TagSport

Fußballtage

Das war mal ein richtiges Fußball-Wochenende. Und wenn ich das sage, dann hat wohl vor allem Marc sehr viel Zeit mit dem Papa verbracht. Für den Rest der Familie war das Wochenende etwas ärmer an Höhepunkten. Und weil das so schön einfach ist, schieben wir das Ganze mal aufs Wetter.

Das ist natürlich Quatsch. Ganz im Gegenteil: Insgesamt haben wir uns recht viel Zeit füreinander genommen. Lesen, Basteln, Spielen, alles war dabei, auf den kleinen Zeitinseln zwischen den Fußball-Schwerpunkten.

Den Anfang nahm das Sport-Wochenende bereits am Freitag mit einem Benefiz-Turnier der Grundschulen in Gernsheim. Ich habe davon schon im vergangenen Jahr berichtet. Auch dieses Mal war es für das Gemeinschaftsgefühl ein gute Sache. Sportlich allerdings konnte man da jedoch nichts. An der Bickenbacher Grundschule werden die Plätze in den Mannschaften verlost. Wer will, kann mitmachen, selbstverständlich auch Nicht-Fußballer. Die hat man im Großen und Ganzen bei den anderen gemeldeten Mannschaften vermisst. Ganze Jugendmannschaften der Vereine sind angetreten. Nur selten waren die Mannschaften Klassenstufen übergreifend gemischt. Unterm Strich war es trotzdem okay.

Samstagfrüh war das Wetter bei uns wirklich noch großartig, entsprechend viele Zuschauer waren dann in die Kids-Arena geströmt, um das letzte Heimspiel der F1 zu sehen. Es ging gegen den Angstgegner, die SKG Gräfenhausen. Dabei handelt es sich vor allem um Marcs Angstgegner. Die zwei letzten Spiele in dem Weiterstädter Ortsteil gingen verloren, beide Male hat sich Marc verletzt. Entsprechend groß war die Aufregung vor dem Spiel. Doch dann verlief alles bestens. Ein 5:2-Sieg sprang heraus. Mission erfüllt.

Dass der Fußballtag bis in den späten Abend hinein passiv verlängert wurde, muss ich hier nicht gesondert erwähnen. Über das gemeinte Spiel wurden insgesamt ausreichend Worte verloren. Eine Anmerkung muss ich leider doch machen. Die martialische Startzeremonie war völlig unangemessen. So ein Schwachsinn. Ich habe Marc dann erklärt, dass es sich hier ja nur um ein Fußballspiel handelt und nicht um einen Krieg. Wie man ohne Zwang ein Spiel in dieser Form aufladen muss, ist mir völlig schleierhaft. Hätten die Briten jedes Spiel auf diese Art präsentiert? Ich weiß es nicht.

Kein Fußballwetter

Gut ausgestattet konnte uns das Wetter am Sonntag nichts anhaben.

Gestern war das Wetter dann wirklich obermies. Marc und ich hatten uns fest vorgenommen, auf den Fußballplatz zu gehen. Mein Neffe, Marcs Cousin, ist für das letzte Spiel der Saison aufgelaufen. Es galt, den Abstiegs-Relegationsplatz zu vermeiden. Brav standen wir ordentlich beschirmt am Spielfeldrand und betrachteten die Schlammschlacht mit gutem Ende.

Insgesamt war das dann doch ein gutes Wochenende, auch wenn wir vor allem an Nora gemerkt haben, dass das Wetter den Kindern doch ein wenig aufs gemüt schlägt – aber warum soll das bei den Kindern anders sein als bei uns Großen.

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Joggen und Ytong

Das war heute ein echt dicht gepackter Tag – lauter Höhepunkte. Ich bin zwar jetzt fix und fertig, aber eigentlich geht’s mir ganz gut.

Fangen wir von vorne an. Mit einer Veranstaltung der Schule. Bickenbach rennt. Das ist eine Art Sponsorenlauf. Für die Kinder der hiesigen Grundschule handelt es sich um eine Pflichtveranstaltung, dafür gab es an einem anderen Tag frei. Die Kinder drehen ihre Runden im nahe gelgenen Wald. Das Besondere: Eltern, Geschwister, Großeltern, wer auch immer können auch teilnehmen. Startgebühr: 3 Euro. Das Ziel: Möglichst lange unterwegs sein, rennend oder walkend. Die Obergrenze liegt eigentlich bei 60 Minuten – ein paar Läufer laufen eben immer etwas länger. Marc hat mich auch gefragt/gebeten/aufgefordert, mit von der Partie zu sein. Mein Problem: Seit ich 2009 meine Knie-Probleme hatte, inklusive OP und schließlich diagnostizierter Schuppenfelchte mit Gelenkbeteiligung, bin ich nicht mehr gelaufen. Eigentlich bin auch schon vorher eine zeitlang nicht mehr gelaufen. Aber das war dann natürlich doch eine Herausforderung, Marcs Forderung.

Marc hat mir recht schnell gezeigt, dass ich ein Klotz an seinen flinken und schlanken Beinen bin. Er musste langsam laufen, um bei mir zu bleiben. Ständig hat er mich gefragt, ob ich noch kann, wie lange ich noch dabei bleibe. „Die halbe Stunde ist gleich vorbei, dann kannst du aufhören.“ Ein wenig sportlicher Restehrgeiz ist dann doch noch im mir vorhanden. Ich habe es immerhin auf 50 Minuten gebracht, das war im Vergelich mit anderen Eltern natürlich schwach. Aber ich war dabei, bin gelaufen – und habe jetzt im Moment einiges, aber keine Knieproblem. Ich hoffe, das Letztere bleibt so. Vielleicht sollte ich doch wieder öfter laufen gehen – mir dafür aber einen einfacheren Laufpartner als Marc suchen. Er hat in 60 Minuten 10 Waldrunden gepackt. Dafür gebührt ihm mien ganzer Respekt.

Teil zwei des Aktiv-Tags mit den Kindern war ein Eltern-Kind-Projekttag in der Kita. Die Erzieherinnen haben Projekte angeboten, zu dem sich Eltern-Kind-Tandems anmelden konnten. Da ich einer der Vorantreiber der Väterarbeit in der Kita bin, wurde ich gefragt, ob ich nicht auch ein Angebot für Väter mit ihren Kindern machen wollte. Das kam recht überfallartig, ich musste schnell entscheiden. Meine Wahl fiel auf Ytongsteine bzw. Porenbetonsteine. Wir wollten Skulpturen daraus machen. Tiere, wie Schildkröten, Schnecken oder Käfer. Als ich das einem Freund erzählte, sagte er, dass man das soch in den Achtzigern gemacht hätte. Schluck. Ich habe damals so etwas nicht gemacht. Ein Angebot, altmodisch bis dort hinaus. Hilfe. Aber das Programmheft war schon gedruckt. Es gab kein zurück.

Werken mit Porenbetonsteinen

Das sind die Werke, die die Kinder mit ihren Vätern heute geschaffen haben - Respekt.

Ich habe also das Material besorgt und in dieser Woche erfahren, dass sich nur drei Tandems angemeldet haben. Ich bin tapfer mit Tom in den Ring gestiegen. Und ich kann nur sagen: Väter und Kinder waren begeistert. Die Kinder wollten gar nicht aufhören. Alle waren fleißig am Sägen, Feilen, Schleifen. Ich bin ja nun auch nicht der Werkmeister vor dem Herren. Aber es hat mich beeindruckt, dass wir in kurzer Zeit wirklich eine Reihe hübscher Skulpturen erarbeitet haben. Auch die Kindergartenkinder konnten schon eine ganze Menge selbst mitarbeiten. Für Drei- oder Vierjährige ist das Ganze wahrscheinlich nichts. Die anwesenden Kinder waren etwas größer. Schutzbrillen und Staubschutzmasken waren mit von der Partie. Das war heute echte Qualitätszeit, mit den eigenen Kindern und den anderen Vätern.

Alles in allem war es ein großartiger Tag – mit Joggen und Ytong.

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Schlechte Eigenschaft

Für einen Vater von zwei kleinen Kindern habe ich mindestens eine schlechte Eigenschaft. Ich hasse Wasser – oder andersherum: Ich akzeptiere Wasser zum Waschen und vor allem Duschen und als Getränk. Was darüber hinaus geht, ist mir ein Graus.

Jetzt nervt mich Marc schon seit einigen Wochen, ich möge doch endlich einmal mit ihm ins Schwimmbad gehen. Es kommt die Stunde, da ich den Kelch nicht mehr an mir vorübergehen lassen kann. Vielleicht ist es sogar schon an diesem Wochenende so weit.

Ich war nie eine Wasserratte. Ich habe vergleichsweise spät Schwimmen gelernt. Kraulen kann ich bis heute nicht. Ich hatte aber auch nie ein entsprechendes Bedürfnis. Marc will aber plantschen und schwimmen üben. Also rein ins erfrischende Nass.

Die Liebe zum Wasser wurde mir früh vergällt. Schuld ist das Schulschwimmen. Vier Schuljahre lang wurde ich damit gequält. Endloses Einschwimmen, Schwimmen auf Zeit, tauchen, springen. Horror.

Jetzt spüre ich schon wieder einen Druck. Ich muss vermitteln, dass Wasser Spaß macht, dass man keine Angst davor haben muss und dass Schwimmen ein gesunder Sport ist, der viel für Körper und Geist macht.

Dazu kommt ja noch, dass auch in meiner körperlichen Verfassung das Thema Schwimmen durchaus einen Platz in meinem Leben einnehmen sollte. Ich werde es jetzt also wagen. Positiv Denken – und dann geht der Papa vielleicht eines Tages auch wieder einmal alleine und ganz freiwillig ins Wasser. Vielleicht sind die Kinder auch hier eine Chance – wie so oft.

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