TagMädchen

Bleib tapfer, kleiner Mann!

An anderer Stelle hatte ich es schon einmal angedeutet: Es ist gar nicht so leicht, als Junge in eine Mädchendomäne einzudringen.

Marc spielt Fußball, E-Jugend, jüngerer Jahrgang. Es ist üblich, dass Mädchen in den Mannschaften bis hinauf zur D-Jugend bei den Jungs in den Mannschaften mitspielen. Selbstverständlich sind sie in der Unterzahl, meistens zumindest. Sie sind Teil des Teams. Das ist meine Erfahrung. Sie sind in der Regel voll akzeptiert, ja assimiliert. Wenn es Stress oder Unmut aufeinander in den Teams gibt, dann hat das nichts mit dem Geschlecht zu tun. Das beobachte ich auch bei anderen Mannschaften, gegen die unsere Jungs und Mädchen antreten.

Das finde ich super, das gefällt mir, Daumen hoch.

Tanz, tanz, tanz, kleiner Mann!

Tanz, tanz, tanz, kleiner Mann!

Tom tanzt. Wenn an irgendeiner Stelle das Wort Leidenschaft angebracht ist, dann im Zusammenhang von Tom und Tanzen. Manchmal bewegt er sich ausschließlich tanzend durchs Haus, manchmal tanzt er seinen Schmerz einfach weg, wenn der Schmerz nicht gerade zu arg ist.

Tom tanzt nicht nur, er ist auch noch wählerisch. Daher hat er in seinem noch jungen Leben schon einige Tanz- bzw. Ballettschulen verschlissen. Jetzt dockt er gerade wieder in einer neuen Ballettschule an. Bei den „Kleinen“ (etwa Kita-, 1. Klasse-Alter) war er schon. Lauter Mädchen, und Tom. Doch er sollte es nochmal bei den Größeren (etwa 3. Klasse-Alter) probieren. Sein Auftritt in der Umkleide hat erstmal Gleächter hervorgerufen, wie er mir erzählte. Lauter Mädchen, und Tom – und das ist das Ergebnis. So muss das wohl sein – auch, wenn mich das ein wenig nachdenklich macht. Nein, so muss das nicht sein.

Tom hat es uneingeschränkt gefallen, erzählte er mir mit einigem zögern. Hoffentlich gab es da nicht doch einen kleinen Wermutstropfen.

Mir bleibt nur zu sagen: Bleib tapfer, kleiner Mann! Tanz, tanz, tanz!

 

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Böse Buben, gute Girls?

Tom am Klavier- und jetzt auch noch Theater.

Tom am Klavier- und jetzt auch noch Theater.

Tom zieht es auf die Bühne. Das ist okay. Wer weiß, was daraus noch wird.

In jedem Fall ist er total glücklich, dass es jetzt eine Theater-AG im Hort gibt. Endlich Theater.

Auf die Bühnen wollen ist das eine. Eine Meinung und ein Bild von der Welt haben, etwas anderes. Und auch hier finde ich, dass man gar nicht früh genug damit anfangen kann.

Was ich jetzt schreibe, möchte ich ideologiefrei verstanden wissen. Versucht das Ganze total entspannt aufzunehmen.

Als Vater zweier Söhne beobachte ich recht genau, was es für meine Jungs bedeutet, permanent mit Frauen als Bezugspersonen zusammen zu sein. Bis zum Alter von zehn Jahren werden sie von Frauen begleitet, Krippe, Kita, Grundschule. Marc hat es als Fußballer ganz gut, da er hier auch einmal mit männlichen Ansagern zusammenkommt.

Tom hatte einen Tenzlehrer. Allerdings kam das nicht gegen die Unannehmmlichkeiten an – Training etwas weiter weg von zu Hause, keine bekannten Kinder. Einen Klavierlehrer hatte er auch – doch auch hier ging es irgendwann nicht weiter. Jetzt bringt ihn eine Frau am Klavier weiter. Das ist dann auch okay.

Und jetzt also Theater.

„Habt ihr euch schon für ein Stück entschieden?“, frage ich ihn. „Nein!“ „Gibt es schon Vorschläge?“ „Ja, aber ich kann den Vorschlag von Betty (Name von der Redaktion geändert) nicht leiden.“ „Wieso?“ „Weil da die Jungs immer die Bösen und die Mädchen immer die Guten sind!“

Das kann ich sehr gut verstehen. So einfach ist die Welt nämlich nicht. Und ich bin froh, das Tom nicht nur auf die Bühne strebt, sondern auch eine Meinung hat, die er vertritt.

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Etwas zwischen barfuß und Lackschuh

Harald Juhnke stand wie kein zweiter für „Barfuß oder Lackschuh“. Nora steht wie keine zweite für die Frage „Halbschuh oder Sandalen?“

Nora liebt Sandalen. Sie wirken wahrscheinlich femininer. Heute kam sie wieder, die Frage „Halbschuh oder Sandalen?“ Der Herbst naht in großen Schritten, daher stellt sich die Frage eigentlich immer weniger. Doch Nora stellt sie.

„Nein, nicht Halbschuhe!“ An einem frühherbstlichen Morgen, wie es heute einer war, geht das nun wirklich nicht. Aber ich habe schon gemerkt, dass ihr Problem eher grundsätzlicher Natur ist. Mein Entgegenkommen: „Wir kaufen bald neue!“ Da habe ich natürlich den Nerv der kleinen Frau getroffen. Große Augen. „Aber Rosa, nicht Braun.“ Ich gestehe hier öffentlich, dass unsere Kinder gelegentlich wenig getragene Schuhe ihrer Geschwister auftragen. Und Nora hat nun einmal zwei Brüder. „Ja, die nächsten Schuhe sind Rosa.“

Äußerlichkeiten, und da natürlich vor allem Kleidung, haben tatsächlich eine andere Bedeutung für Nora als für ihre beiden Brüder. Sie besteht in der Regel darauf – außer sie vergisst es einmal -, Kleider anzuziehen. Es reicht ihr auch, wenn man etwas kleidähnliches über alles andere drüberzieht. Ihre Begründung: „Im Kindergarten alle Kinder schön.“

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Ich werde Papa…

ich_werde_papaEs lässt sich nicht viel länger verbergen, es gibt einen neuen Lebensabschnitt und ich kann mich nun darauf einstellen: „Ich werde Papa.“ Damit bekommt „Clip“ nun einen Co-Blogger, der ganz vorn beginnt – in einer Zeit, an die sich einige zurückerinnern – oder die sich wiederum andere noch gar nicht vorstellen können. Hier kommt also mein Outing, mein Starter-Beitrag und damit die Teilnahme an meinem dritten Blog, das ich schreibe. Lebensabschnitt 2.0 sozusagen.

Die Reaktionen fallen bislang allesamt positiv aus, es sind aber auch einige dabei, dir mir mindestens zu denken geben. „Genießt die Zeit, ihr werdet nie wieder für euch sein“, sagt der eine. „Tja, dann heißt es ja jetzt Nestchen bauen“, die andere. Einige vermuten einen „Unfall“, andere sind sich sicher, dass „das“ geplant war. Mein Highlight aber bislang lautete: „Dass es aber bloß nicht unehelich wird.“ Fein, fein. War ich doch Messdiener, weiß um diverse Konventionen und Herausforderungen und muss mich erst einmal über ganz grundsätzliche Dinge schlau machen.

Angst vor Schwörern vor der Tür…

Die Frauenärztin verriet uns: Zu 85 Prozent wird’s ein Junge. Das wäre auch meine Präferenz. Ich hoff‘ natürlich, dass im Falle dessen der Junge auch zu 100 Prozent ein selbiger wird. Mich persönlich würd’s freuen, kann ich mir doch Besuche bei Borussia Dortmund, Carrera-Bahn-Kaufen, gemeinsam Basketball zocken oder das erste gemeinsame Bier mit dem Pubertierenden viel besser vorstellen als Barbies, Kleidchen diskutieren, Zickenalarm oder 15-jährige Schwörer, die plötzlich vor der Tür stehen und mit dem 12-jährigen Töchterlein ***ich will’s mir gar nicht ausmalen*** „ausgehen“ wollen. Wobei mir ein Vertauter dann aber auch sagte: „Was meinste, wie schön das ist, wenn das kleine Töchterchen den Papa anhimmelt.“ Nun – davor hab ich eher Respekt, wie soll ich denn da etwas verbieten können?

Noch ein schönes Zitat von meinem Ex-Chef, der gerade zwei weibliche Zwillinge aufzieht: „Jungs kriegen Jungs – und Männer machen Mädchen.“ So langsam füllt sich das Repertoire für ein Gedankenbuch zur Schwangerschaftsvorbereitung für angehende Väter…

Aber egal für welches Geschlecht es sich nun entscheiden wird: Ich freu mich auf die Zeit natürlich sehr. Für mich ist’s alles noch sehr schwer vorstellbar – kaum fassbar – und meistens denk ich mir: „Mann, muss das langweilig sein, wenn man neun Monate lang gar nix sehen kann und gar nicht weiß, wie’s da draußen so abgeht.“

Von der Idee mit Passion Papa und dem Papablog wusste ich schon zu einer Zeit, als ich mich selbst nie als Autor gesehen hätte. Jetzt war’s einer meiner ersten Gedanken, mich hier zu beteiligen und meine Bewerbung wurde angenommen. Merci. Und daher werde ich mit euch in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten hier einige meiner Gedanken teilen – und Passion Papa hoffentlich im ein oder anderen Falle etwas bereichern. Auf jeden Fall freue ich mich über jeden Tipp, hilfreichen Hinweis, denn ich bin ein Neuling in der Sache, ein Rookie, ein Greenhorn, Frischling und absoluter und blutjunger Anfänger. Mit meinen zarten 36 Lenzen*.

Übrigens: Ich brauch noch ein gutes Buch für angehende Väter. Irgendwie häuft sich in unserer Wohnung** ein Turm von Mutter-Büchern und Zeitschriften – selbst die Zeitschrift „Eltern“ ist schon dabei. Aber für mich persönlich fehlt’s noch an Lektüre. Und wenn einer was weiß, freu ich mich über einen Kommentar…

So long…

*noch’n comment: „Naja, das Alter habt ihr ja dafür“
**die es in diese Form noch gar nicht gibt, wir wohnen noch getrennt und sind auf der Suche in Düsseldorf nach einem gemeinsamen Heim und über Hinweise dankbar

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