, in Bickenbach bleiben!“ Nora klingt sehr verzweifelt, ja verängstigt, wenn sie diese für Erwachsenenohren recht lustige Stellungnahme abgibt.

Für sie ist Bickenbach ihr Zuhause, ihr Heim, ihr Revier. Bickenbach ist das Haus, in dem sie bislang einen großen Teil ihrer Zeit verbrachte, dort fühlt sie sich geborgen – und nur dort. Dass die Kita aus Erwachsenensicht auch in Bickenbach liegt, ist ihr egal. Ihr ist auch egal, dass liebevolle Erzieherinnen sich intensiv um sie kümmern in der Kita. Die ersten Wochen für ein Kind im Kindergarten sind einfach schwierig, vielleicht sogar psychisch brutal.

Ein Glubschi/Glupschi als Freund

Ein Glubschi/Glupschi als Freund

„Ich will nicht Kindergarten, nicht Kindergarten.“ Wieder weint Nora schon kurz nach dem Aufstehen. Was ist ihr Problem (eines ihrer Probleme)? „Angst vor den Kindern!“ Das ist eine ihrer Antworten. Sie hat Angst, sie ist im Stress. Nora wird in zwei Wochen drei Jahre alt. Sie hat also das Kindergarteneintrittsalter erreicht. Sie kann verbal Gefühle erläutern.

Kinder, die schon mit zwölf Monaten oder etwas früher oder eben auch etwas später in die Fremdbetreuung kommen, können das nicht. Die Standardgefühlsäußerungen werden von uns Eltern dann gern mit solchen Sprüchen abgetan: „Da muss sie halt durch. Sie wird sich schon daran gewöhnen. Es geht halt nicht anders.“

Auch Nora wird sich an den Kindergarten gewöhnen. Dennoch müssen wir alles tun, ihre Sorgen und Ängste ernst zu nehmen. Ich will hier ein weiteres Mal ein Plädoyer für die Sicht des Kindes anbringen. Natürlich haben wir als Eltern unser Leben, unsere Verpflichtungen, unsere Zwänge. Wir haben aber auch Freiheiten.

De Kinder benötigen in diesem Prozess unsere Unterstützung, die sich in Liebe, Hingabe und Aufmerksamkeit äußern muss.

Interessanterweise sind dazu auch schon andere, etwas größere Kinder fähig. An dem Tag, als Nora, das erste Mal eine Stunde allein im Kindergarten war, ohne die Präsenz von Mama, hat Marc Nora seine Zuneigung gezeigt, indem er sie gelobt und geherzt hat. Er ging sogar soweit, ihr von seinem Taschengeld ein Glubschi zu kaufen. Nora liebt ihren neuen kleinen Freund. Bisher hat sie sich nicht auf ein Kuscheltier fokussiert. Jetzt hat sie einen kleinen stillen Partner, durch den sie ihre Lieben in fast allen Situationen ganz nah bei sich haben kann.

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Normal wie normal, banal wie banal

Heute ist ein großer Tag für unsere Familie, dabei ist es eigentlich so banal wie banal etwas sein kein. Der ganz normale Alltag beginnt nämlich.

Meine Frau hat heute nach rund drei Jahren Pause ihren ersten Arbeitstag. Nora geht in den Kindergarten, Tom darf endlich in der Kita mittags essen (darauf wartet er schon drei Jahre), Marc geht wieder in die Schule und auch für mich gehen drei Jahre Ausnahmezustand zu Ende.

Jetzt bin ich nämlich wieder ungeschonter Teil des Familienlebens. Nachts konnte man sich manchmal rausnehmen. „Ich muss morgen arbeiten, ich kann jetzt nicht aufstehen.“ Das ist nur einer der Sätze, die der Vergangenheit angehören. Jetzt bin auch ich beispielsweisewieder dran, die Kinder in den Kindergarten zu begleiten. Das wirkt sich auf meine Arbeitszeiten aus.

Es ist die Zeit der Umstellungen, auf normal (also so normal wie normal sein kann).

Auf einige Dinge freue ich mich, vor anderen habe ich auch ein bisschen Angst. Das System Familie kommt in Bewegung. Und das wird sicher das eine oder Mal an dieser Stelle Thema werden.

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Und jetzt der Kindergarten

Heute ist ein großer Tag für Nora. Sie geht heute zum ersten Mal in den Kindergarten, Eingewöhnungsphase. Leider kann ich nicht dabei sein. Das übernimmt meine Frau. Auch für sie steht eine riesige Veränderung an. In zwei Wochen steigt sie wieder in den Job ein. Wilde Zeiten – aber das ist ja eigentlich wie immer.

Nora am Tag ihrer Geburt, im Alter von 10 Stunden.

Nora neu geboren

Die kleine Nora. Die Zeit vergeht so schnell. Vor „kurzem“ war sie noch ein kleiner Wurm, ganz auf uns angewiesen. Jetzt erobert sie schon mit ihrem ganz eigenen Kopf die Welt.

Eltern stellen sich ja immer vor, wie es den Kindern wohl ergehen wird. Der ständige Blick in die Zukunft. Dabei ist es so gut und wichtig, das Jetzt im Blick zu behalten und es zu genießen, wenn möglich. Unsere Prognose: Sie wird sich ziemlich umstellen müssen. Unsere kleine Familiengruppe hat sie ganz gut im Griff. Die Kindergartengruppe wird erstmal sie ordentlich in den Griff nehmen. Das wird eine Herausforderung.

Aber wie gesagt, eigentlich sollte ich mich mit dem Blick nach vorn zurückhalten. Vielleicht wird alles ganz anders, und dann muss ich mein Weltbild schon wieder ändern. Das kostet unnötig Kraft. Nora ist ein großartiger kleiner Kerl mit Ecken und Kanten. Und sie macht ihren Weg. Da bin ich ganz sicher. Und das wird auch an ihrem ersten Kindergartentag so sein. Ich freue mich dennoch schon auf die Berichterstattung heute Abend.

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Elternzeit für einen Tag

Ganz in Ruhe Lego-Türme bauen: Das geht an echten freien Tag am besten.

Ich werde nicht müde, die Besonderheit ganz banaler Tage zu betonen. Ich hatte gerade wieder einen freien Tag unter der Woche. Solche Tage fühlen sich meist an wie Elternzeit, wenn man nicht gerade zig anderen Verpflichtungen nachgehen muss. Ich hatte wirklich frei – und damit auch wirklich Zeit für die Familie.

Großes Highlight ist für die Kinder und mich der Gang in Schule und Kindergarten. Geschwiegen wird auf dem Weg, den wir in 99% der Fälle übrigens zu Fuß bewältigen, in der Regel nicht. Ganz im Gegenteil. Es kommen Themen und Dinge zur Sprache, über die sonst weniger geredet wird. Das gemeinsame Gehen, und damit irgendwie auch Bewegung, entspannt und macht frei.

Sehr wertvoll ist es auch, den Alltag regelmäßig am eigenen Leib zu spüren. Der Aufwand für Organisation und Administration wird aus der Ferne vom Schreibtisch und Arbeitsplatz allzu oft falsch eingeschätzt. Kinder-Logistik, Nahrungsmittel-Logistik, Termin-Planung: Das ist Projektmanagement pur. Weiterbildung findet hier in der Familie statt.

Am Nachmittag waren die Jungs dann freundemäßig versorgt. Einer war aus dem Haus, der andere spielte mit seinem Freund bei uns – tatkräftig von Mama unterstützt. Da hatte ich wertvolle Zeit mit unserer Kleinsten. Wir haben uns ins Spielzimmer zurückgezogen und Lego-Türme gebaut. Diese intensive Zeit richtig zu nutzen – das ist etwas ganz Großes. Noch spricht Nora ihre eigene Sprache, die wir allerdings mehr und mehr verstehen. Aber sie ist von Beginn an mit einer Mimik ausgestattet, die mehr als hundert Worte sagt. Es ist einfach großartig. An den Wochenenden und den Tagesrandlagen kann man das alles auch erleben. Aber einer ganz normaler banaler Tag ist da doch noch etwas ganz anderes.

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Masterplan für Kinderbetreuung

Kinderbetreuung ist ein komplexes Thema. Es ist komplex und hat etwas mit Mangelverwaltung zu tun. Ich will nun gar nicht in aktuelle und grundsätzliche Diskussionen um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsteigen – das werde ich sicher auch wieder bei Gelegenheit an anderer Stelle tun. Es geht vielmehr um die konkrete Situation in meiner Heimatgemeinde.

Es kann heikel werden, wenn man im Internet öffentlich über sein direktes Umfeld schreibt. Daher versuche ich so konkret wie möglich zu werden, ohne mich auf allzu dünnes Eis zu begeben. Vielmehr erhoffe ich mir eine Diskussion mit Eltern, die von ihren Erfahrungen berichten und helfen könnten, die Lage in unserem Dorf (>5500 Einwohner) weiter zu verbessern.

Im Prinzip sind wir ganz gut ausgestattet. Es gibt eine Kindertagesstätte mit acht Kiga-Gruppen. Dazu kommen eine Krippe und ein Hort in derselben Einrichtung. Eine Kindergruppe sichert die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren zusätzlich halbtags ab. An der Grundschule gibt es ein Betreuungsangebot für einen Teil der Schüler.

Bis zur Schulreife der Kinder ist also alles gut. Das dürfte an anderer Stelle auch so oder so ähnlich sein. Natürlich gibt es einen Mangel an Betreuungsplätzen für die ganz Kleinen. Eine Gruppe von Tagesmüttern hilft, das Leck etwas abzudichten. Im Kindergarten ist eigentlich alles ausreichend in Ordnung. Doch dann kommt die Schulzeit – und die Gemengelage wird unübersichtlich.

Wer einmal einen Platz im Hort hat, kann sich darauf die gesamte Grundschulzeit verlassen. Dort sind die Kinder gut bis 17 Uhr untergebracht. Wer einen der Betreuungsplätze in der Schule ergattert, hat diesen nur für ein Schuljahr sicher. Neues Jahr, neues Glück. Um das Ganze jetzt noch etwas unübersichtlicher zu machen, tritt in der Schule nun ab dem kommenden Jahr die pädagogische Mittagsbetreuung (PMB oder PÄM) auf den Plan.

Klingt auch gut – aber was steckt hinter diesem ersten Schritt einer Schule auf dem Weg zur Ganztagsschule (die unterschiedlichen Konzepte kann ich an dieser Stelle auch nicht erläutern, kommt wahrscheinlich zu einem anderen Zeitpunkt)?

In einem ersten Schritt bekommt die Schule die Möglichkeit, einen Sozialpädagogen halbtags zu beschäftigen. Das Geld darf übrigens auch direkt genommen und selbstverwaltet werden. An unserer Schule kommt es so zu einer Betreuung der Schüler an maximal drei Tagen in der Woche, wovon maximal 60 Kinder profitieren könnten. Das würde allerdings auch bedeuten, dass jedes einzelne Kind an nur einem Tag in der Zeit von Unterrichtsende bis 14.30 Uhr pädagogisch mittagsbetreut würde. Im Idealfall schließt sich dann eine AG oder ein vom Förderverein organisierter Arbeitskreis an. So dass die Kinder bis vielleicht 16 Uhr an einem Tag in der Woche versorgt wären. Fußnote zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Welcher Job ist so gebaut, dass er mit diesem Modell zusammengeht? (Ja, es gibt welche, aber es sind die wenigsten.)

Der Hort ist kostenpflichtig, die Betreuung in der Schule auch. Die PMB ist kostenlos. Auf „Kundenseite“ muss das zur Verwirrung führen. Aus meiner Sicht ist eine solche PMB nur als Förderkonzept zu denken. Es darf keine Freiwilligkeit geben. Die Schüler müssen dazu gut begründet eingeladen werden. Dieses Konzept ist tatsächlich noch denkbar. Sollte es aber anders kommen, ist das Chaos programmiert. Und chaotisch wird es allein schon deshalb, weil die Interessenlage der Protagonisten (Bürgermeister, Schulleitung, Schulamt, Jugendamt des Kreises, Träger des Kindergartens) extrem heterogen ist. Man könnte auch sagen, man sorgt sich vornehmlich um die eigenen Interessen und verliert die Familien, Eltern und Kinder sowie deren Entwicklung und Bildung aus den Augen.

Und hier kommt das social Web ins Spiel. Vielleicht mag der eine oder andere Lösung hier seine Meinung kundtun. Vielleicht gibt es herausragende Lösungen in anderen Kommunen.

Zu Anregung der Diskussion skizziere ich meine Idee. Eigentlich müssten die Eltern gemeinsam mit den Protagonisten der Kinderbetreuung einen Masterplan für unser Dorf entwerfen, in dem die optimale Lösung festgehalten wird. Die Ressourcen müssen zusammengelegt werden. Es muss zu einer transparenten Situation kommen, in dem die Interessen der „Kunden“ möglichst perfekt bedient werden. Dabei müssen aber auch die Egoismen der Eltern eingedämmt werden. Auch sie müssten ihren Teil zum Wohl des Gemeinwesens zurückstellen (und das stellt sicher nicht gerade das kleinste Problem dar).

Die Diskussion ist eröffnet – in unserem Dorf, aber vielleicht auch hier.

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