TagWachen

Nächtliche Unterredungen

Sprache ist eine komplexe Sache. Wir gehen zwar täglich damit um – und doch hat sie so ihre Tücken. Auch Erwachsenen geht es manchmal so, dass ihnen die richtigen Worte fehlen. Das passende Wort zu finden, ist nicht immer leicht. Da bringt es uns auch nichts, wenn das Wort einem auf der Zunge liegt.

Wie komplex Sprechen und Spracherwerb ist, führen einem natürlich die Kinder eindrucksvoll vor. Von Noras Versuchen habe ich bereits berichtet. Sie ist immer noch auf dem Weg. So richtig ist der Knoten noch nicht geplatzt. Aber es arbeitet wahnsinnig in ihr – und treibt uns so manchmal an den Rand des Wahnsinns.

Die Nächte sind immer noch sehr anstrengend. Das erste Mal beschwert sie sich in der Regel zwischen 0 und 1 Uhr. Eine längere Wachphase legt sie dann zwischen 2 und 4 Uhr ein. In dieser Zeit überfällt sie ein ausgeprägtes Redebedürfnis. Ehrlich gesagt mangelt es ihr zu dieser Uhrzeit an aufmerksamen Zuhörern. Geduldig sagt sie dann aber all die Worte auf, die sie schon einigermaßen beherrscht – eine echte Geschichte wird aber trotzdem nicht draus. „Auto, Oma, Lu, Jaja, Anna, Opa, Mama, Papa, Haus, heiß, Auto, Lu, Jaja, Anna, Butter, Haus…“ So geht es dann in einer Tour.

Irgendwie spürt man, dass ihr das Üben des Sprechens zu dieser Uhrzeit wichtig ist. Sie ist auch gar nicht aus der Ruhe zu bringen. Irgendwann, wenn wir schon lange nicht mehr mitzählen können, wie oft sie einzelne Worte wiederholt hat, dann schläft sie vielleicht auch wieder ein – ohne größere Unruhe zu erzeugen. Und morgens schläft sie sich dann richtig aus. Und wir hoffen weiter, dass sie bald mit sich und ihrer Sprache im Reinen ist und wieder selig durchschlummern kann – und wir mit ihr.

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Die Tücken der Zeitumstellung

Ich versuche ja manchmal, mich mit Tatsachen und Entscheidungen anderer, die sich außerhalb meines Einflussbereichs befinden, abzufinden. So halte ich das im Normalfall auch mit der Sommerzeit. Ja, mir sind die Studien bekannt, die herausgefunden haben wollen, dass der Mensch mit seinem natürlichen Biorhythmus für solche Eskapaden nicht geeignet ist. Trotzdem ist meine Einstellung zur Zeitumstellung ziemlich liberal.

Am Tag nach der Zeitumstellung – und manchmal auch noch einige Tage danach – ist meine Meinung, von ganz subjektiven Ereignissen geprägt, dann doch eine völlig andere.

Wenn die mitteleuropäische Sommerzeit auf die Normalzeit wechselt kommt immer wieder die Sprache darauf, dass man eine Stunde geschenkt bekommt. Wer allerdings Kinder hat, wird da schnell eines anderen belehrt. Vor allem kleinere Kinder schert das Gerede nicht. „Toll, da kann man glatt eine Stunde länger schlafen!“

Wer gestern Abend dann auf die Abendgestaltung verzichtet hat und gemeinsam mit den Kindern oder allenfalls kurz danach in die Federn gesunken ist, hatte möglicherweise die Chance auszuschlafen. Bei uns war heute um 5.15 Uhr die Nacht beendet. Der Tag, der auf diese Nacht folgt, kann da schon ganz schön lang werden. Für alle Beteiligten.

Genörgel, Gejammer, Gequängel – und das an mehreren Tagen von mehreren Kindern. Da kann die Liberalität schon für einige Tage hinter Gittern landen.

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