TagPfannenwender

Ich, der Pfannenwender…

Manchmal kommt man sich vor wie ein heißer Feger, anderentags wie ein Pfannenwender. Der vier Monate alte Sohn hat entdeckt, dass man sich mit ein bisschen Schwung ganz prima zunächst auf die Seite und dann auf den Bauch drehen kann. Dann kann man auch viel besser gucken, die Welt steht nicht mehr Kopf und das mit dem Köpfchen hochhalten funktioniert auch schon ganz prima.

Drei Minuten lang.

Dann passiert folgendes: Der doofe Kopf wird schwer. Erst wird dann gemeckert, dann gepustet und alles funktioniert nicht, um wieder zurück auf den Rücken zu flutschen. Was also tun? Es hilft lediglich ein aufgeregtes – „Bäh“. Papa rennt herbei, wendet den Winzling wie einen Pfannkuchen und schwupps – zurück auf Los. Eine Mikrosekunde Kraft gesammelt, geht es dann von vorn los, weil das Drehen so viel Spaß macht.

Ein befreundetes Päärchen erzählte uns schon bei unserem ersten Kind, es habe wochenlang sein Baby minütlich wieder wenden müssen, was unglaublich an den Nerven gezehrt habe. Vielen Dank für die Tipps. Unser Erstgeborener hatte zum Glück nach drei Tagen den Dreh raus. Ab dato ging es im Rollverfahren quer durch das Wohnzimmer. Spitze Kanten von Möbeln wurden mit formschönen schwarzen Koffern gepuffert oder anderweitig zugestellt. Das war lustig anzusehen und machte allen Beteiligten viel Spaß.

Der Zweitgeborene lässt sich nun seit ungefähr 10 Tagen alle paar Minuten wenden…

Foto: w.r.wagner  / pixelio.de

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Küchengeräte = Spielzeug = Fun!

Warum ersteigere ich eigentlich die schönsten Legos auf eBay, bereite diese liebevoll in der Waschmaschine auf, trockne und poliere sie anschließend, sortiere die Steinchen nach Farben und führe diese liebevoll in Spielboxen mit dem aktuellen Stand zusammen? Manchmal ist dieses Gebaren, dass dem Spaß des Kindes dienen soll, gefühlt sinnlos.

Schnullersuppe.

Schnullersuppe - köstlich.

So sind doch Küchengeräte viel interessanter. Gleich, ob man sich an den Küchenschubladen die Finger klemmen kann oder der Dosenöffner auch scharfe Kanten hat – am besten ist es doch, wenn man wie Mama oder Papa einen Topf aus dem Schrank holt, eine Zwiebel reinpellt, die Schale sorgfältig auf dem kompletten Küchenboden verteilt, einige Knoblauchzehen mit dem Pfannenwender bis hinten unter dem Schrank platziert, die Nudeln („Ludl“, Anm. d. Red.) aus dem Apothekerschrank dann gleichmäßig zerhackt und sowohl im Topf als auch daneben platziert.

Einige Highlights: Wenn man schon die Steckdosen nicht nutzen darf, so kann man wenigstens die Stecker von Rührgerät und Kaffee-Röster in die Schranktür-Ritzen einpflanzen. Dass es dabei zu Kratzern kommt, ist ja eher witzig als hinderlich.

Angesagt ist auch Schnullersuppe. Schmeckt vorzüglich.

Wusstet ihr, dass man mit Kartoffeln an der Wand malen kann?

Recht schwierig zu ergattern und zu hüten wie ein Schatz, den man gefunden hat: Ein Messer. Das kommentiert man mit „Messer spitz“, aber natürlich auch mit einem „Messer lieb“.

Es wird schon deswegen niemals langweilig, eine komplette Schublade auszuräumen, weil die Dinge dann anschließend wieder in neuer Konstellation darin weilen. Und das passiert ganz automatisch. Irre.

Interessant: Hochwertiges Porzellan trashen. Das ist sinnvolle Vorbereitung auf den Polterabend, der ja alsbald anstehen könnte, schließlich fehlt noch jedes Gefühl für Zeit – für heute, gestern und morgen. Doof ist nur, wenn Papa den Teller nicht wieder heile machen kann, selbst wenn er es grad‘ soll. Dann heißt es auch schonmal: „Bäääää“.

Wir müssen uns im Ernst fragen: Wozu also um Himmels Willen Spielzeug? Wir haben doch Küchengeräte…

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