TagWeinen

Die Last der Baustelle

Jetzt muss ich doch ein paar Worte über unsere Baustelle im Haus verlieren – allerdings werde ich keine Details verraten, um die Einbrecher nicht auf die Spur zu bringen ;-).

Wir haben nun schon seit gut 5 Wochen keine Küche mehr. Der Kühlschrank steht im Spielzimmer, die Herdplatten stehen im Wohnzimmer. Gespült wird on the fly im Flur oder im Bad.

Wir hoffen, dass wir zu Weihnachten schon selbst gebackene Plätzchen verzehren können. Garantiert ist das nicht. Es gibt noch eine Menge zu tun für die verschiedenen Gewerke.

Mich nervt die Situation schon ziemlich. Viel härter trifft es natürlich meine Frau und die Kinder. Die Frau im Haus ist hart im Nehmen. Doch bekommen ich langsam das Gefühl, dass die Kinder der Situation auch langsam überdrüssig werden.

Das lässt sich nicht konkret oder bewusst festmachen. Allerdings gibt es anstrengende Verhaltensweisen der Kinder – Aufmüpfigkeit, Unausgeglichenheit, Stimmungsschwankungen -, die auf Stress hindeuten. Aber jetzt sind wir nun einmal mittendrin. Zurückdrehen lässt sich nichts.

Am Anfang waren die Bauarbeiten ziemlich laut – in dieser Zeit hat Nora nachts viel geweint. Baulärm und Nachtlärm – da gab es einen direkten Zusammenhang. Außerdem haben sich massenweise fremde Männer die Klinke in die Hand gegeben. Das hat Nora sicher auch verwirrt – allerdings hat sie sich mit allen Jungs auf Anhieb bestens verstanden.

Die meisten üblen Situationen haben irgendwann ein Ende. So wird es hoffentlich auch hier sein. Die Hoffnung haben wir noch nicht verloren.

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Die Attacke der Sirenen

Das Wochenende war eigentlich gar nicht so schlecht – der gestrige Sonntag allerdings wird in die Familiengeschichtsbücher eingehen. Die Kinder haben gestern so viel geheult und geschrieen wie noch nie – das ist ein gefühlter Wert.

Alles wurde zum Anlass genommen, um daraus ein Drama zu machen. Jede Kleinigkeit. Dazu kam auch noch Pech, wie der eine oder andere Sturz mit Bagatellverletzung. Ich habe mit anderen Elternteilen kommuniziert – sie haben von ähnlichen Phänomenen berichtet.

Was war Schuld? Ich bin zu allerletzt ein Verschwörungstheoretiker. Tatsache aber ist, dass in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Sommerzeit begonnen hat. Die Uhren wurden eine Stunde vor gedreht. Als Marc noch sehr klein war, noch keine zwei Jahre alt, hatte das auch furchtbare Auswirkungen auf seinen Rhythmus. Er ist einen ganzen Sommer lang selten vor 22 Uhr eingeschlafen (allerdings hat er zu jener Zeit noch ausgiebige Mittagsschläfchen gehalten).

Jetzt bleibt nur die Hoffnung, dass sich das ganze schnell wieder einpendelt. Ich bin ja heute wieder im Büro gewesen und bin dort von Kindergeschrei und -geheule verschont gewesen. Aus Sicherheitsgründen habe ich auf einen Anruf zu Hause verzichtet.

Bei allem Kummer wegen der Sommerzeit. Nun genieße ich sehr, dass ich nach Hause fahre und die Sonne noch scheint – und dass sie es noch eine Weile tun wird.

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Erster Auszug mit 5

Dienstage sind immer einigermaßen anstrengend. Das gilt für den 2. Februar 2010 in besonderem Maße. Wenn ich an einem solchen Tag zur Haustür hereinkomme, dann beginnt der Versuch, sich zu entspannen. Oft bleibt es in den ersten 90 Minuten ein Versuch. Das gilt für den 2. Februar 2010 ganz besonders.

Ich komme also rein, und Tom steht weinend, eigentlich schreiend, im Flur. Marc hat sich offensichtlich gerade den Schneeanzug angezogen und nestelt genervt an seinen Stiefeln herum. Auch er muss Tränen vergossen haben. Außer dem Geschrei höre ich nur die Satzfetzen „Mama, Fernseher, Maus, aus“.

„Marc hat gerade beschlossen auszuziehen, weil ich den Fernseher mitten in der Sendung mit der Maus ausgeschaltet habe. Die zwei haben sich gestritten. Da musste ich einschreiten.“ Na gut, wenn der Fernseher ausgemacht wird, das ist nun wirklich ein Grund auszuziehen, an einem nasskalten Winterabend. Marc macht die Tür auf und geht bis zum Gartentor. Wir instrumentalisieren Tom. Er soll Marc hinterher rufen und ihn zum Umdrehen bewegen. Bei ihm klingt es eher wie „Bleib wo Du bist!“ Dann haben wir auf Marc eingeredet. Schließlich hat sich überreden lassen.

Solche Episoden kennen wahrscheinlich alle Eltern. Man hat auch schon zahlreiche Geschichten dieser Art erzählt bekommen. Das Ganze wirkt aber besser, wenn man es selbst erlebt. Und über ein positives Ende freuen sich schließlich zumindest die Eltern.

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Wurst essen!

Das war heute wieder ein Abendessen – der Kleine hat die Nahrungsaufnahme bis auf den Belag verweigert (angeblich ist ihm Brot- und Brötchenkruste zu hart) und der Große konnte sich mal wieder nicht so recht entscheiden, was er denn essen wollte.

Eskaliert ist die Situation, als es elterliche Abstimmungsprobleme gab („Du kannst noch ein paar Minuten Winnie Puh schauen“ vs. „Es gibt kein Fernsehen mehr, es ist schon zu spät“). Marc fing konsequenterweise zu weinen an.

Tom reagiert auf zwei Arten darauf: Entweder er hat Mitleid („Marc weint“), oder es stört ihn – dann stößt er in das gleiche Horn wie Papa und schimpft. Heute hat er lautstark ein verbales Telegramm geschickt – diesmal in Richtung seines Bruders: „Nich‘ heule, Wurst esse!“

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