TagTom

Telefon-Gespräche

Telefonieren im anderen Jahrtausend.

Telefonieren in einem anderen, früheren Jahrtausend.

Eine Geschichte ist noch offen. Ich hatte es angekündigt. Nora hat an besagtem Morgen noch ein zweites Thema auf den Tisch gebracht. Auf ihren Einwurf hin entspann sich ein kurzes Telefon-Gespräch.

Nora: „Die Xenia* bekommt jetzt ein Handy.“ (*Name von der Redaktion geändert)

Ich: „Und wie alt ist Xenia? 4?“

Nora: „Nein, 5.“

Ich: „Und was heißt das? Willst du jetzt auch ein Handy?“

Nora: „Ja.“

Ich: *grummel, grummel*

Tom: „Ich wünsche mir ein Handy, wenn ich 11 oder 12 werde.“

Marc: „Ich will erst ein Handy, wenn ich 18 bin, oder so. Wozu brauche ich vorher ein Handy.“

Verrückt irgendwie, da liegen nur wenige Jahre zwischen diesen Dreien und situativ nehmen sie solch unterschiedliche Positionen ein. Selbstverständlich befinden sie sich auf unterschiedlichen Entwicklungsständen, allerdings ist das Ganze doch irgendwie symptomatisch. Mal sehen, wie es aussieht, wenn die Ereignisse dann schließlich eintreffen – und vor allem wann.

Wenn ich jetzt allerdings wertfrei etwas zum Thema „Handys für Kindergartenkinder“ sagen wollte, wäre dies in seiner ganzen Wertfreiheit wahrscheinlich wertend. Und deshalb belasse ich es bei dieser Metaaussage in einem wertfreien Raum, der selbst auch schon die Wertung beinhaltet und niemals wertfrei existieren kann.

PS: Also, Nora bekommt natürlich kein Handy, auch wenn der Druck in der Peer-Group größer wird.

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Demografischer Wandel im Hessenpark

Konntet ihr gestern auch diesen großartigen, weil sonnigen und warmen, Oktobertag gemeinsam mit eurer Familie genießen? Ich war einer der Glücklichen, denen diese Ehre zuteil wurde. Da habe ich doch wirklich die richtigen Tage für meinen Urlaub erwischt.

Die Windmühle im Hessenpark

Die Windmühle im Hessenpark

Es war ja absehbar, dass dieser Tag wettermäßig günstig werden würde. Eigentlich hatten wir uns mittelfristig schon auf einen Indoor-Tag eingestellt. Aber kurzfristig, mit dieser Wettervorhersage, haben wir uns umentschieden. Obwohl wir erst vor wenigen Wochen im Hessenpark gewesen sind, fiel unsere Wahl erneut darauf. In den Ferien gibt es dort neben den „normalen“ Handwerkervorführungen auch noch spezielle Aktionen für Kinder. Dieses Mal drehte sich alles rund um das Thema Papier.

So haben Nora und Tom Papierperlen gebastelt, während Marc und ich eine Weile in der Schmiede verbrachten, wo ein Schmied seiner Arbeit nachging. Die Bastel-Ergebnisse können sich sehen lassen. Es handelt sich hier um eine einfache Methode, hübschen und kostengünstigen Schmuck für den Eigengebracuh zu fertigen. Im Rahmen der Aktion im Hessenpark durfte jedes Kind drei solcher Perlen produzieren. Aufgefädelt an einem Wollfaden, ergibt das schon einen feinen Schmuck.

In einigen der Gebäude sind auch Ausstellungen untergebracht. Ausstellungen bieten unglaublich viel Gesprächsanlässe mit den Kindern. Es sind immer Fragen da, die nach Antworten trachten. Die Ausstellung mit den alten Fotoapparaten und dem Schwerpunkt Sofortbildkameras auf dem Marktplatz – und damit einem Bereich, für den noch kein Eintritt fällig wird, – ist selbstverständlich ganz nach dem Geschmack von Papa. Die Ausstellung mit den Exponaten herausragender Leica-Fotografen hatte gestern leider nicht geöffnet. Vielleicht beim nächsten Mal.

Sehr ausführlich war das Gespräch mit Marc nach dem Besuch der Sonderausstellung „Alt und Jung – Vom Älterwerden in Geschichte und Zukunft“ in der Stallscheune aus Asterode. Eine Armade von Playmobil-Männchen zeigt dort unter anderem anschaulich, was demografischer Wandel für unsere Gesellschaft bedeutet. Ich habe ein paar erklärende Worte dazu verloren und plötzlich kam Marc auf die Idee, den Mangel an Menschen im mittleren Alter mit Hilfe von Klonen auszugleichen. „Warum ist das Klonen bei uns eigentlich verboten?“, ist eine seiner Fragen. Ich habe auf die moralischen Bedenken hingewiesen – was er auch eingesehen hat. Zwischenzeitlich war sein Vorschlag, die Klone einfach nur bis zum Alter von 40 Jahren leben zu lassen. Hier habe ich meine und die berechtigten Bedenken der Gesellschaft noch deutlicher dargestellt. Und auch hier zeigte Marc, dass er das Ganze sehr gut nachvollziehen kann. Das mit den „echten“ Menschen“ und den „geklonten“ Menschen, also mit zwei Gruppen von Menschen, ist vom Tisch.

Ein Geist in der Windmühle.

Ein Geist in der Windmühle.

Als das Thema einigermaßen abgeschlossen war – ich bin gespannt, wann es ein weiteres Mal auf der Tagesordnung landet -, ging es noch in die Puppenmacherwerkstatt und die gut erhaltene Windmühle, die ihren Ursprung allerdings nicht in Hessen hat. Zum Abschluss, am Ende eines ordentlichen Fußmarsches, haben wir vom Hessenpark eigenen Postamt aus noch eine Karte mit Hessenpark eigenem Stempel an Freunde in Frankreich geschickt. Die ersten haben da schon sitzend zugeschaut, wie andere arbeiten.

Ein guter Tag, mit allem drum und dran.

Blick auf den Traktor

Blick auf den Traktor – die anderen arbeiten lassen.

 

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Mit Herrn Nilsson unterwegs

Ein ereignisreiches Wochenende liegt hinter unserer Familie. Zudem ein sehr gelungenes. Antreiber war ein gewisser Herr Nilsson.

Herr Nilsson ist das Klassenkuscheltier von Tom. Am Freitag kam er schon jubelnd und über beide Backen grinsend auf mich zugestürmt, weil er für dieses Wochenende das große Los gezogen hatte, Herrn Nilsson heim nehmen zu dürfen. Die Aufgabe: Herr Nilsson soll in einem Buch über die Ereignisse des Wochenendes berichten, mit Fotos, als Beweis angereichert, versteht sich.

Einige Ereignisse waren vom Terminkalender vorgegeben, andere wurden geschaffen. Der Freitag startete mit dem Hortfest. Da war ich nicht dabei, im Gegensatz zu Herrn Nilsson. Das muss aber eine sehr gelungene Veranstaltung gewesen sein. Tom ist seit wenigen Wochen im Hort. Und er ist total begeistert, wie auch immer noch von der Schule. Das darf ruhig so bleiben. Der Abschluss des Festes war nicht ganz so erfreulich. Einige Kinder haben ein Wespennest aus einem Baum entfernt und die Insekten dadurch nicht gerade milde gestimmt. Es gab einige Stich, aber insgesamt ging es noch glimpflich aus. Einen gewissen Lerneffekt wird diese Aktion dann auch gehabt haben. Das ist zumindest zu hoffen.

Herr Nilsson im Kino

Herr Nilsson im Kino.

Am Samstag gab es einen Bücherflohmarkt im Bickenbacher Weltladen, auch hier war Herr Nilsson dabei. Am Nachmittag ging es dann ins Kino. Tom hat am Vormittag gefragt, ob wir ins Kino gehen könnten. Er kam nur darauf, weil Herr Nilsson da war. Das glaube ich zumindest. Tatsache ist, dass das Wochenende wegen des Fußballs immer ziemlich auf Marc zentriert ist. Da ist es auch wichtig, den Wünschen und Bedürfnissen der anderen beiden gerecht zu werden, und so habe ich mich überzeugen lassen. Die Wahl fiel auf „Planes“. Mein Fazit, und auch das der Kinder: Mittelmaß. Ein Film, den man nicht gesehen haben muss. Die Grundbotschaft ist in Ordnung und auch kindgerecht. Die Witzigkeit hält sich in Grenzen. Typisch amerikanische Elemente wie der Kriegsveteran Skipper, inklusive Rückgriff auf den Zweiten Weltkrieg, fehlen auch nicht, stören dafür aber. Das Popcorn war okay.

Am Sonntag haben dann meine Frau und ich vorgegeben, wohin es Herrn Nilsson verschlagen sollte. Es ging in den Hessenpark nach Neu-Anspach. Da stieg ein Käsefest mit Kinderbespaßung und anderen Attraktionen. Wir sind dennoch auch in die Ausstellung gegangen, haben uns aber vor allem in der Baugruppe Mittelhessen aufgehalten. Dort gab es schon ausreichend zu entdecken. Es wurde gebuttert, es würden Körbe geflochten, Marc entzifferte Sprüche, die in Sütterlin verfasst waren. Tom und Nora dürften im Bollerwagen fahren. Wenn es jedoch in den alten Häusern etwas zu entdecken gab, sprangen sie aus dem Wagen und enterten die Häuser. An einer Knotenstation machte dann etwas älterer Herr eine kleine Knotenschulung mit Marc. Das ist toll, wenn über mehrere Generationen hinweg Interesse aneinander und an dem besteht, was der andere kann und was ihn ausmacht.

Am frühen Nachmittag haben wir dann den Rückzug angetreten, mit Herrn Nilsson versteht sich. Bilder auswählen, Bilder bearbeiten und Bilder einkleben. Tom hat dann noch einige Abort der Erläuterung hinzugefügt. Na, Herr Nilsson, wie hat es Dir in unserer Familie gefallen

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Tom und der nächste Schritt

Schultüte

Die Schultüte befindet sich noch in der Mache. Aber sie wird bis Dienstag fertig, ganz sicher.

Selbstverständlich bekommt Tom zu seiner Einschulung hier auch einen ganz eigenen Post.

Wahnsinn, unser kleiner Tom, der als ganz kleiner Tom für wahnsinnig viele durchwachte Nächte gesorgt hat. Drei Lungenentzündungen in den ersten Lebensmonaten. 41,7 Grad Fieber, immer mal wieder. Ängste, Nähe, Liebe. Dieser kleine Tom, der jetzt schon bald sieben Jahre alt wird, tritt in die nächste Lebensphase ein. Wir haben dann unser zweites Schulkind. Fast schon überrollt wird man vom Lauf der Zeit.

Der kleine Mann hat sich gerade im vergangenen Jahr wahnsinnig weiterentwickelt. Es ist schon erstaunlich, dass es tatsächlich so funktioniert, dass ein Kind, zwar nicht von heute auf morgen, aber doch recht zügig, von einem Kindergarten- zu einem Schulkind wird. Körper, Geist, Charakter, Körpersprache – alles ändert sich. Falsch, es ändert sich nicht alles. Alles geht in eine neue Phase über. Gerade beim Charakter gibt es doch sehr viel, was eine zementierte Beharrlichkeit aufweist. Unser Tom ist eben unser Tom. Eine seiner Konstanten: Er sorgt immer wieder für Überraschungen.

Da sind sich meine Frau und ich auch einig: Er wird immer für Überraschungen gut sein. Jeder macht sich so sein Bild von dem, wie sich das eigene Kind entwickelt. Das machen wir auch. Bei Tom wissen wir aber, dass die Ideen recht schnell überholt sein können. Toll, diese unvorhersehbaren Situationen, die sicher nie langweilig werden.

Tom freut sich mittlerweile wahnsinnig auf die Schule. Wir werden ihn dabei unterstützen, diese Freude zu behalten. Er wird seinen Weg machen, wie sein Bruder und seine Schwester. Wir geben ihm die Liebe und Zeit, die er benötigt, um diesen Weg zu gehen. Das nehmen wir uns vor – und sind guter Dinge, dass das gelingt. Lieber, alles Gute für dich und eine gute Zeit.

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Schulbeginn, schon wieder

Am 3. August 2011 habe ich unter der Überschrift „Hilfe, die Schule geht wieder los!“ über meine Ängste vor dem neuen Schuljahr geschrieben. Ich habe mir den Beitrag nochmal durchgelesen. Und ich dachte: Komm, ich mache einfach Copy, Paste.

Das mache ich natürlich nicht. Die Vorzeichen sind auch andere, die Befürchtungen sind ähnlich. Aber es mischt sich etwas dazu: Die Freude, dass jetzt auch Tom ein Schulkind wird. Er freut sich seit einiger Zeit sehr auf die Schule. Und das ist richtig schön.

Höhleneingang

Was erwartet mich im neuen Schuljahr? Die Frage stellen sich Schüler, aber auch Eltern. Ich fühle mich wie vor dem Eingang in eine Höhle - ich weiß nicht, was da kommt.

Klar, die Beschäftigung mit Schule, Inhalten, Bildung wird noch intensiver und komplexer. Die Endstufe ist selbstverständlich erst erreicht, wenn alle Kinder in die Schule gekommen sind. Nora hat aber noch zwei, drei Jahre Zeit. Und damit auch wir als Eltern.

Wenn ich aber ganz nah bei mir und meinen Gefühlen bleibe, baut sich schon ein wenig Stress in mir auf. Hier geht es aber eher darum, in der nächsten Zeit den Verführungen zu widerstehen, sich all zu sehr einzubringen. Ich musste für mich eine Entscheidung treffen. Das heißt Konzentration auf unsere Kinder und die Vorstandsarbeit im Förderverein. Kein Verzetteln, auf die Engagement-Bremse treten. Das ist besser für mich und für die Familie. Insofern, wenn ich mich zu nichts verleiten lasse, sollte ich ganz fokussiert und in gewisser Weise entspannt in die Schul-Zukunft blicken können. Aber an dieser Haltung arbeite ich noch. Ich habe noch vier Tage Zeit.

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Ein Haus für Insekten

Heute werde ich einmal sentimental. Ich hatte wirklich einige Male Tränen in den Augen am Wochenende. Auch jetzt ist das noch so. Das zweite Väter-Kind-Wochenende innerhalb von zehn Tagen stand an. Ich war wieder als Teamer dabei und habe dieses Mal Tom mitgenommen, während vergangene Woche Marc dabei war. Tom ist einfach ein herzensguter Mensch. Dem darf und kann man eigentlich nichts übel nehmen. Er ist wunderbar auf seine Weise, so wie unsere anderen beiden Kinder wunderbar auf ihre Weise sind.

Ein ganz entzückender Moment ergab sich am Samstagabend. Es war Lagerfeuerzeit. Es waren einige Kinder zwischen 2,5 und 4 Jahren dabei. Plötzlich scharte Tom vier der kleinen um sich, spielte mit ihnen Fangen und kümmerte sich rührend um sie. Aber auch sonst. Tom ist einfach ganz speziell. Und es sind ganz oft die kleinen Dinge, in denen sich das Größe offenbart. Kleine Dialoge, das gemeinsam Essen mit ihm, seine Bewegungen, seine Taten, sein Gesichtsausdruck, wenn er schläft. Ich bin sehr dankbar, dieses Wochenende mit ihm verbracht zu haben.

Insektenhotel

Väter und Kinder haben gemeinsam ein Insektenhotel in Kirchähr gebaut.

Neben dem Lagerfeuer war der zweite große Höhepunkt der Bau eines Insektenhotels. Ein Teil des Materials habe ich besorgt, einen Teil haben alle im Wald beschafft. Äste, Baumscheiben, Tannenzapfen. Am Ende hatten wir eine schöne Gemeinschaftsproduktion gepackt. Zudem ist etwas Bleibendes auf dem Gelände des Jugendbildungsheimes in Kirchähr im Westerwald entstanden. Im Größen und Ganzen haben unsere Aktivitäten allen Spaß gemacht.

Tom hat ganz oft gesagt, wie gut es ihm gefallen hat. Das geht runter wie Öl. Und da sind sie wieder, die Tränen in meinen Augen.

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