TagMänner

Männergespräche

Im Zeichen der Männer. Der vergangene Freitag stand eindeutig im Zeichen der Männer.

Zum einen war ich bei einem Männerabend, an dem es um unsere Rolle als Mann ging. Ich will gar nicht zu viele Details erwähnen. Ich sage es mal vorsichtig. Es gab einige wertvolle Gedanken, die sich alle Männer machen sollten. Die Forderungen: Männer, pflegt eure Männerfreundschaften. Männer, entdeckt eure Emotionen wieder und scheut euch nicht, diesen auch Ausdruck zu verleihen. Männer, steht zu eurem Mannsein. Männer, achtet auf euch, vor allem auf eure Gesundheit. Männer, denkt über eure Beziehungen zu euren Vätern nach. Männer, übernehmt Verantwortung – in der Familie und der Gesellschaft.

Es gibt viele Gelegenheiten für Männer ins Gespräch zu kommen.

Es gibt viele Gelegenheiten für Männer, ins Gespräch zu kommen.

Männerbeziehungen gibt es nicht nur unter Freunden. Es gibt sie selbstverständlich auch in der Familie. Auch zwischen Papa und Sohn, selbst wenn der Sohn erst noch auf dem Weg ist, ein Mann zu werden.

So ergab es sich, dass am Freitag der Zeitpunkt für ein Männergespräch gekommen war.

Der Freitag war ein dicht gepackter Tag. Für alle. Vor allem für Marc.

Hinter ihm und seinen Kollegen und Kolleginnen lagen zweieinhalb Tage Jugendherberge. Schlafmangel inklusive. Ungünstige Voraussetzungen, um bei einem Grundschul-Fußballturnier zu bestehen. Die Stimmung unter den Kickern war mäßig. Die Leistung gar nicht so schlecht. Aber wenn die Laune schlecht ist, dann findet sich immer etwas, um unzufrieden mit sich und den anderen zu sein. Und so kam es dann auch. Spätestens nach dem Viertelfinal-Aus war die Stimmung am Tiefpunkt. Tränen und Wut. Auch Marc war niedergeschlagen und wollte nur noch weg.

Nach kurzen Diskussionen und Absprache mit dem Trainer- und Betreuungsteam sind wir tatsächlich nach Hause gefahren. Die Laune war noch nicht deutlich besser. Doch noch unterwegs, schlug Marc vor, noch eine Runde durch unser Dorf zu machen, er auf dem Waveboard, ich zu Fuß.

Dieser Rundgang hatte reinigende Wirkung. Marc erzählte von der Schulfreizeit, in aller Ausführlichkeit. Und ganz entspannt. Diese exklusive Zeit war ganz wichtig für ihn – und selbstverständlich auch für mich. Mir wurde vor Augen geführt, welch große Bedeutung ich für Marc habe. Er braucht einfach mal die Zeit für ein Männergespräch. Er fordert das ein und bestimmt den Verlauf. Allzuoft denken wir Eltern, das nur wir Zeitpunkte und Gesprächsinhalte bestimmen dürften, weil wir den Takt vorgeben. Das allein ist es jedoch nicht. Unsere Kinder wollen mit ihren Sorgen, Ängsten, Gefühlen, Meinungen und vielem anderen ernst genommen werden. Hier sind wir gefordert, zu Männergesprächen, aber nicht nur. Das alles muss passieren, um eine ordentliche Beziehung zu unseren Kindern zu bekommen. Das gibt ihnen Sicherheit – und uns Eltern auch.

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Auf dem Weg zum Väterbegleiter

„Ich hab‘ ein bisschen die Befürchtung, dass es hier zugeht wie in einem Männerseminar, bei dem man in den Wald geht und sich mit Dreck beschmiert.“ Zum Glück hat sich diese in der Auftaktrunde von einem Teilnehmer geäußerte Befürchtung nicht bestätigt. Hinter einer Gruppe von acht Männern zwischen Mitte 30 und Ende 40 liegt das erste Ausbildungswochenende zum GfG-Väterbegleiter. Und ich mittendrin.

Acht Männer mit unterschiedlichen Biographien auf dem Weg zu einem Zertifikat, das ihnen die Fähigkeit bescheinigt, Männer auf ihre Vaterschaft vorzubereiten und zu begleiten – bis über den Geburtstermin hinaus. Die Gruppe ist eine Pilotgruppe. Eine solche Ausbildung hat es bisher nicht gegeben.

Anfangs war ich auch hin und hergerissen. Sollte ich mich in ein solches Abenteuer stürzen? Die Familie wird drei Wochenenden ohne mich auskommen. Qualitätszeit mit Frau und Kindern müssen geopfert werden, um die Ausbildung abzuschließen. Das Verständnis der Kinder dafür muss ich nicht erwarten. Meine Frau jedoch trägt das Ganze mit – und hat mich sogar darin bestärkt, diese Ausbildung zu beginnen. Großartig.

Nach dem ersten Wochenende ist mir klar, dass ich davon profitieren werde – und meine Familie auch. Es ist etwas ganz anderes, sich theoretisch mit verschiedenen Themen auseinanderzusetzen oder es in einer Gruppe zu tun. Das ist einfach so.

Vater und Sohn im Schnee. Von einer schlechten Vorlage erstellt.

Vater und Sohn im Schnee. Von einer schlechten Vorlage erstellt.

Vor allem die Auseinandersetzung mit seiner eigenen Rolle in der Familie oder eben auch während der Schwangerschaften und Geburten aber auch mit der Bedeutung, die der eigene Vater für einen Vater hat, war sehr lehrreich, beeindruckend und Augen öffnend.

Mir ist klar geworden, dass ich einige Gespräche mit meinem Vater führen sollte, wenn ich einige Dinge, die mich angehen, besser verstehen möchte. Bei der Reflexion der eigenen Erfahrungen ist mir klar geworden, dass ich mich nicht mehr ausreichend an alle Details der Schwangerschaften erinnern kann. Da ist einiger Austausch mit meiner Frau nötig. Und den Kindern will ich bewusster Zeit widmen. Die spärliche Zeit mit den Kindern vor allem unter der Woche muss noch mehr Qualitätszeit werden als bisher. Das heißt: Die volle Aufmerksamkeit gehört im direkten Kontakt dem Kind. Da dürfen Smartphones, Bücher und Zeitungen keinen Raum mehr haben. Wenn die Kinder auch mit anderem beschäftigt sind, vielleicht. Wenn sie aber die Aufmerksamkeit brauchen, dann bekommen sie diese auch. Punkt.

Die GfG-Väterbegleiter-Ausbildung ist ein Angebot der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung (GfG) in Zusammenarbeit mit der Väter gGmbH. Melanie Schön und Volker Baisch haben an dem ersten Wochenende sehr gute Arbeit geleistet. Die Gruppe ist super. Ich bin immer noch beeindruckt. Und gespannt auf die weiteren Termine.

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Hallo, es ist Weltmännertag

Man kann zu solchen Tagen stehen, wie man will. Es gibt kaum einen Tag, der nicht Weltirgendwastag ist. Und heute ist eben Weltmännertag. Diesen Tag hat man schön in den dunklen und kalten November gelegt. Aber, macht uns das etwas aus? Ich denke nein.

Kirchen und andere Organisationen nutzen solche Aktionstage für verschiedene Events, Verlautbarungen und Gründungen. Der Weltmännertag soll die Gesundheit der Männer in den Mittelpunkt rücken. Ist aber nicht in jedem Fall so. Er geht auf das Jahr 2000 zurück. Er wurde dereinst erstmals in Wien begangen. Schirmherr ist Michail Gorbatschow. Also: Hallo, es ist Weltmännertag.

Ein bisschen Männerbewegung schadet auch passionpapa.de nicht. Und auch Männerbewegtheit ist nichts, wofür man sich schämen müsste. Daher möchte ich hier auf die Gründung des Bundesforums Männer hinweisen, die morgen erfolgen wird. Es handelt sich dabei um einen Interessenverband für Jungen, Männer und Väter. Es geht um das Mannsein im 21. Jahrhundert. Und natürlich um das Vatersein. Das Bundesforum wird laut Website hauptsächlich getragen von der Gemeinschaft Katholischer Männer Deutschlands und der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Finanziert wird es vorerst ein Jahr vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Es will laut Selbstdarstellung Interessensvertretung, Diskussionsforum und (gesellschafts-)politischer Akteur sein. Man darf gespannt sein, wie sich das Bundesforum Gehör verschafft und sich in die gesellschaftspolitischen Entwicklungen einbringt. Wir werden das Ganze intensiv beobachten.

Von Ablagebox

Ulrich Kuther (@plakate), Geschäftsführer der „Hessenstiftung-Familie hat Zukunft“ hat mich – wie viele andere – via Twitter nochmal auf einen Postkartenkalender hingewiesen, den die Hessenstiftung herausgegeben hat. Das Thema lautet „Aktive Vaterschaft“. Die Motive entsprechen den Plakaten, die in einer Wanderausstellung zu sehen sind. Die Hessenstiftung hatte einen Wettbewerb an Schulen und Hochschulen ausgeschrieben. Um das neue, erweiterte Rollenverständnis von Vätern darzustellen, sollte ein Slogan erdacht und ein Plakat gestaltet werden. Es sind zum Teil wirklich humorvolle und geistreiche Entwürfe eingereicht worden. Der Kalender ist für 5 Euro über die Geschäftsstelle der Hessenstiftung erhältlich. Bestellungen des Postkartenkalenders nimmt Gabi Degenhardt unter der Telefonnummer 06251/7005-59 oder per Mail unter info@hessenstiftung.de entgegen. Die Hessenstiftung findet, dass der Kalender sich gut als Geschenk für einen werdenden Vater eignet. Und eigentlich finde ich das auch.

Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass es am 19. November auch noch einen Internationalen Männertag gibt. Über die Aktionen an diesem Tag und rund um ihn herum wird dann sicher auch zu berichten sein.

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Chefin im Haus

Das ist ja interessant: Die Frauen haben doch die Hosen an. 40% der Befragten in einer Meinungsumfage der Marktforscher von Emnid haben angegeben, das die Frauen in den Familien das Sagen haben. Betrachtet man nur die Antworten der Frauen, lag der Wert sogar bei 45%. Ganz schön selbstbewusst! Befragt wurden übrigens Männer und Frauen aus Haushalten, in denen Kinder unter 18 Jahren leben.

In 32% der Familien hat demnach der Mann die Chef-Position inne. Nur 7% gaben an, dass sich Mutter und Vater die Stelle des Familienvorstands teilen. Das ist natürlich viel zu wenig.

Es stellt sich die Frage, wie ernsthaft vor allem die Männer geantwortet haben. Oft kokettieren sie mit der Rolle nur Zweiter in der Familienhierarchie zu sein. Insgeheim denken sie dann doch oft, dass sie überlegen sind – manchmal sind sie es auch tatsächlich.

Wer weiß, wie eine solche Befragung, meist telefonisch, abläuft, der weiß auch, dass man oft erst über die Frage nachdenkt, wenn das Gespräch mit dem Interviewer beendet wurde.

In diesem Fall kann man nur hoffen, dass sich im Anschluss an die Beantwortung die Erkenntnis breit machte, dass doch beide einträchtig zusammen die Geschicke der Familie lenken.

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Vaterunglück

Ich hatte dazu schon ein kurze Notiz gelesen – wahrscheinlich genauso wie die Brigitte. Nur hat der Frauentitel nun auch ein Interview mit der niederländischen Soziologin Renske Keizer geführt . Das Institut NIDI, für das die Soziologin tätig ist, hat 1452 Männer – Väter und Kinderlose – befragt, wie glücklich sie sind. Hauptergebnis: Väter sind unglücklicher als die übrigen Männer.

Okay, die Untersuchung fand in den Niederlanden statt. Enttäuschend ist das Ergebnis allemal – der Unterschied zu Deutschland dürfte marginal sein. Die von der Soziologin angeführten Gründe sind vielfältig und zum großen Teil sicher auch richtig.

Unterm Strich hat das mit der gesellschaftlichen Rolle zu tun, die im Bezug auf den Mann in der Breite immer noch ganz traditionell ist. Der Mann geht arbeiten – aber die Frau ist auch nicht mehr nur zu Hause. und deshalb soll der moderne Mann am Feierabend die Kinder übernehmen. Das Wochenende steht unter einem ähnlichen Vorzeichen.

Ich glaube, dass die Männer erst noch lernen müssen, wirklich modern zu werden. Sicher müssen sie sich zum Job und der Familie eine Gegenwelt schaffen. Unsere Hebamme hat im Geburtsvorbereitungskurs für Mehrfachgebährende und ihre Partner die Mütter ermahnt, den Männern ihren Drang nach Beschäftigung (Sport oder andere Hobbys) weiter zu gestatten – ganz ohne Studie.

Männer sind halt immer noch zu bequem. Das Bild vom Mann, der aus der Arbeit kommt, sich ein Bier holt und der Frau sagt: „Bring‘ doch endlich die Kinder ins Bett!“ hat jeder vor seinem geistigen Auge. Offenbar wird der Mann unglücklich, wenn er sich solchen Klischees nicht mehr hingeben kann. Männer müssen eben nicht nur im Job sondern auch zu Hause Verantwortung übernehmen. Ich bin überzeugt, dass das funktionieren kann. Also: Einfach weniger oft kneifen, weniger jammern und dafür machen. Manchmal fällt es einem auch schwer – aber dann kann mann sich ja mit seiner Frau unterhalten. Wirklich moderne Frauen haben dafür sicher auch Verständnis.

Nebenergebnis: Väter sind gesünder als Nichtväter. Frau Keizer sagt, dass die Mütter sich nicht nur um das Wohlergehen der Kinder kümmern, sondern auch um das der Männer. Das klingt ein bisschen komisch. Jeder Vater weiß, dass er vor der Geburt des Nachwuchses seltener krank war. Das Männer zu Weicheiern mutieren, wenn sie krank sind und eine Frau in der Nähe ist, ist wieder ein anderer Fakt. Vielleicht sind Väter mittel- und langfristig dann doch gesünder, weil sie viel glücklicher sind und eine sinnvolle Lebensaufgabe haben. Das wäre doch ganz gut. Andererseits spielt sicher auch eine Rolle, dass Väter von waghalsigen Abenteuern eher Abstand nehmen als Nichtväter. Stichwort: Verantwortungsbewusstsein. Vielleicht sind sie einfach nur deshalb gesünder.

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