TagSchlafen

Verkorkster Winter

Es kommt im Jahr sicher nur fünf Mal vor, dass ich schlecht schlafe. Ausgenommen sind selbstverständlich jene Nächte, in denen die Störungen von außen, in Form von kleinen Nachtgespenstern, an mich heran getragen werden. Die vergangene Nacht jedoch war eine dieser fünf Nächte.

Sonnenuntergänge wie diesen gab es in diesem Winter nur selten.

Sonnenuntergänge wie diesen gab es in diesem Winter nur selten.

Ich glaube, dass daran unter anderem der verkorkste Winter schuld ist. Okay, der Winter wird noch einige Wochen andauern. Aber dieses milde und trübe Wetter ist unerträglich. Die wenigen Pseudo-Schneetage in unserer Gegend Anfang Dezember zählen nicht. Es fehlt an Frost, Sonne und natürlich irgendwie auch Schnee. Da allerdings sind die Erwartungen bei uns nicht ganz so groß.

Die Kinder werden auch um viele nette Erlebnisse draußen gebracht. Der Körper kann kein Vitamin D bilden, die Seele beginnt zu verkümmern, die Laune ist so nicht gerade die beste.

Seit gestern fliegen in Deutschland schon wieder Pollen – das ist eine Horrorvorstellung. Experten warnen schon heute davor, dass es in diesem Jahr eine übergroße Menge an Haselnuss- und Birkenpollen geben wird. Das ist eine kleine Katastrophe für ein Haus voller Allergiker – natürlich tue ich mit vor allem selbst leid.

Auch wenn es umsonst sein sollte: Ich freue mich auf die nächste Frostperiode. Angeblich erhält der Winter in den kommenden Tagen eine Chance – hoffentlich kann er sie nutzen. Vielleicht kommt die Pollenproduktion dann doch noch ins Stocken. Auch für die Vernichtung von Viren und Bakterien ist der Frost gut. Also, Winter, auf geht’s!

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Wenn das Süße zur Qual wird

Manche Situation findet man einfach zu süß, herzzerreißend, großartig. Von elterlichen Gefühlen überwältigt, bekommt der Verstand Pause.

Heute wissen wir, dass wir einen solchen Aussetzer hatten, als Nora vor einigen Monat zum ersten Mal in Marcs Bett wollte, um gemeinsam mit ihm einzuschlafen. Klar, muss man einen solchen Wunsch nicht unterbinden. Aber aus einer Episode ist ein Standard geworden. Für Nora ist klar: Ich schlafe im Bett von Marc – und ganz selten auch in Toms Bett – ein.

Was ist unser Problem? Natürlich wird es den beiden irgendwann zu eng. Dann schreiten wir, wenn beide tief schlafen, zur Trennungsaktion. Nora landet in ihrem eigenen Bett, ganz sanft und auch gar nicht wirklich unzufrieden. Doch meist zwischen 0 und 1 Uhr ist ihr Schlaf nicht mehr ganz tief und sie realisiert, dass sie sich nicht mehr an jener Stelle befindet, an der sie eingeschlafen ist. Und das gefällt ihr gar nicht.

Und schon schnappt ein zweiter Automatismus zu. Wir holen sie, ihrer Unzufriedenheit lautstark Luft machend, in unser Bett. Meist klappt das ganz gut. Sie schläft in der Regel schnell ein und schläft dann bis in die Puppen. Leider gibt es auch Ausnahmen von der Regel – im Moment sind diese recht häufig, leider.

Jetzt beginnt die Arbeit. Wir brauchen einen neuen Standard. In der ersten Zeit geht er auf Kosten der Bequemlichkeit. Es ist einfach bequemer, wenn das Kind rasch einschläft und nicht noch ewig herumquängelt und die anderen vom Schlafen abhält, die dann auch noch zu Nörgeln beginnen.

Im Moment ziehen wir die Bequemlichkeit vor und bezahlen das mit Schlafmangel. Doch ewig kann das so nicht weitergehen……Irgendwann……muss damit……Schluss………sein….. Chrrrrrrrrrrrr……………..

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Die Last der Baustelle

Jetzt muss ich doch ein paar Worte über unsere Baustelle im Haus verlieren – allerdings werde ich keine Details verraten, um die Einbrecher nicht auf die Spur zu bringen ;-).

Wir haben nun schon seit gut 5 Wochen keine Küche mehr. Der Kühlschrank steht im Spielzimmer, die Herdplatten stehen im Wohnzimmer. Gespült wird on the fly im Flur oder im Bad.

Wir hoffen, dass wir zu Weihnachten schon selbst gebackene Plätzchen verzehren können. Garantiert ist das nicht. Es gibt noch eine Menge zu tun für die verschiedenen Gewerke.

Mich nervt die Situation schon ziemlich. Viel härter trifft es natürlich meine Frau und die Kinder. Die Frau im Haus ist hart im Nehmen. Doch bekommen ich langsam das Gefühl, dass die Kinder der Situation auch langsam überdrüssig werden.

Das lässt sich nicht konkret oder bewusst festmachen. Allerdings gibt es anstrengende Verhaltensweisen der Kinder – Aufmüpfigkeit, Unausgeglichenheit, Stimmungsschwankungen -, die auf Stress hindeuten. Aber jetzt sind wir nun einmal mittendrin. Zurückdrehen lässt sich nichts.

Am Anfang waren die Bauarbeiten ziemlich laut – in dieser Zeit hat Nora nachts viel geweint. Baulärm und Nachtlärm – da gab es einen direkten Zusammenhang. Außerdem haben sich massenweise fremde Männer die Klinke in die Hand gegeben. Das hat Nora sicher auch verwirrt – allerdings hat sie sich mit allen Jungs auf Anhieb bestens verstanden.

Die meisten üblen Situationen haben irgendwann ein Ende. So wird es hoffentlich auch hier sein. Die Hoffnung haben wir noch nicht verloren.

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Ma, Doos, Nona

Nora und die Sprache.

Nora und die Sprache.

Das sind übrigens die Namen unserer Kinder. So langsam gewöhnen wir und dran – und manchmal ertappen wir uns dabei, wie wir diese Namen wählen, um die drei anzusprechen. Sie hören auch auf die Namen.

Der Spracherwerb von Nora schreitet voran. Allerdings ganz gemächlich. Sie nutzt ihre Freiheit. So lange wir sie verstehen und reagieren, gibt es eigentlich ja auch keinen Grund, sich das mühsam Gelernte wieder abzugewöhnen.

Gleichwohl spüren wir, wie sie versucht auch schon komplexe Lautfolgen und so etwas wie Sätze zu sprechen. Verständlich – akustisch – ist das aber noch lange nicht.

Das Heißlaufen des Sprachzentrums macht sich häufig nachts Luft, wenn sie ihre Worte spricht. Meistens ist sie dann wach. „Ma, Doos, Nona, Mama, Papa, Yaya, Haus, Auto, Oma, Opa, Heiß….“ und dann wieder alles von vorn und dann auch mal in einer anderen Reihenfolge. Manchmal ruft sie auch im Schlaf Namen – und dann nicht nur einmal oder nur einen.

Wir werden es vermissen, wenn sie erst richtig sprechen kann. Und so lange haben wir Spaß daran, wie Nora ihre Welt beschreibt. Immer mit einem eigenen Stil und voller Selbstbewusstsein.

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Nächtliche Unterredungen

Sprache ist eine komplexe Sache. Wir gehen zwar täglich damit um – und doch hat sie so ihre Tücken. Auch Erwachsenen geht es manchmal so, dass ihnen die richtigen Worte fehlen. Das passende Wort zu finden, ist nicht immer leicht. Da bringt es uns auch nichts, wenn das Wort einem auf der Zunge liegt.

Wie komplex Sprechen und Spracherwerb ist, führen einem natürlich die Kinder eindrucksvoll vor. Von Noras Versuchen habe ich bereits berichtet. Sie ist immer noch auf dem Weg. So richtig ist der Knoten noch nicht geplatzt. Aber es arbeitet wahnsinnig in ihr – und treibt uns so manchmal an den Rand des Wahnsinns.

Die Nächte sind immer noch sehr anstrengend. Das erste Mal beschwert sie sich in der Regel zwischen 0 und 1 Uhr. Eine längere Wachphase legt sie dann zwischen 2 und 4 Uhr ein. In dieser Zeit überfällt sie ein ausgeprägtes Redebedürfnis. Ehrlich gesagt mangelt es ihr zu dieser Uhrzeit an aufmerksamen Zuhörern. Geduldig sagt sie dann aber all die Worte auf, die sie schon einigermaßen beherrscht – eine echte Geschichte wird aber trotzdem nicht draus. „Auto, Oma, Lu, Jaja, Anna, Opa, Mama, Papa, Haus, heiß, Auto, Lu, Jaja, Anna, Butter, Haus…“ So geht es dann in einer Tour.

Irgendwie spürt man, dass ihr das Üben des Sprechens zu dieser Uhrzeit wichtig ist. Sie ist auch gar nicht aus der Ruhe zu bringen. Irgendwann, wenn wir schon lange nicht mehr mitzählen können, wie oft sie einzelne Worte wiederholt hat, dann schläft sie vielleicht auch wieder ein – ohne größere Unruhe zu erzeugen. Und morgens schläft sie sich dann richtig aus. Und wir hoffen weiter, dass sie bald mit sich und ihrer Sprache im Reinen ist und wieder selig durchschlummern kann – und wir mit ihr.

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Der Kummer mit dem Schlafbedarf

Immer wieder hören wir Geschichten von Kleinkindern (2+), die unbedingt abends um 19 Uhr ins Bett gebracht werden müssen, damit sie am nächsten Morgen nicht länger als bis 8 Uhr im Bett bleiben.

Das sind für uns Geschichten aus einer anderen Welt. Mit großen Augen und weit geöffnetem Mund stehen wir dann da, werden neidisch und versinken in Selbstmitleid.

Das letzte ist natürlich Quatsch. Allerdings ist es wohl so, dass Kinder tatsächlich mit sehr unterschiedlichem Schlafbedarf gesegnet sind – und das ist dann einfach so.

Bei unseren Dreien können wir schon heute sagen, dass sie in ihrer Kleinkindzeit mit wenig Schlaf auskommen. Das ist nicht immer ganz leicht.

Gerade bei Nora (20 Monate) stehen wir im Moment an einem entscheidenden Punkt. Macht sie ihren normalen Mittagsschlaf (90 Minuten) ist sie abends noch zu munter und wacht am nächsten Morgen zwischen 5.15 Uhr und 6.15 Uhr auf. 6.15 Uhr ist ja noch okay – aber alles davor eigentlich unerträglich auf Dauer. Macht sie keinen Mittagsschlaf, klappt es mit dem Einschlafen besser – und morgens sind dann auch alle ein bisschen länger im Bett – was ja auch mal gut tut.

Allerdings: Die Zeit des Mittagsschlafs können meist Mama und manchmal auch Papa ebenfalls für eine kleine Pause nutzen. Legen wir Nora mittags hin, um sie dann nach einer halben Stunde wieder zu wecken, wird sie zur Furie. Da ist Fingerspitzengefühl und wieder mal ein wenig Geduld gefragt. Dann klappt es auch bald mit der richtigen Schlafdosierung.

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