TagMedienkompetenz

Die Zufriedenheit der Kinder

Seit gut einer Woche ist Nintendos Spiele-Handheld 3DS nun auf dem Markt. Das Ding ist eine Revolution. Es ermöglicht 3D-Darstellungen, die man ohne Brille wahrnehmen kann. Die Bilder sind spektakulär. Am intensivsten habe ich Ridge Racer 3D (Namco Bandai) und Super Monkey Ball 3D (Sega) unter die Lupe genommen. In 3D werden selbst einfacher gestrickte Titel zu einem wahren Spieleerlebnis.

Es gibt aber bei aller Begeisterung Wermutstropfen. Schon im Vorfeld ist die besondere Beanspruchung von Auge und Gehirn thematisiert worden – und ich muss sagen, ganz zu recht. Nach einer Spielsession müssen sich die Augen erst wieder an das normale räumliche Sehen gewöhnen. Sinnvollerweise lässt sich der 3D-Effekt an dem Gerät stufenlos verstellen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit diesem Regler ist oberste Pflicht.

Das gilt vor allem, wenn man vor allem kleinere Kinder mit dem Gerät spielen lässt. Unter 6 Jahre sollten die Kinder sowieso nicht sein, da sonst irreversible Schäden nicht ausgeschlossen werden können. Aber auch ältere Kinder können nach meiner Erfahrung diesem technischen Wunderwerk gar nicht so viel abgewinnen. Ich habe das Gerät einem videospielerfahrenen zwölfjährigen Mädchen in die Hand gedrückt. Es ist die Nutzung des Nintendo DS XL gewohnt. Da war die Enttäuschung über den kleinen Bildschirm groß. Und auch die Nutzung der 3D-Fähigkeiten haben sie nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen können. Unter dem Strich kommt es, glaube ich, den Kindern auf das Spiel und die Spielidee sowie die Umsetzung an – und nicht auf die Grafik und technische Spielereien. Kinder sind oft mit viel weniger zufrieden als wir so gerne glauben.

Ich denke, der Nintendo 3DS ist ein Erwachsenen-Spielzeug, und dazu vor allem für Männer mit Technik-Affinität geeignet. Mir gefällt das Gerät mit seinen Features schon sehr. Vieles ist sehr durchdacht, die Umsetzung ist gut gelungen. Nur muss man das Gerät sicher nicht seinen Kindern in die Hand geben. Wenn es denn ein Spiele-Handheld sein muss, dann tun es sicher auch die Vorgänger-Modelle. Als Elternteil, zumal als Vater, sollte man die Marketingmaßnahmen der Spieleindustrie (und anderer Branchen) nicht in sein eigenes Umfeld hinein transportieren. Eine unvorbelastete Auseinandersetzung der Kinder mit technischen Geräten ist sicher der beste Ansatz, um zu sehen, ob es bestimmte Dinge braucht oder nicht. Das gehört auch zur Entwicklung von Medienkompetenz – noch bevor man dann als Elternteil korrigierend eingreift.

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Der erste Abend zu viert

Nach gut zehn Wochen war es nun endlich so weit: Der Papa war wenige Stunden abends allein mit den drei Kindern. Tagsüber ist das viel weniger ein Problem. Aber abends…

Der Knackpunkt ist das Ins-Bett-Bringen. Da muss alles stimmen. Und irgendwie merken die Kinder dann auch, dass es auf ihre Kooperationsbereitschaft ankommt. Die Phase mit Ausziehen, Zähneputzen und ins Bett gehen hat Nora denn auch still gehalten. Sie war zwar nach einem kurzen Schlaf – auch das hat gepasst – wach, hat sich aber nicht lautstark in den Vordergrund gespielt.

Während sie schlief haben wir übrigens Videospiele gedaddelt. „Mario Cart Double Dash“ und „Der verrückte Bauernhof“ auf dem Gamecube. Tom ist größtenteils noch passiv, Marc kann schon recht gut mit den kleinen Rennwagen auf dem Bildschirm umgehen. Ich finde es wichtig, dass die Kinder Medienkompetenz erwerben. Das ist die Aufgabe der Eltern. Entsprechend ermöglichen wir ihnen den Umgang damit. Das hilft ihnen auch, sich gegenüber den Freunden zu behaupten, die noch viel tiefer in der Videospiel- und Fernsehwelt feststecken. Das nur am Rande (wird sicher noch intensiver zum Thema werden).

Während ich also mit der Kuh über den Bauernhof lief, lag Nora auf meinen Armen und spürte die Bewegungen, die auch auf dem Controller mit meinen Fingern vollführte. Das scheint ihr gefallen zu haben.

Als die Jungs jedoch im Bett waren, gab es kein Halten mehr. Geschrei pur. Ich befürchtete schon, dass sie wieder heiser werden würde. Als dann die Mama wieder kam, aber eigentlich auch schon kurz vorher, hat sie sich kurzzeitig wieder beruhigt. Aber auch bei Mama zeigte sie dann nochmals, was in ihr steckt. Die Nacht war dann übrigens einigermaßen in Ordnung. Ich bin um 22 Uhr fertig in mein Bett gesunken.

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