TagKrankheit

Liebe für Schlafmangel

Mond

Schlaflos – na und?

Heute Nacht lag ich wieder mehrere Stunden wach. Das Licht der Straßenlaterne bahnte sich den Weg durch unseren alten und ein wenig heruntergekommenen Holzrolladen im Schlafzimmer. Wach liegen, an die Decke starren und sich nebenbei um das kranke Kind kümmern, das neben einem liegt.

Auch banale Krankheiten werfen das Leben einigermaßen durcheinander. Dieses Mal ist es ein ordentlicher Schnupfen mit einem noch ordentlicheren Husten, der die Kleine quält. In dieser Nacht habe ich mich schwerpunktmäßig um das Wohlbefinden von Nora gekümmert. Das heißt nicht, dass meine Frau nichts mitbekommen hat. Aber sie verlässt sich darauf, dass ich mich um die Grundversorgung kümmere: Wasserflasche reichen, Nase putzen, Stirn fühlen, Platz im Bett machen, in den Arm nehmen, trösten – alles nach Bedarf.

Stunde um Stunde vergeht. Der Schatten bewegt sich nicht, starr steht die Laterne. Für Abwechslung sorgt der eine oder andere Lichtschein, der sich über die Decke bewegt. Schon wieder ist ein Auto um die Ecke gebogen. Im Laufe der Nacht lassen sich dann doch einige Autos zahlen.

Und wieder Husten und Schniefen. Taschentuch raus, Nora aufrichten, Nase putzen. Eine ganz normale Nacht, wie es sie jetzt schon seit fast zehn Jahren regelmäßig gibt in unserem Leben.

Klar, es gibt viele grenzwertige Situationen, in denen du irgendwann nicht mehr willst. Es ist auch gerne einmal quälend, wenn sich mehrere Nächte dieser Art aneinanderreihen. Oder, wenn du weißt, dass am nächsten Tag irgendetwas ansteht, das deinen kompletten ausgeruhten Geist braucht.
Und dann kommt der Moment in der Nacht, der Körper will sich gerade sein Recht zurückholen. Die Umstände sind günstig. Seit 20 Minuten musst du nicht aktiv werden, deine Augen fallen zu. Das kleine Wesen neben dir dreht sich in deine Richtung und der kleine, leichte Arm legt sich auf deine Brust oder um deinen Hals. Wahr gewordene Zärtlichkeit. Spätestens dann ist klar: Dafür lohnt sich jede Nacht, die du schlaflos verbringst, an die Decke starrst und Autos zählst.

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Von Liebe und Entwicklung

Das kennt Ihr sicher auch. Wenn eure Kinder einmal etwas kränker waren und sie sich wieder auf dem Weg der Besserung befinden, stelle ich oft ein verändertes Verhalten fest. Manche sprechen auch von Reifung, um den Ganzen eine positive Tendenz zu verpassen. Gerade aus der Ecke der Impfgegner – nein ich will hier jetzt keine ideologisch geprägte Diskussion vom Zaun brechen – kommt dieser Hinweis, der als ein Grund für ihre Entscheidung angeführt wird.

Zuwendung beim Spiel.

Zuwendung beim Spiel. Tom spielt mit seinem Cousin.

Wir, ganz individuell, tun alles dafür, um Krankheiten unsere Kinder zu verhindern. Und doch kommt man nicht immer drumherum. Jetzt war gerade wieder eine solche Phase. Die Drei waren nacheinander krank. Es war wohl ein grippaler Infekt, der bis zu eine Woche Fieber bis zu 40 Grad im Gepäck hatte. Am stärksten und langwierigsten hat es Tom erwischt. Und tatsächlich lässt sich bei einem ein geändertes Verhalten feststellen.

Doch woher kommt dieser Effekt? Ich glaube nicht, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Krankheitserreger und Entwicklungsschub gibt. Für mich liegt klar auf der Hand: Das Kind kann sich entwickeln, weil es während der Krankheit bedingungslose Zuwendung und Liebe erfährt. Ganz intuitiv reagieren Eltern, wenn ihre Kinder an einer Krankheit leiden. Die Bindung wird gestärkt. Auch Eltern gehen positiv entwickelt aus der Krankheit ihrer Kinder heraus. Das kommt von der intensiver erlebten Beziehung zum Kind.

Einen ganz kleinen Teil des Effekts schiebe ich darauf, dass auch das Kind unbewusst erlebt, dass es sich in schwierigen Situationen bewegen und diese vor allem überstehen kann, mit Unterstützung von außen zwar, aber auch die eigene Leistung von Geist und Körper wirkt nachhaltig.

Was bedeutet das? Entwicklung ist nur möglich durch Zuwendung, Zeit und Liebe. Es wäre doch schön, wenn wir nicht erst auf die nächste Krankheit warten würden, um den nächsten Schub zu erleben.

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Durchwachte Nacht, durchwachte Nacht

In der vergangenen Nacht habe ich ein weiteres Mal den Weg ins Wohnzimmer angetreten – unsere kleine Tochter im Schlepptau. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie spät es war. Am Wochenende sind die Uhrzeiten irgendwie schon egal. Ich weiß noch, dass ich nicht der erste war, der in dieser Nacht das Vergnügen mit der kleinen Dame hatte. Meine Frau war schon mit ihr unterwegs.

Als ích so mit Nora auf dem Sofa lag, während sie versuchte in den Schlaf zu finden, hatte ich mal wieder Zeit nachzudenken. Ich habe darüber nachgedacht, welche Herausforderungen das Elternsein oder das Vatersein auszeichnen.

Wenn die Kinder krank sind, es ihnen schlecht geht, das sind ganz schwierige Zeiten. Dabei muss es sich gar nicht um ganz schlimme Krankheiten handeln. Ein krankes Kind bringt den dicht getakteten Alltag immer ordentlich durcheinander. Organisation und Plan wird durchkreuzt, aber auch der eigene Geist kann sich nicht mehr richtig auf das Alltägliche konzentrieren. Man wird stark abgelenkt, ist mit seinen Gedanken beim Kind, beim Partner, der beim Kind ist.

Der zweite banale Punkt, über den ich mich hier heute auslassen will, steht teilweise mit dem ersten Aspekt in Zusammenhang. Muss er aber nicht. Unausgeschlafen sein und nachts durch die Wohnung irren ist für mich eine der härtesten Proben als Vater. Man merkt, wie einem Nacht für Nacht die Kraft mehr schwindet. Die Gefühle fahren Achterbahn. Einmal ist es ein Leichtes, Verständnis für das Kind aufzubringen. In einer anderen Nacht wieder wünscht man das Kind zur Hölle. Auch die letzte Empfindung muss man zulassen, finden wir. Deshalb liebt man sein Kind ja nicht weniger.

Kinder sind aus überlebensstrategischen Gründen mit einem unglaublichen Egoismus ausgestattet. Wir Erwachsenen haben gelernt, Rücksicht zu nehmen, auf die eigenen Kinder sowieso. Man muss sich als Vater oder Mutter eben ganz oft zurücknehmen. Macht man ja auch gern. Meistens. nachts nicht immer, manchmal mehr, manchmal weniger. Die kindliche Kraftsaugerei bringt einen gelegentlich an seine Grenzen. Wenn es morgen wird, und man wenigstens ein paar Stunden schlafen konnte, sind die Akkus wieder einigermaßen aufgeladen, bis zur nächsten Nacht.

Banale Dinge mit großer Wirkung. Die Statistik und Meinungsforschung sagt uns immer wieder: Die Männer in festen Beziehungen sind häufig Schuld daran, dass eine Partnerschaft kinderlos bleibt. Die Männer wollen nicht. Männer sind einfach zu bequem. Sie wollen sich offensichtlich weder den Alltag durcheinander wirbeln lassen noch die Nachtruhe rauben lassen.

Da wir hier aber unter anderem auch für eine aktive Vaterschaft werben wollen, muss man natürlich auch erwähnen, dass genau die negativen Dinge auch voller positiven und intensiven Erlebens sind. Ganz großes Kino: Das Spiegeln des Selbst im Kind. Ich bin übrigens kein großer Freund von irgendwelchen Rezeptbüchern, in denen steht, was zu tun ist, um bestimmte (nervende und störende) Eigenschaften der Kinder abzustellen. Wer die Fähigkeit zur Selbstreflexion hat und sich und sein Tun auch immer wieder einmal in Frage stellen kann, der macht schon das Richtige. Und wenn er dann merkt, dass das Verhalten der Kinder ihn unglaublich nach vorne bringen, dann weiß der Vater auch, warum er gern nächstens durchs Haus irrt, wenn es in der konkreten Situation nicht immer so leicht fällt.

Gern würde ich gerade zu diesem sehr persönlichen Thema einmal die Meinung der versprengten Leserschaft lesen. Nur zu, Kommentare sind ausdrücklich gewünscht.

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Kranke Kinder

Ich habe heute mit einem Kollegen gesprochen, der erzählt hat, dass schon vor 15 Jahren und mehr im Kindergarten darüber gesprochen wurde, wie man damit umgehen soll, wenn Kinder krank – vielleicht sogar wissentlich – in die Einrichtung geschickt werden.

Damals gab es wohl Eltern, die zum Schutz der eigenen Kinder erwartet haben, dass die Erzieherinnen die Kinder per Augenschein erfassen sollten, ob kranke Kinder in den Kindergarten gebracht werden. Die Erzieherinnen wollten sich den Schuh nicht anziehen. Es kamen wohl Fragen wie: „Sollen wir den Kindern am Eingang Blut abnehmen?“ Oder: „Sollen wir jedem Kind bei Ankunft erstmal Fieber messen?“

Diese Einstellung der Erzieherinnen, die sowieso ein ganz gutes Gespür dafür haben, war damals richtig und ist es auch heute. Die Verantwortung tragen die Eltern – für ihr Kind und das Umfeld. Eltern, die ihre Kinder wissentlich in den Kindergarten oder die Krippe geben, obwohl sie wissen, dass diese krank – vielleicht sogar ansteckend – sind, handeln unverantwortlich. Punkt.

Wahrscheinlich kommt es regelmäßig zu entsprechenden Verdächtigungen in den Kindergärten der Republik. Selbst wenn man genau weiß, dass Eltern ihren Kindern Fiebersaft oder -zäpfchen verpassen, damit die Erzieherinnen nicht merken, dass das Kind krank ist, fällt es schwer, das Thema anzusprechen.

Dennoch muss man allen Eltern immer wieder ins Gewissen reden, dass sie es nicht tun. Vielleicht bieten sich da Vier-Augen-Gespräche zwischen Erzieherinnen und Eltern oder auch Elternvertretern und Eltern an. Auch in den Elternabenden sollte das Thema wahrscheinlich regelmäßig auf der Tagesordnung stehen.

Am Ende tut man ja dem eigenen Kind nichts Gutes – wenigstens das sollte man wissen und sich selbst dann nicht ganz so wichtig nehmen.

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Schlossgrabenfest

Es kommt immer wieder vor, dass man sich längerfristig etwas vornimmt. Und dann wird einem klar, dass nur die spontane Planung die wahre Planung ist. Das ist familienimmanent.

Am Wochenende steigt in Darmstadt wieder das Schlossgrabenfest. Start ist heute, am Sonntag ist Schluss. Top-Acts sind unter anderem Max Mutzke und Extrabreit. Konzerte umsonst und draußen – eigentlich eine nette Geschichte, wenn man denn hingehen würde.

Meine lokale Lieblingskombo spielt auch, am Freitag um 23.30 Uhr. Die B-Sides werden die Bühne wohl ohne mich rocken. Die Eltern würden ja gern einmal zusammen fortgehen. Aber unsere Jungs sind fremdes Personal nicht so gewohnt. Natürlich könnte man eine Lösung finden. Wenn Eltern aber erst um 1.30 Uhr nach Hause zurückkehren wollen, dann braucht es schon übernachtende Babysitter. Oder die Kinder müssten irgendwo übernachten – wem will man das aber zumuten?

Dazu kommt noch die große Unbekannte in Form von Krankheitserregern. Die campieren gerade bei uns. Komischer Ausschlag, 40 Grad-Fieber, Husten, Schnupfen, Rotz – das alles ist keine gute Vorausseetzung, um die Kinder irgendwo zurückzulassen.

Nun hofft alles auf ein Wunder – dann könnte man nachmittags vieleicht einmal mit den Kindern durch die City von Darmstadt ziehen. Live-Musik ist ja schon deren Sache. Vielleicht schaffen wir es ja – ich werde darüber berichten.

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