TagUrlaub

Ruhe und Natur – zwei Schritte vor

Es gibt etwas aufzuarbeiten. Jetzt hat uns zwar die Normalität schon eine Woche wieder, aber ein Rückblick auf die Osterferien ist sicher noch erlaubt.

Ich habe schon häufiger darüber geschrieben, dass an den Kindern immer wieder schubhafte Entwicklungen zu beobachten sind. Klar, es geht immer irgendwie vorwärts. Und ganz oft sind es Details, an denen die Entwicklung der Kinder festzumachen ist. Manchmal sind es aber auch mehr Dinge, die uns Eltern von heute auf morgen auffallen – und uns in Erstaunen versetzen.

Zweifelsohne ist es häufig dann, wenn wir auch wirklich einmal längere Zeit am Stück die Gelegenheit haben, unsere Kinder zu erleben. Aber eben auch gemeinsam mit den Kindern etwas zu erleben. Und das ist eben oft im Urlaub der Fall.

Wir haben in der Woche vor Ostern ein paar Tage im Kleinwalsertal verbracht. Dabei standen vor allem auch eigene Kindheitserinnerungen im Vordergrund. Meine Frau war als Kind oft im Winter dort, ich im Sommer. In diesem Jahr war es aus Jahreszeitensicht eine Mischung – also Frühjahr. Mit einem bisschen Schnee und einer Menge Sonne.

Der Blick von unserer Ferienwohnung aus war fast derselbe Blick, den ich auch Kind schon so beeindruckend gefunden habe. Er war es auch, der damals meine Leidenschaft für die Berge entzündet hat – aber eigentlich soll es ja gar nicht um meine Empfindungen als Kind gehen.

„Papa, es ist so ruhig hier. Das ist schön!“, sagte Marc einmal morgens. Wir wohnen ja nicht gerade in einer Großstadt, aber es ist schon sehr erstaunlich, dass Kinder sehr wohl Unterschiede dieser Art wahrnehmen. Und es wohl auch genießen können, dass es um sie herum einmal richtig ruhig ist. Auch die Natur haben die Drei sehr intensiv wahrgenommen. Auch hier hat Marc einige Male betont, wie toll es ist, dass es diese Berge und Bergbäche gibt. Und dass die Landschaft überhaupt ganz toll ist. Aber auch die beiden Kleineren waren sehr wohl in der Lage ihre Begeisterung auszudrücken.

Wandern mit Kindern ist ja nicht immer ganz unproblematisch. Doch unsere Touren, zwischen 6 und 10 Kilometer lang, kamen sehr gut an. Selbst Nora hat bis auf ganz kurze Hänger alle Aufgaben mit Bravour gemeistert. Beim Laufen gibt es viel Zeit zum Reden. Und vor allem hier zeigte sich, dass die Kinder mal wieder einen Schub gemacht haben. Es ist die Art und Weise, wie sie auf die Welt schauen, die immer wieder beeindruckend ist und uns zeigt, dass die Kinder eine neue Entwicklungsdimension erreicht haben. Nicht nur einmal bin ich nach einem Dialog staunend und nachdenklich weiter gezogen und musste erstmal realisieren, was da gerade abgelaufen war.

Es sind also zwei Aspekte, auf die das Festmachen der Schritte zurückzuführen sind. Zum einen profitieren die Kinder von der Zeit mit uns – das bringt sie weiter. Zum anderen brauchen wir auch die Zeit, um diese Entwicklungsschritte feststellen zu können. Das geht leider im Alltag viel zu oft verloren. Ein kleiner Appell mag aus diesen Zeilen herauszulesen sein: Für uns Eltern ist es unendlich wertvoll, die Zeit im Urlaub mit unseren Kindern auch wirklich zu verbringen. Das Leben zu gestalten, gemeinsam, nicht nebeneinander her.

Die drei Wanderer unterwegs.

Die drei Wanderer unterwegs.

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Urlaub vorbei

Urlaub vorbei. Schade. So ist es eben. Leider ist die intensive Zeit mit der Familie dafür für diesen Sommer Vergangenheit. Bei allem Aufwand und Stress, den Urlaub auch bedeutet, überstrahlt doch die gemeinsame Zeit alles. Ehrlich gesagt spielt es da auch gar nicht die große Rolle, ob und wie weit weg man in den Urlaub fährt. Der Ausbruch aus dem Alltag ist natürlich trotzdem hilfreich. Er sorgt für neue Herausforderungen, an denen der Einzelne und die Familie im Ganzen wachsen kann.

Dieses Mal hat es uns mal wieder nach Frankreich gezogen. Ehrlich gesagt: Vor allem ich hatte keine Lust mehr auf Italien. Zumindest nicht mehr auf die Ödnis des Hinterlandes an der Adriaküste zwischen Venedig und Grado. Ist halt praktisch dort. Der Weg ist nicht so weit. Die Strände passen in der Regel gut zu kleinen Kindern. Das war es denn auch schon.

Strand und Pyrenäen

Strand und Pyrenäen - Argélès-sur-mer.

Also ging es dieses Mal auf einen der rund 50 (!) Campingplätze auf dem Stadtgebiet von Argélès-sur-mer. Es handelt sich um die Camping-Hauptstadt Frankreichs, vielleicht sogar von ganz Europa. Das allein hätte uns vielleicht abschrecken sollen. Der Urlaub war gut. Dieses konkrete Ziel werden wir aber nicht mehr ansteuern.

Wir waren auf einem der wenigen Plätze mit direktem Zugang zum Meer. Und der Strand, der für mich ja nicht so wichtig ist, taugte mal wieder nichts. Grober Sand, steiler Abgang ins Meer, Kieselsteine. Ein kindertauglicher Sandstrand sieht anders aus. Einmal haben wir die Gelegenheit genutzt – und schleunigst haben wir uns auf die Suche nach einem besseren Strand gemacht. In St. Cyprien, etwa acht Kilometer nördlich, sind wir fündig geworden. Auch noch nicht optimal, aber deutlich besser.

Der Standard von dem Campingplatz Le Soleil ist hoch, hat aber auch seinen Preis. Ehrlich gesagt halte ich 65 Euro pro Nacht für einen Stellplatz für ein Zelt mit Stromanschluss und fünf Personen für deutlich zu teuer. Wenn auch das Schwimmbad wirklich sehr ordentlich ist. Das sind eben die Marktgesetze. Und so funktioniert Tourismus.

Zelten im Süden - auf dem Campingplatz Le Soleil.

Zelten im Süden - auf dem Campingplatz Le Soleil.

Wir waren 10 Tage vor Ort. Das Wetter war nicht optimal. Immer wieder gab es den einen oder anderen Schauer, die Temperaturen waren mit 28 bis 32 Grad okay und sehr gut erträglich. Das Hinterland hat seine Reize und ist deutlich näher als in Italien (s.o.). Allerdings war ich gut eine Woche körperlich nicht in der Lage, größere Aktionen zu starten. Irgendwelche Erreger haben sich in meinem Körper aufgehalten, die mich außer Kraft setzten. Klar, so ist das mit Urlaub. Für die Arbeit muss der Körper immer schön funktionieren. Machst Du eine Auszeit, holt der Körper seinen Anteil. Wie ich das hasse.

Das hat natürlich auch Zeit mit den Kindern gekostet, die übrigens in keiner Animation waren. Ich fahre doch nicht in den Urlaub, um meine Kinder loszuwerden. Übrigens war auch die Autofahrt (1150 Kilometer in zwölf Stunden) sehr in Ordnung. Kinder halten das aus, auch wenn die Langeweile einmal zuschlägt. Langeweile gehört zum Leben, sie fördert die Kreativität. Und Hörspiele gibt es ja auch zahlreich. Darüberhinaus gab es keine multimediale Bespaßung während der Fahrt.

Alles zusammen genommen hat alles gut geklappt. Nach den 10 Tagen in Argélès-sur-mer, haben wir noch vier weitere Nächte auf zwei anderen Campingplätzen im Landesinneren verbracht. Dazu aber später vielleicht mehr.

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Windelfrei im Urlaub

Sauber werden am Strand

Sauber werden am Strand

Ich wollte noch die eine oder andere Geschichte aus unserem Urlaub loswerden. Das hatte ich so angekündigt. Und hier kommt etwas, etwas ganz Großartiges. Ein wirklich nachhaltiges Thema – und für alle Kinder und Eltern ein großer Schritt – ist nämlich das Sauberwerden.

Nora hat wirklich sehr lange Zeit keine Anstalten gemacht, auf Windeln verzichten zu wollen. So falsch wie viele andere haben wir es dann schon mal damit versucht, sie aufs Töpfchen oder den Kindertoilettensitz zu bekommen. Fehlanzeige, das funktioniert nicht. Weil wir das eigentlich wissen, haben wir es wirklich nur ganz selten versucht. Kinder haben einen Zeitpunkt, an denen sie diesen Schritt ganz alleine gehen. Die richtigen Synapsen im Gehirn müssen da entstehen.

Das war haargenau im Urlaub soweit. Nora ist viel ohne Windel rumgelaufen, hat gemerkt, dass das wohl okay ist. Und wie das ganze Zeug wieder so aus dem Körper kommt, bekommt man da auch viel genauer mit. So hat sie ihre ersten selbstständigen Toilettengänge mehr oder weniger auf dem Campingplatz in Bibione hinter sich gebracht.

Und weil jedes Kind anders ist, hat sie uns ganz klar mit einer Tatsache überrascht. Egal, ob großes oder kleines Geschäft. In die Windel geht – außer gelegentlich nachts – nichts mehr. Da bekommt sie noch eine herkömmliche Schutzwindel. Höschenwindeln kann sie gar nicht leiden, so ist sie tagsüber ausschließlich windelfrei unterwegs – und zwar wirklich schlagartig und komplett. Die Kurve hat sie dann auch noch rechtzeitig vor dem Kindergarten bekommen.

Für uns bedeutet das Ganze auch Abschiednehmen. Unser letztes Windelkind beendet diese Ära. Das hat eine große Symbolkraft. Die Kinder werde größer, wir werden älter. Ganz praktisch bedeutet es, dass sich unser Restmüll um zwei Drittel reduziert. Die Kosten für den Windelkauf fallen weg. Aber macht Euch keine Hoffnung, billiger wird das Ganze dadurch nicht. Die Ausgaben für Kinder werden kontinuierlich mehr. Also verplant das gesparte Windelgeld nicht für das nächste Auto oder den kommenden Urlaub. Vom Ersparten bleibt sowieso nichts über.

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Venedig mit Kindern

Venedig per Schiff

Venedig per Schiff

Natürlich, Tiefenentspannung fühlt sich anders an. Aber darum geht es ja auch nicht unbedingt, wenn man sich im Hochsommer für einen Besuch Venedigs entscheidet.

Das Highlight gleich zu Beginn. Die Kinder haben es knapp sechs Stunden mit uns in Venedig ausgehalten – und wir mit ihnen. Trotz des absoluten Touristenwahnsinns haben wir eine sehr schöne Mischung aus Menschenmassen und leeren Gassen hinbekommen.

Es ist schon erstaunlich, wie die Besucher einer Stadt ausschließlich und gezielt die ausgetretenen Pfade suchen und weiter austreten. Interessant ist doch gerade, das ganz normale Leben in einer solche unnormalen Stadt wie Venedig kennenzulernen.

Unser Weg führte uns an einem ganz normalen Supermarkt vorbei, von denen es in Venedig nicht so wahnsinnig viele gibt. Da dort die Preise nicht ganz so exorbitant hoch sind, wie an den „Büdchen“ (so würde man wohl in Düsseldorf sagen), haben wir uns dort mit Getränken eingedeckt. Ich habe mit den Kindern draußen gewartet. Dort standen Paletten voll mit Mineralwasser, die der Chef des Ladens gerade entladen und in das Geschäft verbracht hat. Die Jungs haben spontan mitgeholfen, das Wasser auf einen Wagen umzuladen. Dafür gab es dann für alle drei eine Süßigkeit. Alltagsbegegnungen in Venedig.

Mittägliche Ruhe haben wir dann in dem Stadtteil Canareggio erlebt. Hier und da ist ein Venezianer von A nach B gegangen. Ansonsten hat man nichts von dem geschäftigen Treiben im Viertel San Polo und der Rialtobrücke mitbekommen. Herrlich.

Nora hat sich übrigens im Buggy fahren lassen. Sie war und ist in letzter Zeit nicht so gut zu Fuß und überhaupt gesundheitlich ein bisschen angeschlagen. Nach 2 Stunden Buggy fahren und sich die Treppen rauf- und runtertragen lassen hat sie gesagt, dass sie nicht mehr kann. Mama und Papa konnten aber noch. Zum Glück.

Es war einer der ganz heißen Tage unseres Urlaubs. Auf dem Campingplatz war es unerträglich heiß. Kein Lüftchen war zu spüren. Dafür war es in Venedig wirklich angenehm.

Markusplatz

Markusplatz

Wir haben uns ganz korrekt der Stadt angenähert. Wir sind von Punta Sabbioni mit dem Boot übergesetzt. Stilecht sind wir dann in der Nähe von San Marco gelandet. Das Boot legte leider etwas verspätet ab. Daher waren wir nicht ganz so früh in der Stadt, wie wir uns das gewünscht hatten. An einen Besuch von San Marco war nicht mehr zu denken. Die Schlange, abschreckend.

Die Spannung konnten die Kinder unter anderem deshalb halten, weil sie mit Gondeln- und Löwenzählen beschäftigt waren. Das waren zwei der Aufgaben, die Nadja ihnen gestellt hat. Das war eine gute Idee. Ein solches Rätselprogramm bietet sich sicher auch für andere Städtetrips mit Kindern an. Die Vorbereitung dafür muss gar nicht so aufwändig sein.

Der Rückweg durch die Stadt zum Anleger war dann doch Länger als gedacht. Das war vor allem den Menschenmassen geschuldet. Nadja ist mit der schlafenden Nora vorneweg gezogen, die Jungs im Schlepptau. Nur der älteste Junge konnte an einer besonders vollen Stelle nicht mehr folgen. Wir haben uns tatsächlich verloren. Gut, dass nur ich verlorenen gegangen bin. Ihr Lieben, wenn Ihr an einem Ort wie Venedig im Sommer unterwegs seid, passt 120% auf die Kinder auf. Wir konnten uns zum Glück zusammentelefonieren. Das Schiff habe wir dennoch verpasst.

Das hat dann doch noch für einige Tränen gesorgt. Auch hier: Die Ängste der Kinder muss man absolut ernst nehmen. Vor allem Tom war verzweifelt, dachte er doch, dass wir nun nicht mehr zum Auto kommen, da uns die anderen Boote nicht mitnehmen würden.

Aber das haben sie doch – und wir sind nach einem ereignisreichen und schönen Tag wieder auf dem Campingplatz angekommen.

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Erholung, einmal anders gesehen

Urlaub, Zeit der Erholung. Ein komischer Begriff, dieses Erholung. Wer Familie hat, und wer vor allem kleine Kinder hat, weiß, dass es sich hier um einen sehr dehnbaren Begriff handelt. Es soll ja Eltern geben, die partout nicht davon ablassen, unter Erholung zu verstehen, dass sie nichts und niemand in ihrer Ruhe und beispielsweise beim Lesen stören darf. Auch nicht die eigenen Kinder.

Leute, jetzt mal im Ernst: Ich habe sowieso viel zu wenig Zeit für meine Kinder, meine Frau, meine Familie. Dann kann ich mich doch nicht in der Zeit des Jahres, in der ich die meiste Zeit für sie habe, hinstellen und sagen: „Jetzt lasst mich doch bitte in Ruhe!“ Das wäre doch absurd. Und doch wird das Attribut familienfreundlich von Urlaubsanbietern in der Regel damit in Verbindung gebracht, dass die Kinder durchanimiert werden, damit Eltern endlich einmal ihre Ruhe haben. Ein schräges Leben führen wir da manchmal.

Unser Urlaub ist jetzt erstmal rum. Wir hatten drei Wochen intensiv Zeit für- und miteinander. Und das ist nicht immer einfach. Gerade, wenn man wegfährt. Das System muss sich erstmal finden. An einen anderen Ort verpflanzt ist diese Herausforderung noch größer. Entsprechend unentspannt war der Anfang unseres Zelturlaubs in Bibione an der italienischen Adriaküste. Aber machen wir uns nichts vor. Das hat mit den Kindern nur am Rande zu tun. In Wirklichkeit befinden sich die Spannungen in der Beziehung der Eltern.

Auf einige Details des Urlaubs und die Irrungen und Wirrungen sowie Spezialitäten werde ich dann noch in den kommenden Tagen eingehen. Jetzt allerdings, da ich wieder im Zug auf dem Weg zur Arbeit sitze, wird mir klar, wie wichtig diese intensive Auseinandersetzung mit den Kindern in den vergangenen Wochen war. Ich spüre ganz stark, wie sich unsere Beziehungen wieder einmal deutlich gestärkt haben. Die Bindung ist eine ganz andere geworden. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass wir alle die Umstellung jetzt wieder gut verkraften werden und diese qualitativen Veränderungen unserer Beziehungen möglichst lange Bestand haben werden.

So gesehen kann man wohl sagen, dass sich unsere Beziehungen erholt haben. Vielleicht ist das der richtige Erholungsbegriff im Zusammenhang mit Familienurlaub. Vielleicht macht es Sinn, sich darüber einige Gedanken zu machen und daraus die Kraft für die neuen Aufgaben und Herausforderungen des Alltags zu schöpfen.

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Plan verfehlt und Ziel erreicht

Zwischenzeitlich war ich wirklich enttäuscht und auch ein bisschen sauer. Mein Osterurlaub ist vorbei – und natürlich ist er irgendwie zwischen den Fingern zerronnen. Ich wollte eigentlich nicht nur aufräumen, putzen und handwerken. Ich wollte etwas mit den Kindern, mit der Familie unternehmen. Ab nach draußen, Ausflüge machen – Aktion eben.

Tatsächlich hat das Wetter nicht wirklich dazu eingeladen. Aber gestern war zudem die Erstkommunion von Marc – und gab es eben noch einiges zu tun. Meine Frau hat die Vorbereitungen organisiert – und mich natürlich und auch zu Recht voll eingeplant.

Und trotzdem blieb auch Zeit für die Kinder – eingeplant, aber auch einfach genommen. Und ich muss sagen, dass es auch ohne größere Aktivitäten eine intensive Zeit mit ihnen war. Das übersieht man leicht, wenn man sauer ist, dass man sich die Zeit nicht so frei ausgestellten kann, wie man es möchte.

Wenn ich also diese negativen Emotionen wegradiere, dann bleibt ganz viel übrig. Lesen, Daddeln, Lego bauen, Bügelperlen stecken, Reden, Kuscheln, Quatsch machen, Streiten und auch Fernsehen. In diesen alltäglich Dingen steckt wahnsinnig viel. Das deutlichste Feedback einer solchen gemeinsamen Zeit kommt von Nora. Die Beziehung zu ihr hat sich in dieser zehntägigen Elternzeit nochmals deutlich verbessert und verfestigt. Ich bilde mir ein, aber das bestätigt auch meine Frau, dass sie sich in dieser Zeit auch sprachlich wieder ein Stück weiterentwickelt hat.

Alltag und viel Zeit miteinander verbringen heißt aber auch mehr streiten als sonst. Wer viel Zeit mit den Kindern verbringt, ist eben auch häufiger im Clinch mit ihnen. Es ist gut, dass man an solchen ganz normalen Tagen erleben kann, wie schwierig es oft für den ist, der den Großteil der Zeit mit den Kindern verbringt. An solchen Tagen kommt der Partner dann ein bisschen aus der Schusslinie – und das ist ganz gut so.

Meine Lehren aus den vergangenen zehn Tagen: Ich muss nicht immer etwas mit den Kindern unternehmen, um ihnen ganz nah zu sein und an ihrem Leben teilzuhaben und Impulse zu setzen. So toll es ist, in Urlaub zu fahren und Ausflüge zu unternehmen: Am Ende kommt es darauf an, dass man Zeit mit den Kindern verbringt, für sie da ist. Ein anwesender Vater zu sein, das ist der Schlüssel für eine gute Beziehung zum Kind.

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