TagSommerzeit

Wer hat an der Uhr gedreht?

Im Oktober habe ich mich schon einmal mit der Zeitumstellung und den Auswirkungen auf das Familienleben auseinandergesetzt. Das hindert mich nicht, das Thema ein weiteres Mal aufzugreifen.

Jeder merkt es an sich selbst, dass die Zeitumstellung nicht spurlos an einem vorübergeht. Einerseits findet man es ganz schön, dass es abends länger hell ist. Andererseits fehlt einem die frühe Morgensonne, um frohen Mutes und beizeiten aus den Federn zu hüpfen. Für die Kinder ist es auch schwierig. Sie finden abends nicht so leicht in den Schlaf. Und bei Nora ist es eher so, dass sie morgens früher wach ist. Absurd, aber das System ist durcheinander und sucht nach Ausgleich. Der Rhythmus ist gestört. Und alle hoffen, dass sich das ganze rasch wieder einpendelt.

Interessant ist, dass diese Zeitumstellung für Marc nun auch ein erkenntnistheoretisches Thema ist. Er macht sich Gedanken darüber. Und es wird deutlich, dass Zeit und Uhr dasselbe für ihn bedeuten, weil wir wohl selbst nicht ganz trennscharf mit den Begriffen umgehen. Die Helligkeit am Abend verwirrt ihn, und auch Tom sagt, dass es beim Zubettgehen ja noch ganz hell draußen ist. Marc aber grübelt weiter. er hat gesagt, dass doch nur Gott die Zeit umgestellt haben könne. Das könne ein Mensch doch gar nicht leisten. Zu wenig Macht eben.

Und er hat irgendwie recht: Natürlich haben wir nicht die Zeit umgestellt, sondern nur die Uhren. Der Weltenlauf ist durch eine Entscheidung von Menschen zum Glück noch nicht verändert worden – noch nicht.

Flattr this!

Die Tücken der Zeitumstellung

Ich versuche ja manchmal, mich mit Tatsachen und Entscheidungen anderer, die sich außerhalb meines Einflussbereichs befinden, abzufinden. So halte ich das im Normalfall auch mit der Sommerzeit. Ja, mir sind die Studien bekannt, die herausgefunden haben wollen, dass der Mensch mit seinem natürlichen Biorhythmus für solche Eskapaden nicht geeignet ist. Trotzdem ist meine Einstellung zur Zeitumstellung ziemlich liberal.

Am Tag nach der Zeitumstellung – und manchmal auch noch einige Tage danach – ist meine Meinung, von ganz subjektiven Ereignissen geprägt, dann doch eine völlig andere.

Wenn die mitteleuropäische Sommerzeit auf die Normalzeit wechselt kommt immer wieder die Sprache darauf, dass man eine Stunde geschenkt bekommt. Wer allerdings Kinder hat, wird da schnell eines anderen belehrt. Vor allem kleinere Kinder schert das Gerede nicht. „Toll, da kann man glatt eine Stunde länger schlafen!“

Wer gestern Abend dann auf die Abendgestaltung verzichtet hat und gemeinsam mit den Kindern oder allenfalls kurz danach in die Federn gesunken ist, hatte möglicherweise die Chance auszuschlafen. Bei uns war heute um 5.15 Uhr die Nacht beendet. Der Tag, der auf diese Nacht folgt, kann da schon ganz schön lang werden. Für alle Beteiligten.

Genörgel, Gejammer, Gequängel – und das an mehreren Tagen von mehreren Kindern. Da kann die Liberalität schon für einige Tage hinter Gittern landen.

Flattr this!

Die Attacke der Sirenen

Das Wochenende war eigentlich gar nicht so schlecht – der gestrige Sonntag allerdings wird in die Familiengeschichtsbücher eingehen. Die Kinder haben gestern so viel geheult und geschrieen wie noch nie – das ist ein gefühlter Wert.

Alles wurde zum Anlass genommen, um daraus ein Drama zu machen. Jede Kleinigkeit. Dazu kam auch noch Pech, wie der eine oder andere Sturz mit Bagatellverletzung. Ich habe mit anderen Elternteilen kommuniziert – sie haben von ähnlichen Phänomenen berichtet.

Was war Schuld? Ich bin zu allerletzt ein Verschwörungstheoretiker. Tatsache aber ist, dass in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Sommerzeit begonnen hat. Die Uhren wurden eine Stunde vor gedreht. Als Marc noch sehr klein war, noch keine zwei Jahre alt, hatte das auch furchtbare Auswirkungen auf seinen Rhythmus. Er ist einen ganzen Sommer lang selten vor 22 Uhr eingeschlafen (allerdings hat er zu jener Zeit noch ausgiebige Mittagsschläfchen gehalten).

Jetzt bleibt nur die Hoffnung, dass sich das ganze schnell wieder einpendelt. Ich bin ja heute wieder im Büro gewesen und bin dort von Kindergeschrei und -geheule verschont gewesen. Aus Sicherheitsgründen habe ich auf einen Anruf zu Hause verzichtet.

Bei allem Kummer wegen der Sommerzeit. Nun genieße ich sehr, dass ich nach Hause fahre und die Sonne noch scheint – und dass sie es noch eine Weile tun wird.

Flattr this!

© 2019 passionpapa

Theme by Anders NorenUp ↑