TagTelegramm

Telegramm von Nora

Nora: „Papa, kannst Du Zöpfe flechten?“

Ich: „Leider nein!“

Nora: „Und warum kannst du dann Auto fahren?“

Ohne Zöpfe, mit Auto

Ohne Zöpfe, mit Auto

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Telegramme: Nora zieht nach

Lange habe ich nichts mehr über die Sprachentwicklung von Nora geschrieben. Nora ist jetzt zweieinhalb Jahre alt. Das ist ein ganz großartiges Alter (welches Alter ist bei den kleinen Kindern eigentlich nicht großartig, wenn man das Ganze mit ein wenig Distanz betrachtet?). Ihr Wortschatz erweitert sich täglich. Nicht immer geht sie offen mit ihren Kenntnissen um. Aber sie findet doch immer öfter schlagfertige Repliken auf bestimmte Aussagen und in vielen Situationen.

Heute hat Nora mal auf den Tasten der Geschirrspülmaschine herumgedrückt und damit das Programm verstellt. Meine Frau hat es nicht bemerkt. Sie war am Ende des vermeintlichen Spülgangs umso schockierter, als sie feststellen musste, dass das Geschirr noch dreckig und der Spültab zwar schäumte, seine Wirkung aber nicht entfalten konnte. Ihr Gedanke: Die Maschine ist wieder kaputt. Doch beim neuerliche Anwerfen zeigte sich, dass der Geschirrspüler auf Vorspülen eingestellt war. Nora wurde zurechtgewiesen: „Das darfst Du nicht machen. Sonst glaube ich, dass die Maschine kaputt ist.“ Noras Antwort und Lösung bei Problemen mit der Maschine: „Neue Batterien!“

Am Wochenende stand Papa auf der Leiter und rückte mit Säge bewaffnet der Birke vor dem Haus zu Rinde. Irgendwie war mir von beginn an klar, dass es sich hier um ein gefährliches Eingreifen in die Natur handeln würde. Kurz gesagt: Ich habe einen Ast abgesägt, der einen von mir übersehenen Astbestandteil mit sich trug. Dieser war recht spitz und bohrte sich in meine Stirn. Das Ergebnis: eine leichte Blessur und echter, geringer Blutverlust. Beim Essen ist es Nora dann aufgefallen. Ihre Diagnose: „Dirn, Sosse!“ (Übersetzung und Ausformulierung in einen ganzen Satz: „Papa, Du hast Soße auf der Stirn!“)

Erste, zarte Versuche, Telegramme zu senden und damit zu zeigen, dass sie die Welt nicht nur versteht, sondern das Beobachtete sogar in Sprachform gießen kann. Großartig.

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Nur nicht aufregen – Ein Telegramm

Ich habe lange kein Telegramm mehr gepostet. Heute Abend hat sich da aus einem Dialog etwas ergeben. Marc schreibt morgen die erste benotete Arbeit seines Lebens. Das ist eine echte Zäsur. Es wird ein Diktat. Ausgerechnet.

Mama: „Du schreibst morgen ein Diktat!?“

Marc: „Ich freu mich schon, es wird benotet.“

Papa: „Bist Du auch ein bisschen aufgeregt?“

Marc (lacht): „Natürlich bin ich aufgeregt.“

Mama: „Ach Marc, Du musst nicht aufgeregt sein!“

Marc: „ICH WILL ABER AUFGEREGT SEIN!“

Wir haben verstanden, Gespräch beendet.

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Harte Telegramme

Wenn ich hier über Reaktionen der Kinder auf unser elterliches Verhalten berichte, birgt das natürlich auch immer Gefahren. Wer sich öffnet, muss sich auch mit Fragen wie „Wie gehen die eigentlich mit ihren Kindern um?“ stellen. Trotzdem will ich es tun, da jeder Leser dieses Blogs auch sehr viele Informationen aus entsprechenden Berichten ziehen kann. Überdies ist es auch unterhaltsam – und viele Leser werden denken: „Gut, dass das nicht nur uns so geht!“

Im Moment herrscht bei uns eine etwas krawallige Stimmung. Marc emanzipiert sich gerade. Er ist jetzt knapp ein Jahr in der Schule. Er befindet sich meiner Meinung nach in einer ersten massiven Ablösungsphase. Das betrifft uns, die Eltern – und da vor allem die Mutter. Aber auch gegenüber seinem kleineren Bruder will er sich mehr und mehr angrenzen. Dadurch gibt es etwas häufiger Ärger zwischen den beiden, als vor einem halben Jahr. Es hält sich aber alles im Rahmen. Die Geschwisterliebe und das Zusammengehörigkeitsgefühl ist immer noch recht ausgeprägt.

In jedem Fall bekommen wir von Marc recht häufig negatives Feedback auf Dinge, die wir sagen, machen oder tun. So hat der kleine Mann nun meiner Frau ein eindrucksvolles Telegramm geschickt. Die kleine Tochter musste etwas deutlicher darauf hingewiesen werden, dass es nun Zeit wird ins Bett zu gehen und auch dort zu bleiben. Der Ton war noch ruhig aber bestimmt. Allerdings scheint sich bei Marc im Tagesverlauf einiges aufgestaut zu haben. Was ihn schließlich zu der Aussage verleitete: „Wenn Du uns weiter so behandelst, bringst Du uns noch um.“

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Arzt-Telegramm

Die Telegramme, die die Kinder an uns Erwachsene adressieren, können schon ganz schon böse und entwaffnend sein. Da bin ich doch lieber Adressat eines Telegramms, in dem andere die Hauptrolle spielen. Heute: Meine Frau. Absender: Marc Uhrzeit: 7 Uhr

„Papa, warum geht Mama nicht zum Arzt, um lieber zu gucken.“

Wir lernen: Empfange Deine Kinder morgens mit einem freundlichen Gesicht, sonst hagelt es eine Empfehlung, es einmal bei einem Schönheitschirurgen zu versuchen.

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Musik-Telegramm

Diesmal hat mir Marc ein Telegramm geschickt. Es ist schon sehr interessant, seine Kinder beim Großwerden zu begleiten. Um harte musikalische Töne kommt keines der Kinder herum, wenn es bei mir im Haushalt lebt oder mit mir Auto fährt. Meistens gefällt ihnen das Vorgesetzte, so lange sie klein genug sind. Intuitiver Geschmack hat etwas mit Gewohnheiten zu tun. Neulich aber manifestierte sich Marcs musikalische Emanzipation erstmals ganz deutlich – in einer völlig unvermittelt über mich hereinbrechende Aussage.

„Du Papa, ich höre jetzt nicht mehr so gerne Hardrock!“

Das ist schade, aber natürlich auch in Ordnung.

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