TagVäterbegleiter

Acht Väterbegleiter auf einen Streich

Eine Übung zum Auftakt des Praxistages.

Eine Übung zum Auftakt des Praxistages.

Nach einigen Monaten haben sich heute wieder die ersten GfG-Väterbegleiter der Pilotgruppe getroffen. Und es war ein Treffen, als hätte man sich zuletzt vor drei Wochen gesehen. Wahnsinn, dass diese acht unterschiedlichen Typen mit ihrem Häuptling Volker Baisch zu einer solchen Einheit Zusammenwachsen konnten.

Warum ist das so? Es hat sich tatsächlich eine Wertegemeinschaft gebildet bzw. gefunden. Irgendwo wollen wir alle, dass die Gesellschaft besser wird. Ein hohes Ziel, natürlich. Das haben andere auch schon versucht. Wir allerdings sind der Meinung, dass eine kinderfreundliche, familienfreundliche und am Ende auch frauenfreundliche Gesellschaft über eine väterfreundliche Gesellschaft führt. Welchen Ausschnitt wir als einzelne auch in den Mittelpunkt rücken, das übergeordnete Ziel lässt sich auf unsere Art erreichen – wenn auch in ganz kleinen Schritten.

Wie auch nach den ersten drei Weiterbildungsmodulen, habe ich auch heute das Gefühl, dass von unserer gemeinsamen Arbeit auch meine eigene Familie profitiert. Auch wenn ich viele Stunden von meiner Familie getrennt war für diese Weiterbildung. Ich bin immer noch der Meinung, dass es sich hier um eine sehr wertvolle Erfahrung handelt. Ich wäre ein Stück ärmer, wenn ich diese Möglichkeit nicht genutzt hätte. Und nochmal gilt mein Dank meiner Familie und allen voran meiner Frau.

In jedem Fall sind meine Kollegen unterschiedlich weit mit ihrer Arbeit als Väterbegleiter. Die ersten haben Kurse hinter sich. Andere haben die ersten Kompaktkurse terminiert. Es wird fleißig an der Vernetzung und an Kooperationen gearbeitet. Der Tag hat mal wieder einen Motivationsschub gebracht.

Er hat uns aber auch in die Autonomie entlassen. Kursleiter Volker von der Väter gGmbH in Hamburg überlässt uns nun uns selbst. Im Juni werden wir uns treffen, um eine Mission Statement zu verabschieden und damit noch einmal über unser Selbstverständnis zu diskutieren. Wir wollen den Väterbegleiter zur Marke machen. Das wurde heute zwar nicht so deutlich gesagt, aber man hat es gemeint, denke ich. Im Herbst wird die nächste Gruppe von Väterbegleitern ausgebildet. Das Programm wird ein wenig modifiziert, entzerrt. Jeder Vater, der seine Vaterschaft als Berufung und Leidenschaft versteht und sich für eine familienfreundliche Gesellschaft einsetzen möchte, indem er werdende und junge Väter auf ihrem spannenden Weg begleiten sowie Spaß an einer aktiven Vaterschaft vermitteln will, sollte eine Teilnahme an dieser Ausbildung in Erwägung ziehen.

Informationen gibt es natürlich auf der Website des GfG-Bundesverbandes. Aber auch Volker Baisch wird sicher gern Auskunft geben. Nicht zuletzt darf man auch bei mir anfragen – und auch Kontakte zu meinen Kollegen vermittle ich gern.

Außerdem sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Hessenstiftung den Pilotkurs unterstützt und damit angeschoben und ermöglicht hat.

Weitere Informationen über die Ausbildung und meine Angebote findet Ihr auf www.vaterberater.de.

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„Wenn Väter wirklich Gefühle zeigen, dann geht mein Herz auf“

Acht Männer haben im Frühjahr drei Wochenenden zusammen verbracht, um den theoretischen Teil der GfG-Väterbegleiter-Ausbildung zu absolvieren. Mein Kleingruppen-Kollege Jürgen Grah hat gerade seine Ausbildung zur Tagespflegeperson (Tagesvater) absolviert. Ich möchte ihn an dieser Stelle mit einem Interview vorstellen.

Jürgen Grah ist Tagesvater und Babymassagekursleiter für Väter in Düsseldorf.

Jürgen Grah ist Tagesvater und Babymassagekursleiter für Väter in Düsseldorf.

Jürgen, Du bist Tagesvater und Babymassagekursleiter. Du dringst in Felder ein, die bislang weitestgehend von Frauen dominiert werden. Was treibt Dich an?

Der größte „Antreiber“ sind meine beiden Jungs Simon und Clemens, die meine Frau und ich seit elf Jahren begleiten. Da meine Frau in der Anfangsphase mit den Zwillingen alle Hände voll zu tun hatte, war mir relativ schnell klar, dass ich die Nächte übernehmen werde. Das Wort Bindung kannte ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich gar nicht wirklich. In unseren gemeinsamen Nachtstunden ist dann aber etwas passiert, was ich zunächst nicht in Worte fassen konnte und was sich auch schlecht beschreiben lässt. Manchmal war es „nur“ ein intensiver Blickkontakt, manchmal eine Berührung ……………es „passierte“ etwas zwischen mir und meinen Söhnen, was uns bis heute begleitet. Dieses Gefühl war es dann was mich antrieb mehr zu erfahren über Bindung und was da eigentlich passiert, über Entwicklungspädagogik und natürlich darüber was der Vater eigentlich damit zu tun hat. Ich habe mir Literatur besorgt und war ganz versessen immer mehr zu erfahren. Nachdem ich dann den Papaladen in Berlin besucht hatte, war mir schnell klar, dass ich mehr aus meinen Erfahrungen machen wollte. Bei der Deutschen Gesellschaft für Baby- und Kindermassage e.V.habe ich dann 2009 eine Ausbildung zum Babymassagekursleiter abgeschlossen und leite seit dem reine Väterkurse in Düsseldorf. Wenn ich in den Kursen erlebe wie fürsorglich und respektvoll Väter mit ihren Babys umgehen können, wenn man sie lässt, treibt mich immer wieder an weiterzumachen.

Wie fühlst Du Dich als Exot – allein unter Frauen?

Anfangs war es nicht wirklich einfach. Die Ausbildung zum Babymassagekursleiter habe ich als einziger Mann unter 14 Frauen gemacht. 28 Augen, die (gefühlt) erstmal alle auf mich gerichtet waren, nach dem Motto: „Was will der denn hier“, waren zunächst schlecht auszuhalten. Nach einem Tag und einigen Gesprächen war das dann aber vorbei und ich wurde recht schnell akzeptiert. In der Ausbildung zum Tagesvater, hier nahm tatsächlich noch ein weiterer Mann teil, hat mir meine Erfahrung, die ich in meinen Kursen bereits gemacht habe, geholfen.

Als ich vor zehn Jahren meine Söhne zur Pekip-Gruppe oder später zur Spielgruppe begleitet habe, fühlte ich mich allerdings wirklich immer wie ein Außerirdischer unter „Expertinnen“. Die Kommentare und Ratschläge ( „……ist ja kein Wunder“ oder „…..das musst du so und so machen“), die ich mir da anhören musste, wenn einer meiner Söhne mal einen wunden Po hatte waren oft doch sehr niederschmetternd.

Wie reagieren Frauen auf Deine Berufung? Welche Mauern bestehen? Gibt es für Dich auch überraschende, mauerlose Erlebnisse mit Frauen und Müttern?

Für mich ist es mittlerweile ein Lob, wenn Kolleginnen mich als ernsthafte Konkurrenz ansehen. Die meisten Frauen reagieren positiv und finden es gut, wenn Väter sich engagieren. Anfangs bestehen manchmal „Betonmauern“, merken die Frauen allerdings, dass „etwas“ dahinter steckt, stürzen die Mauern wie von Geisterhand ein.

Überraschenderweise bin ich seitens der Mütter, in der Tätigkeit als Tagesvater, noch nicht einmal auf eine Mauer gestoßen. Mit den zuständigen Ämtern habe ich da leider schlechtere Erfahrungen gemacht.

Du bist gerade dabei, Dir eine Existenz als Tagesvater aufzubauen. Was sind das für Eltern, die mit dem Wunsch auf Dich zukommen, dass Du die Tagespflege von ihren Kindern übernimmst? Wie stehen Mütter und Väter zu Dir?

Ab August betreue ich drei Kinder unter drei Jahren. Eine Familie wurde durch meine Frau (Hebamme) nach der Geburt betreut. Diese Familie wäre vorher nicht auf die Idee gekommen ihr Kind einem Tagesvater anzuvertrauen. Nach dem ersten Gespräch war das Eis allerdings gebrochen und mittlerweile ist auch nichts mehr „komisch“. Eine Familie hat es ganz klar ausgesprochen, dass sie für die Betreuung einen Tagesvater suchen und der Zufall hat uns zusammengebracht. Die dritte Familie sind frühere Nachbarn, die ihr Kind von der KITA wieder abgemeldet haben und mich als Tagespflegeperson beauftragt haben. Alles drei sind Familien, in denen die Mütter einen ausbildungsintensiven Beruf haben, den sie gerne wieder ausüben möchten. Die Väter sind alle sehr engagiert, allerdings haben alle ein logistisches Problem Familie und Beruf zu vereinbaren. Sie würden alle gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Bei Vätern ist immer die erste Frage: „Kann man denn davon leben?“ und bei Müttern lautet die erste Frage: „Trauen Sie sich das auch wirklich zu?“

Jetzt einmal zu den Babymassagekursen für Väter. Was ist das besondere an der Arbeit mit Vätern? Worauf achtest Du im Umgang mit ihnen besonders?

Das Besondere ist mich erleben zu dürfen wie ein Vater in seiner Rolle aufgehen kann, wenn man ihn lässt. Daran teilhaben zu dürfen, wenn Väter ihre fürsorgliche und respektvolle Seite entdecken und dementsprechend die Zeit mit ihren Babys verbringen. Anfänglich ganz vorsichtig gehen sie mit ihren Babys in den Körperkontakt und in die Berührung. Wenn dann am Ende des Kurses hieraus eine Selbstverständlichkeit wird und Väter und Babys in der Kuschelrunde eins werden, wenn Väter anfangen wirklich Gefühle zu zeigen, dann geht mein Herz auf und es treibt mich immer wieder an weiter zu machen.

Mehr Informationen zu Jürgen Grah und seiner Arbeit findet ihr auf der Website http://www.vater-babymassage-duesseldorf.de/

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Ein Leben als intellektuelles Dreieck

Ich bin echt nicht der große Danksager. Aber gerade jetzt habe ich ganz intensiv das Bedürfnis, Dank zu sagen – und zwar in ganz unterschiedliche Richtungen.

An aller erster Stelle steht meine Frau, die mich darin bestärkt hat, die Ausbildung zum GfG-Väterbegleiter in Angriff zu nehmen. Zudem hat sie drei Wochenenden innerhalb von gut zwei Monaten auf meine Anwesenheit verzichtet. Das ist wirklich ganz großartig – und das macht sie auch zu jemand ganz Besonderem.

Dann danke ich natürlich auch meinen Kindern, die es nicht immer gut fanden, wenn ich am Samstagmorgen mit den Worten aus dem Haus gegangen bin: „Ich wünsche Euch einen schönen Tag. Ich komme heute spät nach Hause.“ (Das macht er doch schon an den anderen Tagen der Woche.)

Und jetzt kommt das Trainer-/Leitungsteam. Melanie Schön, Volker Baisch und Ralf Haake haben ganze Arbeit geleistet. Sie haben wesentlich dazu beigetragen, dass nun acht Männer in der Republik mit großer Motivation unterwegs sind, um andere, in der Regel sicher jüngere Männer als sie selbst, auf ihre Rolle als Vater vorzubereiten und sie auch im weiteren Verlauf (also nach der Geburt) zu begleiten.

Schließlich will ich auch den anderen sieben Männern der Pilotgruppe dafür danken, dass eine solch intensive Gruppenerfahrung möglich war. Also: Danke Ismail, Markus, Marc, Thomas, Jürgen, Richard und Heiko. Das war großes Kino. Von uns wird man sicher in Zukunft noch einiges in der Welt draußen spüren.

Das Wochenende war wieder dicht mit verschiedenen Themen gespickt. Ein Großteil der Kollegen hat sich mit Vorträgen und Einheiten eingebracht. Interessant: Es war wirklich jede Einheit authentisch. Jeder der Kollegen war genauso wie er ist.

Ich bin mit dem Thema Paar-Kommunikation in die Bütt gezogen. Schulz von Thun, Transaktionsanalyse, EPL – kein ganz leichter Stoff. Was für echte Kopftypen. Also offensichtlich ein gutes Thema für mich.

Bestätigt wurde das am Sonntag mit einem Test zum Akquisestil. Sechs Kategorien gibt es, ich bin natürlich der intellektuelle Typ, der durch Argumente überzeugen will. Rang zwei in meinem persönlichen Ranking: Das Verkaufen mit Hilfe von Geschichten – eigenen wie fremden. Und auf Platz drei kommt der konfrontative Stil. Auch das kann mich nicht wundern.

Dass dieser Aspekt bei mir und für mich eine Rolle spielen muss, zeigte schließlich eine Übung zu den Konflikttypen nach Crum. Als einziges Dreieck in der Runde stellte ich mich der Kreis-Übermacht. Das Dreieck sucht den Konflikt und will in seinem Ärger verstanden werden – und kann im ungünstigen Fall impulsiv, verletzend und aggressiv sein. Ich führe also ein Leben als intellektuelles Dreieck. Das ist ein wichtiger Erkenntnisgewinn – eine gute Basis zur Veränderung zum Besseren.

Die große Expertise in der Gruppe wurde am Samstagnachmittag evident. Markus hat uns mit seiner ungeheuren Erfahrung als Therapeut Übungen zur Achtsamkeit, Aufstellungen und Genogrammen näher gebracht. Das sind wichtige Impulse, um sich noch intensiver mit sich und seinen Beziehungen zu anderen zu beschäftigen. Überhaupt war diese Ausbildung ganz wichtig für mich selbst. Das gehört zum Reifen dazu – und ist tatsächlich eine wichtige Voraussetzung, um mit anderen Menschen arbeiten zu können.

Jenseits allgemeinerer Themen, ging es aber auch wieder stark um Väter-, Kinder-, Familienthemen. In der Einheit zum Stillen machte Thomas deutlich, welch wichtige Rolle der Vater beim Stillen einnehmen kann und zum Wohle aller Beteiligten einnehmen sollte. Mir wurde aber auch wieder einmal klar, dass es bestimmte Themen rund um die Geburt und die Kindesentwicklung gibt, die sehr sensibel sind und zum Teil zu ideologisch betrachtet und behandelt werden.

Eine ganz besondere Erfahrung war es, Jürgen zum Thema Babymassage zu hören. Er lebt dieses Thema. Er ist intensiv, überzeugend, authentisch. Väter in und um Düsseldorf herum: Wer von Euch ein Baby hat, muss zu diesem Mann. Ein Babymassagekurs bei ihm dürfte Eure Beziehung zum Kind nachhaltig positiv beeinflussen. Und das ist keine platte Werbung, wirklich nicht.

Jetzt gehen wir also in die Welt hinaus und werden alle möglichen Leute davon überzeugen, dass Väterarbeit im Sinne der Väterbegleitung wertvoll ist und weitreichende positive Auswirkungen hat. Wir sind bereit. Und: Es ist tatsächlich möglich, dass Männer zu sich finden und sich persönlich weiter entwickeln können, ohne sich mit Dreck einzuschmieren.

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Ein bisschen Säugling spielen

„Beim nächsten Mal beschmeißen wir uns dann doch noch mit Dreck.“ Natürlich war diese Aussage beim zweiten Ausbildungswochende GfG-Väterbegleiter ironisch gemeint. Wenn man zwei Tage intensiv reflektiert, zuhört, diskutiert, ist der Einsatz von Bewegungselementen und Rollenspielen unbedingt notwendig. So haben wir uns an den beiden vergangenen Tagen zweimal am Boden liegend wiedergefunden. Säuglingssimulation.

Mein Papa hieß Markus. Er hat versucht, mir, sagen wir einmal neun Monate alt, die Jacke anzuziehen. Erster Versuch: Hektisch, keine Kontaktaufnahme zum Kind, den Kommunikationsversuchen ausweichend, ruppig. Irgendwie hat es nicht so recht funktioniert. Einer der Kollegen hat im Anschluss berichtet, er sei als gespieltes Baby regelrecht aggressiv geworden. Anmerkung: Trotz Testosteronanwesenheit kam es zu keinen Handgreiflichkeiten. Zweiter Versuch: Der Vater sucht den Blickkontakt, sagt, was er als nächstes macht, er lobt und motiviert. Tatsächlich: Es funktioniert reibungsloser. Der Säugling, also ich, fühlt sich deutlich besser, angenommen, verstanden, integriert. Faszinierend: Obwohl es deutlich eine Rollenspielsituation von sehr kurzer Dauer ist, merkt man den Unterschied, selbst wenn man nur ganz kurz und gar nicht so wahnsinnig intensiv in sich hineinschaut.

Die zwei Tage waren sehr intensiv. Am Samstag wäre ich fast im Zug eingeschlafen. Diesmal ging es mehr um Wissensvermittlung, denn um Reflexion. Aber wieder waren alle Elemente vertreten. Methodisch war es äußerst abwechslungsreich. Die Teilnehmer haben sich mit Vorträgen eingebracht. In der kleinen Gruppe sind wahnsinnig viele Kompetenzen gebündelt.

Inhaltlich ging es um Elternzeit und Elterngeld, die Zeit im direkten Anschluss an die Geburt (Babyblues und Wochenbett), Babyhandling, die Entwicklung des neuen Erdenbürgers im ersten Lebensjahr – und ganz wichtig das Thema Bindung. Die Bedeutung der Bindung von Eltern und Kind für die weitere Entwicklung des Menschen bis hin in das Erwachsenenalter ist immens. Hier gibt es noch viel zu lernen, umzusetzen und vermitteln. Ich glaube, dass dieser Bereich wirklich sehr wichtig für unsere spätere Arbeit mit den Vätern ist. Reflexion hatte vor allem ihren Raum beim Thema Übergang vom Paarsein zum Elternsein. Auch hier muss ich, wie im ersten Modul bei anderen Themen, noch ein bisschen bei mir forschen.

Nach den ersten beiden Modulen wird sich nun langsam herauskristallisieren, wie sich unsere Angebote ausgestalten lassen. Jetzt geht es ans Strukturieren und die Konzeptentwicklung. Die Angebote wollen am Markt platziert werden. Die Berufung, werdenden und jungen Vätern den Einstieg in die neue Phase des Lebens zu erleichtern, will sich im wahren Leben manifestieren. Mein Ziel unter vielen anderen (was übrigens auch für diesen Blog gilt): Ich will das Positive an der Vater- und Elternschaft hervorheben. Es ist einfach unglaublich erfüllend, diesen Wandel in seinem Leben zuzulassen.

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Auf dem Weg zum Väterbegleiter

„Ich hab‘ ein bisschen die Befürchtung, dass es hier zugeht wie in einem Männerseminar, bei dem man in den Wald geht und sich mit Dreck beschmiert.“ Zum Glück hat sich diese in der Auftaktrunde von einem Teilnehmer geäußerte Befürchtung nicht bestätigt. Hinter einer Gruppe von acht Männern zwischen Mitte 30 und Ende 40 liegt das erste Ausbildungswochenende zum GfG-Väterbegleiter. Und ich mittendrin.

Acht Männer mit unterschiedlichen Biographien auf dem Weg zu einem Zertifikat, das ihnen die Fähigkeit bescheinigt, Männer auf ihre Vaterschaft vorzubereiten und zu begleiten – bis über den Geburtstermin hinaus. Die Gruppe ist eine Pilotgruppe. Eine solche Ausbildung hat es bisher nicht gegeben.

Anfangs war ich auch hin und hergerissen. Sollte ich mich in ein solches Abenteuer stürzen? Die Familie wird drei Wochenenden ohne mich auskommen. Qualitätszeit mit Frau und Kindern müssen geopfert werden, um die Ausbildung abzuschließen. Das Verständnis der Kinder dafür muss ich nicht erwarten. Meine Frau jedoch trägt das Ganze mit – und hat mich sogar darin bestärkt, diese Ausbildung zu beginnen. Großartig.

Nach dem ersten Wochenende ist mir klar, dass ich davon profitieren werde – und meine Familie auch. Es ist etwas ganz anderes, sich theoretisch mit verschiedenen Themen auseinanderzusetzen oder es in einer Gruppe zu tun. Das ist einfach so.

Vater und Sohn im Schnee. Von einer schlechten Vorlage erstellt.

Vater und Sohn im Schnee. Von einer schlechten Vorlage erstellt.

Vor allem die Auseinandersetzung mit seiner eigenen Rolle in der Familie oder eben auch während der Schwangerschaften und Geburten aber auch mit der Bedeutung, die der eigene Vater für einen Vater hat, war sehr lehrreich, beeindruckend und Augen öffnend.

Mir ist klar geworden, dass ich einige Gespräche mit meinem Vater führen sollte, wenn ich einige Dinge, die mich angehen, besser verstehen möchte. Bei der Reflexion der eigenen Erfahrungen ist mir klar geworden, dass ich mich nicht mehr ausreichend an alle Details der Schwangerschaften erinnern kann. Da ist einiger Austausch mit meiner Frau nötig. Und den Kindern will ich bewusster Zeit widmen. Die spärliche Zeit mit den Kindern vor allem unter der Woche muss noch mehr Qualitätszeit werden als bisher. Das heißt: Die volle Aufmerksamkeit gehört im direkten Kontakt dem Kind. Da dürfen Smartphones, Bücher und Zeitungen keinen Raum mehr haben. Wenn die Kinder auch mit anderem beschäftigt sind, vielleicht. Wenn sie aber die Aufmerksamkeit brauchen, dann bekommen sie diese auch. Punkt.

Die GfG-Väterbegleiter-Ausbildung ist ein Angebot der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung (GfG) in Zusammenarbeit mit der Väter gGmbH. Melanie Schön und Volker Baisch haben an dem ersten Wochenende sehr gute Arbeit geleistet. Die Gruppe ist super. Ich bin immer noch beeindruckt. Und gespannt auf die weiteren Termine.

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