TagSpielzeug

Die gute alte Holzeisenbahn

Weihnachten naht. Die Zeit der Geschenke. Uns gehen die Ideen aus. Was wollen und brauchen die Kinder? Zum Spielen eigentlich nichts Neues. Machen wir uns nichts vor. Es ist viel im Haus, obwohl wir sicher nicht übermäßig viel Spielzeug haben. Nach einigen Jahren Remise haben wir die Holzeisenbahn wieder ausgepackt. In zwei Tagen haben die Kinder rund acht Stunden damit gespielt – gemeinsam. Also, eigentlich braucht es nichts Neues.

Die gute alte Holzeisenbahn ist aus der Remise gefahren und erfreut großer Beliebtheit.

Die gute alte Holzeisenbahn ist aus der Remise gefahren und erfreut sich großer Beliebtheit.

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Ich brauche einen Kinder-Regenschirm

Die Frage, wie viel Spielzeug ein Kind braucht, um glücklich zu sein, stellt sich spätestens in folgender Situation: Wir suchen die Lok von der Duplo-Eisenbahn, die in einer der fünf überkindergroßen Legostein-Kisten sein könnte – aber nicht zwingend dort sein muss. Werkzeugkasten, Holzbau-Flughafen, Musikinstrumente, Puzzle, Knete, Malbuch, Kinder-Fahrzeuge. Die Liste der Spielzeuge ist lang. Was soll man aber tun, wenn sich der Sproß für etwas Neues wirklich begeistert?

Kinderregenschirm, Modell Sau-Bär, bei DM.

Kinderregenschirm, Modell Sau-Bär, bei DM.

Das Bügelbrett, das wir gestern erstanden haben, wird zumindest rege genutzt. Schon wochenlang wurde im Kindergarten immer mit dem „Gügeleisen“ auf dem „Gügelbrett“ erstmal eine Viertelstunde gegügelt, bevor es in die Gruppe ging. Das Fahrrad, das auch Pedale hat und nicht nur wie so ein blödes Laufrad ausschaut, ist längst bei Oma und Opa für Xmas eingebrieft. Für den Spielplatz gibt es inzwischen eine Maurerausrüstung, bei der sich mancher Bauarbeiter eine Scheibe abschneiden kann. Aber manchmal fragt man sich dann: „Warum zum Geier braucht er denn genau das jetzt auch noch?“

Ich weiß nicht einmal, wie unser Zweijähriger drauf gekommen ist, aber ein Künder-Regenschürm musste her. Bei jeder Einkaufsfahrt – bei jeder Frage im Supermarkt: „Was möchtest du einkaufen?“ – hieß es einhellig: „Einen Künder-Regenschürm“. Und dabei können Kinderaugen so dermaßen leuchten, dass Papa sich dann auf die Suche macht. Zu viel Spielzeug hin oder her.

Auf geht’s also in die Stadt. Die Billigläden wie Woolworth – wo ich so ein Ding vermutet hätte – lassen einen buchstäblich im Regen stehen. Der Kleine fragt die Verkäuferin erwartungsvoll selbst: „Ich brauche eine Künder-Regenschürm!“ – „Einen Kinderriegel?“ – antwortet die irritiert. Die Enttäuschung ist riesig. Auch Rossmann ist keine Hilfe. Hier gibt es zwar jede Menge Kinderkrempel und auch die wohl günstigsten Windeln in Sondergröße 5-Plus, aber das Objekt der Begierde fehlt im Sortiment. Immerhin weist die freundliche Kassiererin den Weg zu DM. Und dort steht gleich im Eingangsbereich ein großer Aufsteller mit Schirmen – und auch mit bunten kleinen Schirmchen mit rosafarbenem oder orangenem Griff von Sau-Bär. Er strahlt (gemeint ist nicht der Schirm).

Auf dem Weg heim ist der Regenschirm aufgespannt. Natürlich regnet es nicht. Zuhause angelangt schützt der Regenschirm vor möglichem plötzlichen Wassereindringen auch auf der Wickelkommode. Nur ins Bett ist er nicht geschlüpft.

Morgen erstehen wir einen Kaufladen mit viel Zubehör.

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Küchengeräte = Spielzeug = Fun!

Warum ersteigere ich eigentlich die schönsten Legos auf eBay, bereite diese liebevoll in der Waschmaschine auf, trockne und poliere sie anschließend, sortiere die Steinchen nach Farben und führe diese liebevoll in Spielboxen mit dem aktuellen Stand zusammen? Manchmal ist dieses Gebaren, dass dem Spaß des Kindes dienen soll, gefühlt sinnlos.

Schnullersuppe.

Schnullersuppe - köstlich.

So sind doch Küchengeräte viel interessanter. Gleich, ob man sich an den Küchenschubladen die Finger klemmen kann oder der Dosenöffner auch scharfe Kanten hat – am besten ist es doch, wenn man wie Mama oder Papa einen Topf aus dem Schrank holt, eine Zwiebel reinpellt, die Schale sorgfältig auf dem kompletten Küchenboden verteilt, einige Knoblauchzehen mit dem Pfannenwender bis hinten unter dem Schrank platziert, die Nudeln („Ludl“, Anm. d. Red.) aus dem Apothekerschrank dann gleichmäßig zerhackt und sowohl im Topf als auch daneben platziert.

Einige Highlights: Wenn man schon die Steckdosen nicht nutzen darf, so kann man wenigstens die Stecker von Rührgerät und Kaffee-Röster in die Schranktür-Ritzen einpflanzen. Dass es dabei zu Kratzern kommt, ist ja eher witzig als hinderlich.

Angesagt ist auch Schnullersuppe. Schmeckt vorzüglich.

Wusstet ihr, dass man mit Kartoffeln an der Wand malen kann?

Recht schwierig zu ergattern und zu hüten wie ein Schatz, den man gefunden hat: Ein Messer. Das kommentiert man mit „Messer spitz“, aber natürlich auch mit einem „Messer lieb“.

Es wird schon deswegen niemals langweilig, eine komplette Schublade auszuräumen, weil die Dinge dann anschließend wieder in neuer Konstellation darin weilen. Und das passiert ganz automatisch. Irre.

Interessant: Hochwertiges Porzellan trashen. Das ist sinnvolle Vorbereitung auf den Polterabend, der ja alsbald anstehen könnte, schließlich fehlt noch jedes Gefühl für Zeit – für heute, gestern und morgen. Doof ist nur, wenn Papa den Teller nicht wieder heile machen kann, selbst wenn er es grad‘ soll. Dann heißt es auch schonmal: „Bäääää“.

Wir müssen uns im Ernst fragen: Wozu also um Himmels Willen Spielzeug? Wir haben doch Küchengeräte…

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Von Prinzessinnen und Pferden

Ausritt

Eigentlich gibt es bei uns kein geschlechtsspezifisches Spielzeug von Anfang an. Marc war noch ein ganz kleiner Kerl, als wir ihm die erste Puppe gekauft haben. Er sollte ruhig mit allem möglichen spielen, nicht nur mit Autos und Baggern.

Tom haben wir ebenfalls den Zugang zu unterschiedlichem Zeitvertreib ermöglicht. Noch heute werkelt er gern in der Spielküche und bedient uns mit selbstgemachtem Ungenießbarem. Die Puppen waren nur zeitweise von Interesse. Für beide Jungs. Er ist und bleibt offen für alles, wenn er auch den Druck durch seinen großen Bruder deutlich spürt.

Marc ist heute ein echter Jungsspielzeugbespieler. Natürlich wird die meiste Zeit des freien Spiels mit Lego Star Wars verbracht. Videospiele stehen auch sehr hoch im Kurs (gut, dass Papa da schon vorgesorgt hat). Tom ist ein leidenschaftlicher Gesellschaftsspieler. Es fällt ihm ich nicht einmal schwer, Brettspiele mit seiner zweijährigen Schwester zu spielen, die noch sehr häufig eine andere Vorstellung von Spielregeln hat.

Und was ist mit Nora? Nora findet nun wirklich reichlich Spielzeug für Jungs vor. Sie hat davor auch keine Scheu. Aber ihr Umgang mit der Puppe, mit der sie auch nicht wirklich intensiv spielt, hat einen ganz anderen Charakter als der Umgang der Jungs mit der Puppe. Und natürlich ist alles faszinierend, was rosa ist. Und davon haben wir nun wirklich nicht sehr viel. Auch das Wort Prinzessin in ihrer eigenen Sprechweise führt sie häufig im Mund. Sie hat auch Pferde als Tiere erkannt, die ihrer besonderen Zuwendung bedürfen. Am Wochenende hat sie zu unserem Erstaunen eine ganze Pferdekoppel voll dieser Vierbeiner aus Bügelperlen erschaffen. Das Bügeleisen war gefühlt rund um die Uhr im Einsatz. Mal sehen, welche weiblichen Perspektiven sie noch in den weitgehend von Jungs dominierten Alltag einbringt. Da wird noch einiges kommen.

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Die Zufriedenheit der Kinder

Seit gut einer Woche ist Nintendos Spiele-Handheld 3DS nun auf dem Markt. Das Ding ist eine Revolution. Es ermöglicht 3D-Darstellungen, die man ohne Brille wahrnehmen kann. Die Bilder sind spektakulär. Am intensivsten habe ich Ridge Racer 3D (Namco Bandai) und Super Monkey Ball 3D (Sega) unter die Lupe genommen. In 3D werden selbst einfacher gestrickte Titel zu einem wahren Spieleerlebnis.

Es gibt aber bei aller Begeisterung Wermutstropfen. Schon im Vorfeld ist die besondere Beanspruchung von Auge und Gehirn thematisiert worden – und ich muss sagen, ganz zu recht. Nach einer Spielsession müssen sich die Augen erst wieder an das normale räumliche Sehen gewöhnen. Sinnvollerweise lässt sich der 3D-Effekt an dem Gerät stufenlos verstellen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit diesem Regler ist oberste Pflicht.

Das gilt vor allem, wenn man vor allem kleinere Kinder mit dem Gerät spielen lässt. Unter 6 Jahre sollten die Kinder sowieso nicht sein, da sonst irreversible Schäden nicht ausgeschlossen werden können. Aber auch ältere Kinder können nach meiner Erfahrung diesem technischen Wunderwerk gar nicht so viel abgewinnen. Ich habe das Gerät einem videospielerfahrenen zwölfjährigen Mädchen in die Hand gedrückt. Es ist die Nutzung des Nintendo DS XL gewohnt. Da war die Enttäuschung über den kleinen Bildschirm groß. Und auch die Nutzung der 3D-Fähigkeiten haben sie nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen können. Unter dem Strich kommt es, glaube ich, den Kindern auf das Spiel und die Spielidee sowie die Umsetzung an – und nicht auf die Grafik und technische Spielereien. Kinder sind oft mit viel weniger zufrieden als wir so gerne glauben.

Ich denke, der Nintendo 3DS ist ein Erwachsenen-Spielzeug, und dazu vor allem für Männer mit Technik-Affinität geeignet. Mir gefällt das Gerät mit seinen Features schon sehr. Vieles ist sehr durchdacht, die Umsetzung ist gut gelungen. Nur muss man das Gerät sicher nicht seinen Kindern in die Hand geben. Wenn es denn ein Spiele-Handheld sein muss, dann tun es sicher auch die Vorgänger-Modelle. Als Elternteil, zumal als Vater, sollte man die Marketingmaßnahmen der Spieleindustrie (und anderer Branchen) nicht in sein eigenes Umfeld hinein transportieren. Eine unvorbelastete Auseinandersetzung der Kinder mit technischen Geräten ist sicher der beste Ansatz, um zu sehen, ob es bestimmte Dinge braucht oder nicht. Das gehört auch zur Entwicklung von Medienkompetenz – noch bevor man dann als Elternteil korrigierend eingreift.

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Ich will Spielzeug, mit dem ich auch arbeiten kann!

Mann, was war das ein böser Kommentar, als ich kürzlich gepostet hatte, dass wir super viele Geschenke erhalten, die wir doppelt und dreifach bekommen. „Undankbar“ – „da haben sich Freunde Gedanken gemacht und dann so ein Blogpost“, hieß es. Nundenn. Es hat sich wenig verändert. Wir bekommen noch immer den zwölften Teddybär oder das siebenunddreißigste Schnuffeltuch geschenkt. Was uns zu einer Strategie-Änderung im Freundes- und Familienkreis veranlasst hat.

Wer uns fragt, der bekommt inzwischen genaue Tipps, was wir denn gebrauchen können. Einen Strampler in Größe xy etwa oder einen neuen Anorak. Für das Spielzeug sind wir derzeit auf der Suche nach zwei großen Spiel-Tonnen, die nicht nur schön ausschauen und groß sind, sondern sich auch idealerweise in unsere Einrichtung einfügen. Eine große Herausforderung und selbst das Internet hat sich bislang als wenig hilfreich erwiesen.

Spielzeug für den Sohnemann oder für den Papa?

Spielzeug für den Sohnemann oder für den Papa?

Beim Spielzeug muss ich zugeben, dass ich kürzlich selbst einmal zugeschlagen habe, als es einen kompletten Flughafen im Aldi für nur 10 Euro zu erstehen gab. Zugegeben: Das Spielzeug ist ab drei Jahren, niemand weiß, ob dies auch keine Schadstoffe enthält und die kleinen Männchen sind für ein Kleinkind ungeeignet. Aber sie eignen sich einstweilen für den Papa. Ich sehne die Zeit herbei, in der ich meine gehorteten Schätzchen wieder ausgraben kann: Die Fisher-Technik Überreste. Viel Lego, das schon mein Bruder vor über 50 Jahren im Einsatz hatte – und das ich vor über 30 Jahren grandios aufgerüstet habe. Von meinen Playmobil-Spielsachen ist nichts mehr vorhanden – mein schönes Piratenschiff, verschenkt und nie wieder aufgetaucht. Aber ein weiterer Schatz schlummert noch bei meinen Eltern: Die Märklin-Eisenbahn in Spur H0. Lediglich die Lok ist geschrottet, weil ich als frühpubertierende Göre in Versuchung kam, diese aktiv entgleisen zu lassen, aber ich denke, dass Ebay hier helfen kann.

Und in Gedanken baue ich schon eine vier mal fünf Meter große Eisenbahnplatte auf, verlege Kabel für Weichen und Beleuchtung, überziehe die Platte mit Kunstrasen und bastel mit Styropor einen großen Tunnel.

Bis es so weit ist, wird noch einige Zeit verstreichen. Das Söhnchen ist nun viereinhalb Monate alt und interessiert sich eher für seine Händchen, einen Ball und wenige Spielzeuge, die wir ihm geben, damit er nicht vor lauter Krimskrams einen Spielzeug-Overload erfährt.

Ach ja: Ein Kosmos Elektronikbaukasten müsste auch noch im Bestand sein. Das Radio, das man aus hunderten Widerständen zusammensetzt, habe ich damals nie ans Laufen bekommen. Wer weiß – vielleicht gelingt’s mir heut 🙂

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