TagMusik

Nicht mein Problem

In den vergangenen Wochen war ich oft mit unseren Jungs im Auto unterwegs. Häufig, aber keinesfalls immer, gibt es dann CD-Wunschkonzert. Mit Abstand der beliebteste Titel in dieser Zeit war „Nicht mein Problem“ von Silbermond und Jan Delay. Vor allem Tom hat den Titel immer wieder lautstark gefordert.

Irgendwie ist es schon sehr lustig wenn dann die Beiden von hinten grölen: „Das ist mir viel zu unbequem, und überhaupt nicht mein Problem.“

In der ganzen Zeit haben mich die Erzieherinnen glücklicherweise nie darauf angesprochen, dass meine Jungs eine – sagen wir es vorsichtig – desinteressierte Haltung gegenüber den Kita-Aktivitäten an den Tag gelegt haben.

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Break

Zum Abschluss des Tages noch einmal etwas ganz anderes. Ich sitze hier so am Rechner, schreibe einen Text über Videospiele und höre via Kopfhörer großartige Musik (heute waren es Dream Theater und Stone Sour). Die Familie schläft. Den insgesamt recht gelungenen Tag – wenn man einmal den Besuch beim Zahnarzt abzieht (es war nicht der letzte in diesen Tagen 🙁 ) – hat dann noch ein schönes neues Video von Three Days Grace abgerundet. Die Nummer Break ist zwar nicht gerade eine Revolution, hat aber doch ausreichend Ohrwurm-Potenzial, dass ich den Refrain in meinen Ohren zur Schlafstätte mitnehme. Macht Euch einfach selbst ein Bild:

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Pet Shop Boys

Zugegeben, ein großer Fan von den Pet Shop Boys war ich nie. Aber Marc hat mir die Band irgendwie näher gebracht. Ganz oft muss ich mit ihm das Video zu „Love etc.“ ansehen.  Und was soll ich sagen? Ich habe sogar Spaß dabei. Super Song, Super Video. Respekt.

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Dunkle Töne sehen

Eine kleine Geschichte über Eintrittspreise und das Thema Freiwilligkeit vorneweg. Wir waren jetzt zum ersten Mal beim und im Schloss Freudenberg in Wiesbaden. Wer die Erfahrungswelt in der Villa ansehen möchte muss Eintritt bezahlen. Erwachsene können wählen, ob sie 9 oder 10 Euro bezahlen möchten, je nach Wertschätzung. Bislang wussten wir nur, dass es dort sehr interessant sein soll. Dennoch haben wir den höheren Preis bezahlt. Das machen sicher die meisten Besucher. Wahrscheinlich ist das Hauptmotiv, nicht als Knauserer dastehen zu wollen. Wer aber um die Qualität des Mitmachmuseums weiß, wird sicher gern den höheren Betrag zahlen. So gut funktioniert das wohl aber nur, weil der Unterschied der Preise so gering ist. Aber das Prinzip, das die Macher hier anwenden, finde ich gut.

Also: Unser erster Besuch im Schloss Freudenberg. Nähert man sich vom Parkplatz im Süden des Schlossgartens, merkt man gleich, dass man es mit einer wilden Gegen zu tun hat. Der Verein für alternatives Leben hat direkt am Parkplatz sein Gelände. Wenn es noch wilder wäre, dann wäre es eine Wagenburg. Gleich daneben gibt es einen Jugendzeltplatz. Ein Plan weist den weg durchs Unterholz in den „Park“. Auch dort ist alles sehr wild. Von weitem sieht man den Spielplatz mit der außergewöhnlichen Riesen-Doppel-Schaukel. Ein Ensemble von zahllosen ineinander verbissenen Baumstämmen lockt die Kletterer an. Auch im Garten gibt es viele Stationen, um seine Sinne bewusst wahr zu nehmen (Barfußpfad und ähnliches).

Die Höhepunkte befinden sich jedoch in dem Schloss. Die Wasserschale mit den zwei Griffen, die durch Handflächenreibung in Schwingungen versetzt werden kann, bis das Wasser spritzt wirken natürlich schon wie ein Magnet auf die Kinder. Dann gibt es ein bisschen Physik (Impulserhaltung) und optische Phänomene mit drehenden Scheiben. Akustische Erlebnisse hält das Obergeschoss und vor allem der Keller bereit.

Mein persönliches Highlight – völlig falsches Wort in diesem Zusammenhang – ist die Dunkelbar. Da kann man einmal ausprobieren wie es ist, wenn man gar nichts sieht. In der Bar kann man etwas trinken oder eine Waffel essen. Bezahlen im Dunklen ist gar nicht so leicht. Der Barrista selbst ist fast blind – und hilft, das Blindsein zu erklären. Sehr spannend. Er sagt, dass die Euro-Scheine nicht – wie eigentlich gedacht – ertastet werden können. Es gibt eine Art Schablone, mit der die Scheine zur Identifizierung ausgemessen werden. Ich hatte beim Sitzen auf dem Hocker zwei Bedürfnisse: Ich wollte kommunizieren, also sprechen und andere reden hören, und mir eine Vorstellung von dem Raum machen. Auch sehr spannend.

Während ich also in der Dunkelbar einen Bananensaft getrunken habe, saß der Rest der Familie bei einer Klang-Präsentation. Das hat sogar den kleinen Tom in den Bann gezogen.

Fazit: Das Schloss Freudenberg ist rundum empfehlenswert – für Groß und Klein.

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Chickenfoot

Die Begriffe Hardrock und Heavy Metal sowie die sich dahinter befindende Musik sind sehr stark mit den 70er, 80er und 90er Jahren verbunden. Die Stile haben sich weiterentwickelt, neue Begriffe wurden gefunden. Hardrock und Heavy Metal sind Worte aus der alten Welt. Aber auch sie können mit neuem Leben gefüllt werden – ob sie allerdings Digital Natives ansprechen, bleibt fraglich. Etwas ältere Semester können von guten Produkten noch immer gepackt werden. Die wirklich guten Ergebnisse bringe ich auch meinen Jungs näher.

Ein überraschend gutes Album haben ein paar alte Haudegen aus den USA hervorgebracht. Chickenfoot heißt die Band. Mit von der Partie sind Sammy Hagar, Michael Anthony, Joe Satriani und Chad Smith. Die ersten beiden waren einmal eine Hälfte von Van Halen. Sammy Hagar hatte auch schon vor der Van Halen-Zeit eine Stimme mit großem Wiedererkennungswert. Tatsächlich steht sie aber für Van Halen 2, also die Zeit nach David Lee Roth. Entsprechend schwer fällt es dem Quartett, nicht an die guten alten Zeiten zu erinnern.

Dieses Problem ist unter dem Strich wahrscheinlich aber gar nicht so groß. Musikalisch haben wir es hier nämlich wirklich mit dem Feinsten zu tun, was im Genre Hardrock gerade so möglich ist. Wesentlich trägt dazu natürlich Gitarren-Held Joe Satriani bei, der einst als Autodidakt eine solche Klasse erreichte, dass er Gitarristen wie Steve Vai und Kirk Hammett das Schrammeln beibringen durfte. Über die perfekte Rockröhre von Hagar muss man eigentlich auch kein Wort verlieren. Red Hot Chili Peppers-Drummer Chad Smith wirkt im Hintergrund extrem unaufgeregt und klar. Dasselbe gilt für die solide Rhythmus-Arbeit von Michael Anthony am Bass.

Bis auf zwei Titel handelt es sich bei diesem Album um einen rechten Rockhammer. Als Appetizer würde ich „Oh Yeah“, „Get it up“ und „Down The Drain“ empfehlen. Diese Songs zeigen sehr schön, worauf es bei gradlinigen Rock-Hammern ankommt. Die Songs My Kinda Girl und Learning to Fall (die Nummern 8 und 9) fallen etwas ab, finde ich.

Nachdem Marc mittlerweile ein großer Fan von Bon Jovi geworden ist, werde ich ihm künftig beim Autofahren auch mit Chickenfoot beglücken. Mal sehen, ob er diese Songs auch gesanglich interpretieren wird.

Chickenfoot von Chickenfoot bekommt von mir 7 von 10 möglichen Punkten.

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Triff die Vergangenheit

Zwischendurch habe ich immer wieder einmal das Bedürfnis, mich passiv-musikalisch weiterzubilden. Da ich im Moment wieder einige neue – wie sagt man so schön traditionell – Heavy Metal-/Hardrock-Alben höre, habe ich mich bei den entsprechenden Magazinen umgeschaut. Mike Portnoy von meiner Lieblingsband Dream Theater war auf der aktuellen Rockhard-Ausgabe am besten in Szene gesetzt. Also her damit.

Das Durchblättern war wie ein Wandeln in der Vergangenheit. Da blicken einem reihenweise Jungs von den Fotos entgegen, die vor 15 bis 20 Jahren schon genauso aussahen. Ich würde sagen, dass das auf 80% der Buben zutrifft. Ein bisschen Weiterentwicklung gibt es allerdings schon (richtig: 20%).

Die Interviews mit Mike Portnoy und James Labrie habe ich sofort gelesen. Und ich muss sagen: Respekt. Es sind wirklich hochwertige, informative, von Sachkenntnis nur so strotzende journalistische Texte. Ich würde sagen, der Kaufpreis ist allein damit zu 50% gut angelegt.

Dazu kommt der Spaß an häufig gewählten Sprache. Vor allem bei den CD-Reviews zeigen die Wortakrobaten der Redaktion, dass sie neben Phrasen und Floskeln auch zu netten neuen Wortschöpfungen und lustigen Formulierungen in der Lage sind.

Standard ist ja auch eine beigeheftete CD bei solchen Publikationen. Frohen Mutes habe ich sie in den Player geworfen. Ich dachte noch, vielleicht ist ja etwas dabei, wo es sich lohnt, einmal ein ganzes Album zu erwerben. Der Anfang war gut, aber schon bekannt (A Rite of Passage von Dream Theater). Aber dann wurde es mit wenigen Ausnahmen unterirdisch. Ich bin nun wirklich ein Metal-Fan erster Stunde, wenn mich auch schon früher Trash- und Death-Metal nur teilweise zufriedenstellen konnten. Die Titel auf der CD gehören meist zu Alben, die auch im Heft vorgestellt wurden. Ich war etwas schockiert, das sogar der uninspirierte Müll vergleichsweise wohlwollend besprochen wurde. Zu den besseren Acts gehören sicher noch die alten dänischen Haudegen von Artillery. Auch Devildriver mosht noch ganz ordentlich. Von da an wird es eher schwierig. Echt Grütze ist Jorn (Hardrock für einfachste Gemüter), Onheil (der Name ist Programm), Blood Red Throne (Death Metal aus Norwegen) und Ex Deo (pathetischer Death Metal über das Römische Reich).

Wenn man dann in den Kritiken noch lesen muss, dass es auch Leute gibt, die an diesen Bands Spaß haben, will man sich gar nicht vorstellen sie die Mucke der noch schlechter bewerteten Bands ist. Zufrieden bin ich jedoch mit der Erkenntnis, dass in meinem liebsten Musik-Genre die Interpreten, die mir wirklich zusagen, ein überschaubares Grüppchen bilden. Das verhindert blinden Konsum.

Ich werde sicher wieder einmal zu einem solchen Heft greifen. nach der Lektüre denke ich aber auch meine Mutter, schließlich gehörte ich schon mit 14 Jahren zu den Abonnenten des Metal Hammer. Dafür, dass sie das verstanden hat, muss ich heute den Hut ziehen.

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