TagMarc

Und wieder im Tal

Es ist gut ein Jahr her, dass die ganze Familie im Kleinwalsertal Urlaub gemacht hat. Vergangene Woche habe ich mit dem großen Sohn ein paar Tage am selben Ort verbracht. Demnächst will ich noch einige Zeilen dazu verlieren. Hier soll aber schon einmal ein Foto, um Lust auf mehr zu machen. Es ist kurz vor dem Einstieg in die Breitachklamm enstanden. Soviel schon einmal vorweg: Solche Männertage, Vater-Sohn, haben unglaublich viel Potenzial – vor allem in Bezug auf die Bindung. Jetzt muss ich mir mal langsam etwas Eklusives für die anderen Zwei überlegen.

#breitachklamm #naturgewalt #oberstdorf #kleinwalsertal

Ein von Christoph Lippok (@clippok) gepostetes Foto am

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Absprachen – und ihre Folgen

Es ist viele, viele Jahre her, dass ich „Der kleine Hobbit“ von Tolkien gelesen habe. Ensprechend steht das Buch, dtv Junior, 1974, bei uns im Bücherregal. Marc hat das Buch bereits vor zwei Jahren gelesen. Auch der erste Band vom „Herr der Ringe“ ist irgendwo aufgetaucht (warum eigentlich nur ein Band?). Es ist lange her, dass ich mich an diesem Werke versucht habe. Damals ist es so gar nicht an mich gegangen. Ich habe angefangen es zu lesen – und ziemlich bald wieder aufgehört.

Selbstverständlich hat Marc Interesse an „Der Herr der Ringe“ entwickelt. Das war meine Chance. Wir haben eine Absprache getroffen. „Marc, lass uns das Buch gemeinsam lesen. Dann können wir uns immer darüber austauschen.“ Gesagt, getan. Zum Auftakt und warm werden haben wir es nchmal mit dem Hobbit probiert. Und da hat es sogar bei mir recht gut geklappt. Doch beim „Herr der Ringe“ hat Marc schnell Fahrt aufgenommen. Mir ist der Einstieg schwer gefallen. Er hat mich aber auch zu einer schwierigen Zeit erwischt. Mein Teilzeit-Fernstudium hat mich ehrlich gesagt ein wenig gebunden. Es war mehr Pauken als Lesen zur Unterhaltung angesagt. Schnell ist er weggezogen. Und immer wieder kam die Frage: „Hast du endlich weiter gelesen?“

Der erste Band, da liegt er und wartet aufs Lesen.

Der erste Band, da liegt er und wartet aufs Lesen.

Später kamen auch Tipps hinzu – sehr praktische eigentlich. „Anstelle fernsehen könntest du besser mal lesen.“ Stimmt, ertappt. Peinlich.

Eigentlich super, dass er darauf besteht und mir auch Druck macht. Mittlerweile bin ich tiefer eingestiegen. Einholen werde ich ihn wohl nicht mehr. Aber ein wenig den Vorsprung verringern – das werde ich ja wohl schaffen. Marc ist mittlerweile im zweiten Band, auf Seite 200. Ich habe 150 Seiten im ersten Band geschafft. Das werde ich ihm heute gleich ganz stolz erzählen. Vielleicht hole ich mir dafür ein paar ermutigende Worte ab. Das wäre schön.

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Vatergefühle – Mein persönliches Fundstück der Woche

Ein stolzer und glücklicher Papa, damals - und heute.

Ein stolzer und glücklicher Papa, damals – und heute.

Wenn ich dieses Bild sehe, dann überkommt es mich. Ich bin Papa – und wahnsinnig stolz und glücklich. Und ich sehe, dass ich es auch damals (vor knapp zehn Jahren) war, als ich noch total jung und unverbraucht gewesen bin. Ich bin übrigens der Junge links im Bild.

Männer, geht es euch nicht auch so, wenn ihr auf euren Nachwuchs blickt? Es ist wunderbar, dass wir mit Fotos den Blick zurück ermöglichen. Das Gehirn wird angeregt und es finden sich Dinge, die schon lange verloren schienen. Intensive Momente, damals und heute. Der Blick zurück hilft uns dann auch wieder, die Gegenwart mit ihrem besonderen Zauber, bei allem Alltäglichen, zu genießen und auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist.

Ein gutes Gefühl.

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Zahnrad oder Maschinenführer

Überfallartig – wie jedes Jahr – wurden die Sommerferien beendet. Konsequenz: Das neue Schuljahr ist gestartet. Ich gebe zu, dass ich mir eine kleine Auszeit gegönnt habe. Das hat auch richtig gut getan. Der Urlaub war herausragend – darüber wird zu einem späteren Zeitpunkt noch zu berichten sein.

Gehen deine Kinder zur Schule, gehst du auch zur Schule. Wir als Eltern sind irgendwie mittendrin. So ist das eben. Vor einigen Jahren, als die Schulzeiten für unsere Kinder noch in weiter Ferne lagen, habe ich mir das so, meine ich mich zu erinnern, nicht vorgestellt. Klar, wir nehmen Anteil an den Dingen, die gerade wichtig für unsere Kinder sind. Und wir können ruhig zugeben, dass wir die Themen manchmal auch erst so aufladen, dass sie zu Themen für unsere Kinder werden – in diese Falle tappt sicher jedes Elternteil einmal.

Jetzt ist also wieder der Alltag da. Noch ist die Zeit der Umstellung nicht abgeschlossen. Gerade weil Marc auch auf die weiterführende Schule gewechselt ist. Neue Wege, neue Gepflogenheiten, neue Klassenzusammensetzungen, neue Regeln, neue Freiheiten. Da wird schonmal entschieden, etwas länger am Schulgelände zu bleiben. Weil man eben Lust hat, mit einem Freund den Snack Point zu besuchen. Die, die zu Hause warten, warten. Es muss sich also einiges einspielen.

In der Grundschule geht es für Tom erstmal einfach so weiter. Das hat etwas von Kontnuität. Das ist auch gut. Beim Kindergarten ist es selbstverständlich ähnlich.

Und dann sind da wir Eltern. Der Elternabendmarathon findet gerade sein Ende, die erste Runde. Aber auch die anderen Themen binden einen wieder intensiv ins Schulleben ein. Die Arbeit im Förderverein ist da einer meiner Hauptpunkte. Mit den ganzen Aktivitäten rückt man nah an die Kinder ran – und an die Dinge, die wichtig für sie sind. Das ist gut und wichtig. Doch dann kommt die Eigendynamik. Die führt einen auch mal auf Abwege, Umwege und schiefe Wege. Hier gilt es aufzupassen, sonst wird man selbst Teil des Getriebes.

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Männergespräche

Im Zeichen der Männer. Der vergangene Freitag stand eindeutig im Zeichen der Männer.

Zum einen war ich bei einem Männerabend, an dem es um unsere Rolle als Mann ging. Ich will gar nicht zu viele Details erwähnen. Ich sage es mal vorsichtig. Es gab einige wertvolle Gedanken, die sich alle Männer machen sollten. Die Forderungen: Männer, pflegt eure Männerfreundschaften. Männer, entdeckt eure Emotionen wieder und scheut euch nicht, diesen auch Ausdruck zu verleihen. Männer, steht zu eurem Mannsein. Männer, achtet auf euch, vor allem auf eure Gesundheit. Männer, denkt über eure Beziehungen zu euren Vätern nach. Männer, übernehmt Verantwortung – in der Familie und der Gesellschaft.

Es gibt viele Gelegenheiten für Männer ins Gespräch zu kommen.

Es gibt viele Gelegenheiten für Männer, ins Gespräch zu kommen.

Männerbeziehungen gibt es nicht nur unter Freunden. Es gibt sie selbstverständlich auch in der Familie. Auch zwischen Papa und Sohn, selbst wenn der Sohn erst noch auf dem Weg ist, ein Mann zu werden.

So ergab es sich, dass am Freitag der Zeitpunkt für ein Männergespräch gekommen war.

Der Freitag war ein dicht gepackter Tag. Für alle. Vor allem für Marc.

Hinter ihm und seinen Kollegen und Kolleginnen lagen zweieinhalb Tage Jugendherberge. Schlafmangel inklusive. Ungünstige Voraussetzungen, um bei einem Grundschul-Fußballturnier zu bestehen. Die Stimmung unter den Kickern war mäßig. Die Leistung gar nicht so schlecht. Aber wenn die Laune schlecht ist, dann findet sich immer etwas, um unzufrieden mit sich und den anderen zu sein. Und so kam es dann auch. Spätestens nach dem Viertelfinal-Aus war die Stimmung am Tiefpunkt. Tränen und Wut. Auch Marc war niedergeschlagen und wollte nur noch weg.

Nach kurzen Diskussionen und Absprache mit dem Trainer- und Betreuungsteam sind wir tatsächlich nach Hause gefahren. Die Laune war noch nicht deutlich besser. Doch noch unterwegs, schlug Marc vor, noch eine Runde durch unser Dorf zu machen, er auf dem Waveboard, ich zu Fuß.

Dieser Rundgang hatte reinigende Wirkung. Marc erzählte von der Schulfreizeit, in aller Ausführlichkeit. Und ganz entspannt. Diese exklusive Zeit war ganz wichtig für ihn – und selbstverständlich auch für mich. Mir wurde vor Augen geführt, welch große Bedeutung ich für Marc habe. Er braucht einfach mal die Zeit für ein Männergespräch. Er fordert das ein und bestimmt den Verlauf. Allzuoft denken wir Eltern, das nur wir Zeitpunkte und Gesprächsinhalte bestimmen dürften, weil wir den Takt vorgeben. Das allein ist es jedoch nicht. Unsere Kinder wollen mit ihren Sorgen, Ängsten, Gefühlen, Meinungen und vielem anderen ernst genommen werden. Hier sind wir gefordert, zu Männergesprächen, aber nicht nur. Das alles muss passieren, um eine ordentliche Beziehung zu unseren Kindern zu bekommen. Das gibt ihnen Sicherheit – und uns Eltern auch.

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Bleib tapfer, kleiner Mann!

An anderer Stelle hatte ich es schon einmal angedeutet: Es ist gar nicht so leicht, als Junge in eine Mädchendomäne einzudringen.

Marc spielt Fußball, E-Jugend, jüngerer Jahrgang. Es ist üblich, dass Mädchen in den Mannschaften bis hinauf zur D-Jugend bei den Jungs in den Mannschaften mitspielen. Selbstverständlich sind sie in der Unterzahl, meistens zumindest. Sie sind Teil des Teams. Das ist meine Erfahrung. Sie sind in der Regel voll akzeptiert, ja assimiliert. Wenn es Stress oder Unmut aufeinander in den Teams gibt, dann hat das nichts mit dem Geschlecht zu tun. Das beobachte ich auch bei anderen Mannschaften, gegen die unsere Jungs und Mädchen antreten.

Das finde ich super, das gefällt mir, Daumen hoch.

Tanz, tanz, tanz, kleiner Mann!

Tanz, tanz, tanz, kleiner Mann!

Tom tanzt. Wenn an irgendeiner Stelle das Wort Leidenschaft angebracht ist, dann im Zusammenhang von Tom und Tanzen. Manchmal bewegt er sich ausschließlich tanzend durchs Haus, manchmal tanzt er seinen Schmerz einfach weg, wenn der Schmerz nicht gerade zu arg ist.

Tom tanzt nicht nur, er ist auch noch wählerisch. Daher hat er in seinem noch jungen Leben schon einige Tanz- bzw. Ballettschulen verschlissen. Jetzt dockt er gerade wieder in einer neuen Ballettschule an. Bei den „Kleinen“ (etwa Kita-, 1. Klasse-Alter) war er schon. Lauter Mädchen, und Tom. Doch er sollte es nochmal bei den Größeren (etwa 3. Klasse-Alter) probieren. Sein Auftritt in der Umkleide hat erstmal Gleächter hervorgerufen, wie er mir erzählte. Lauter Mädchen, und Tom – und das ist das Ergebnis. So muss das wohl sein – auch, wenn mich das ein wenig nachdenklich macht. Nein, so muss das nicht sein.

Tom hat es uneingeschränkt gefallen, erzählte er mir mit einigem zögern. Hoffentlich gab es da nicht doch einen kleinen Wermutstropfen.

Mir bleibt nur zu sagen: Bleib tapfer, kleiner Mann! Tanz, tanz, tanz!

 

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