TagSchule

Schulbeginn, schon wieder

Am 3. August 2011 habe ich unter der Überschrift „Hilfe, die Schule geht wieder los!“ über meine Ängste vor dem neuen Schuljahr geschrieben. Ich habe mir den Beitrag nochmal durchgelesen. Und ich dachte: Komm, ich mache einfach Copy, Paste.

Das mache ich natürlich nicht. Die Vorzeichen sind auch andere, die Befürchtungen sind ähnlich. Aber es mischt sich etwas dazu: Die Freude, dass jetzt auch Tom ein Schulkind wird. Er freut sich seit einiger Zeit sehr auf die Schule. Und das ist richtig schön.

Höhleneingang

Was erwartet mich im neuen Schuljahr? Die Frage stellen sich Schüler, aber auch Eltern. Ich fühle mich wie vor dem Eingang in eine Höhle - ich weiß nicht, was da kommt.

Klar, die Beschäftigung mit Schule, Inhalten, Bildung wird noch intensiver und komplexer. Die Endstufe ist selbstverständlich erst erreicht, wenn alle Kinder in die Schule gekommen sind. Nora hat aber noch zwei, drei Jahre Zeit. Und damit auch wir als Eltern.

Wenn ich aber ganz nah bei mir und meinen Gefühlen bleibe, baut sich schon ein wenig Stress in mir auf. Hier geht es aber eher darum, in der nächsten Zeit den Verführungen zu widerstehen, sich all zu sehr einzubringen. Ich musste für mich eine Entscheidung treffen. Das heißt Konzentration auf unsere Kinder und die Vorstandsarbeit im Förderverein. Kein Verzetteln, auf die Engagement-Bremse treten. Das ist besser für mich und für die Familie. Insofern, wenn ich mich zu nichts verleiten lasse, sollte ich ganz fokussiert und in gewisser Weise entspannt in die Schul-Zukunft blicken können. Aber an dieser Haltung arbeite ich noch. Ich habe noch vier Tage Zeit.

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Zahnen in der zweiten Reihe

Tom ist unser Mann für alle Fälle. Vor allem für Überraschungen jeglicher Art.

Ich habe schon einmal über Zähne, Zahnen, Zähne kriegen berichtet. Damals ging es auch darum, dass es Frühzahner und dann eher Normalzahner gibt. Marc gehört zur ersten Sorte und hat schon mit 4 seine ersten Milchzähne abgeben müssen. Tom entwickelt sich jetzt zum Schulkind – im kommenden Jahr ist es so weit – und pünktlich kommt Bewegung in seine Mundhöhle.

Doppelte Zahnreihen

Doppelte Zahnreihen

Aber eben nicht so, wie man das kennt. Wackelzahn und raus damit, Platz machen für das Neue. Nein, bei Tom muss es selbstverständlich anders sein. „Ich brauche keinen Platz, ich komm einfach raus“, dachte sich die erste Schneidezahn unten. „Interessiert mich doch nicht, wenn die ollen Dinger keinen Platz machen wollen.“ Dafür geben sich die Neuen im Mund dann auch mit der zweiten Reihe zufrieden.

Der Zahnarzt übrigens ist informiert. Wenn sich nämlich gar nicht tun würde, muss man auch mal ein bisschen nachhelfen. Das scheint aber nicht möglich zu sein. Den Ersten wird es jetzt wohl doch zu eng. Das Wackeln hat begonnen. De Schule kann dann auch kommen.

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Normal wie normal, banal wie banal

Heute ist ein großer Tag für unsere Familie, dabei ist es eigentlich so banal wie banal etwas sein kein. Der ganz normale Alltag beginnt nämlich.

Meine Frau hat heute nach rund drei Jahren Pause ihren ersten Arbeitstag. Nora geht in den Kindergarten, Tom darf endlich in der Kita mittags essen (darauf wartet er schon drei Jahre), Marc geht wieder in die Schule und auch für mich gehen drei Jahre Ausnahmezustand zu Ende.

Jetzt bin ich nämlich wieder ungeschonter Teil des Familienlebens. Nachts konnte man sich manchmal rausnehmen. „Ich muss morgen arbeiten, ich kann jetzt nicht aufstehen.“ Das ist nur einer der Sätze, die der Vergangenheit angehören. Jetzt bin auch ich beispielsweisewieder dran, die Kinder in den Kindergarten zu begleiten. Das wirkt sich auf meine Arbeitszeiten aus.

Es ist die Zeit der Umstellungen, auf normal (also so normal wie normal sein kann).

Auf einige Dinge freue ich mich, vor anderen habe ich auch ein bisschen Angst. Das System Familie kommt in Bewegung. Und das wird sicher das eine oder Mal an dieser Stelle Thema werden.

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Die Toilettenfrage

Es ist nicht ganz ungefährlich, sich öffentlich über das Schulleben zu äußern. Das gilt vor allem dann, wenn die eigenen Kinder voraussichtlich noch rund sieben Jahre die betreffende Schule besuchen werden.

Hier geht es allerdings gar nicht um die Schule, sondern vielmehr um das Thema Erziehung. Nein, dieser Begriff ist ein wenig geächtet. Ich spreche an der Stelle lieber von Wertevermittlung und der Frage, wie ein Zusammenleben überhaupt möglich ist. Und noch hochtrabender: Wie ist Gesellschaft möglich?

Die Schule ist hier also nur ein Ort der Beobachtung. Seit einigen Tagen sind die Toiletten während der Unterrichtszeiten abgeschlossen. Es haben sich Fälle des Missbrauchs der Anlage gehäuft (sic!). Hausmeister und Reinemachefrauen sahen sich nicht mehr im Stande, die mutwillig herbeigeführte Zerstörung und Verschmutzung zu beseitigen. Es wird davon gesprochen, dass alles auf den Toiletten passiert ist, was man sich vorstellen kann aber nicht vorstellen will.

Lehrer und Eltern sind baff. Aber gerade Letztgenannte tragen die Hauptverantwortung für das, was wohl vorwiegend oder ausschließlich auf den Jungentoilette geschieht. Hier kommt für mich das Thema Wertevermittlung ins Spiel. Welche Werte werden den Kindern vermittelt? Werden überhaupt Werte vermittelt? Große Worte können viele der Schüler führen. Macht ausüben und unterdrücken können auch einige perfekt. Gewalt, noch nicht einmal als letztes Mittel, wird auch gern eingesetzt (hier geht es nicht um Raufen sondern um bewusstes Verletzen). Achtung vor dem Eigentum und der Unversehrheit Dritter gehört offensichtlich bei einer ausreichend großen Zahl von Menschen hierzulande nicht mehr zum Wertekanon – und das zeigt sich eben gern bei Kindern und Jugendlichen.

Sicher ist es nicht der Großteil der Kinder, die sich an oben genannten „Werten“ orientieren. Allerdings muss man die Frage stellen dürfen, wie groß der Anteil an Kindern und Familien mit solcher Wertorientierung sein darf, bis Gesellschaft und das Zusammenleben nicht mehr funktioniert.

Einigermaßen moralisch bin ich damit heute leider geworden. Allerdings steckt in dem Beobachteten eine große Herausforderung, der wir uns alle stellen müssen. Ein Ansatzpunkt, ein ganz kleiner, aber sicher ein ganz wichtiger: Wir müssen wertschätzend und voller Achtung unseren Kindern begegnen. Nur so ist es möglich, dass sich Kinder auch anderen Menschen und dem Eigentum Dritter entsprechend verhalten.

Ich bin nun gespannt, wie sich dieses ganz spezielle Thema an der Schule entwickeln wird. Hat vielleicht jemand der Leser Erfahrungen mit ähnlichen Situationen gemacht. Welche Lösungsansätze für dieses ganz spezielle Problem gibt es? Ich freue mich auf Feedback.

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Der Rechentrainer

Neulich, als wir drei Männer auf dem Weg zum Bäcker waren – an einem Wochenende wohlgemerkt, haben wir uns über die Schule unterhalten. Tom wird im kommenden Jahr eingeschult. In Hessen haben sie nun die Erstvorstellung der Kinder auf den März des Vorjahres vorgezogen. So kam ich irgendwie darauf, Tom mal wieder zu fragen, ob er sich denn auf die Schule freut. Bisher hat er immer etwas allergisch reagiert. An diesem Morgen war das anders.

Eigentlich sagte er gar nichts, dafür stieg Marc auf das Thema ein. „Bis es soweit ist, muss ich dem Tom noch ganz viel beibringen – Deutsch, Mathe. Wir fangen gleich mit Mathe an.“ Tom hat sich nicht gewehrt, sondern hat ganz aufmerksam zugehört und versucht, die Rechenaufgaben zu lösen. Was auch mehr oder weniger funktioniert hat.

Als das Addieren zu langweilig wurde, wohl eher für Marc als für Tom, ging es an die Multiplikation. Natürlich sollte es eine einfach Aufgabe werden. „Tom, was gibt 1 mal 1?“ Keine Antwort. Okay, dann versuchen wir es mit einer anschaulichen Textaufgabe. „Tom, wenn Du einmal zum Bäcker gehst und ein Brötchen kaufst und dann ein Brötchen hast, wieviele Brötchen hast du dann?“ „Zwei!“

Das Beispiel war dann wohl doch zu anschaulich. Aber wir hatten einen Riesenspaß. Und darum geht es ja schließlich auch beim Rechnen. Mit den richtigen Lösungen kann man sich noch früh genug beschäftigen.

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Nur nicht aufregen – Ein Telegramm

Ich habe lange kein Telegramm mehr gepostet. Heute Abend hat sich da aus einem Dialog etwas ergeben. Marc schreibt morgen die erste benotete Arbeit seines Lebens. Das ist eine echte Zäsur. Es wird ein Diktat. Ausgerechnet.

Mama: „Du schreibst morgen ein Diktat!?“

Marc: „Ich freu mich schon, es wird benotet.“

Papa: „Bist Du auch ein bisschen aufgeregt?“

Marc (lacht): „Natürlich bin ich aufgeregt.“

Mama: „Ach Marc, Du musst nicht aufgeregt sein!“

Marc: „ICH WILL ABER AUFGEREGT SEIN!“

Wir haben verstanden, Gespräch beendet.

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