TagZahn

Die Zahnfee-Lüge

Es wird Zeit, mit einer weit verbreiteten Lüge aufzuräumen. Mit einem Hirngespinst, von dem man nicht weiß, wozu es nützt.

Irgendjemand, es ist anzunehmen, dass es Kinder waren (die allerdings ihrerseits einer fixen Idee ihrer Eltern aufgesessen sind), hat unserem Kind den Floh ins Ohr gesetzt, dass es so etwas wie eine Zahnfee gibt. Ich weiß sehr wohl, dass es das Zahnfee-Phänomen in unseren Breiten schon seit geraumer Zeit gibt. Ich will jetzt gar nicht weiter auf die Herkunft dieser Idee eingehen. Und ich könnte jetzt sagen: damals, als ich klein war,…. Aber darum geht es nicht.

Mich nervt, dass ich mich ein Wochenende lang überhaupt mit der Zahnfee-Lüge auseinandersetzen musste.

Der Wackelzahn war eigentlich noch gar nicht so wackelig. Aber in der Hoffnung, die Zahnfee würde auch bei uns vorbeischweben, riss sich Nora mit einiger Gewalt den Zahn heraus. Das habe ich schon mit nicht sicht- und spürbaren Unverständnis quittiert. Strahlend präsentierte sie also ihre Trophäe, voller Hoffnung – die später enttäuscht werden musste.

Klar, der Zahn landete mit einigen Umwegen unter dem Kopfkissen.

Heute dann kam sie schlecht gelaunt in die Küche, warf den Zahn auf den Tisch. Und sagte entsetzt: „Die Zahnfee.“

Es war klar, dass sie nicht kommen würde. Sie hat ihre Chance gehabt, die Fee, die keiner kennt. Und wir hatten den vermeintlichen Spaß am Montagmorgen mit Nora das Thema zu besprechen. Dass es bei uns definitiv keine Zahnfee gibt, nicht für diesen und nicht für die nächsten Zähne. Die emotionale und elterliche Arbeit ist damit aber noch nicht abgeschlossen. Klar, gehört das im Alltag mit Kindern dazu. Aber es gibt sinnvollere Themen, an den man wachsen kann, als die Zahnfee-Lüge.

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Jetzt muss der Zahn doch weichen

Ich bin noch eine kleine Auflösung schuldig. Am 8. Oktober – das ist schon wieder so lange her – habe ich davon berichtet, dass Toms neue Zähne sich einfach hinter den Milchzähnen verstecken und in zweiter Reihe wachsen. Einer der beiden unteren Schneidezähne ist vor einigen Wochen dann doch endlich von alleine rausgefallen. Der andere aber hat partout keine Anstalten gemacht, das Zahnfleisch zu verlassen. So musste es denn soch ein Besuch bei der Zahnärztin richten.

Auch Zähne in der zweiten Reihe brauchen Platz.

Auch Zähne in der zweiten Reihe brauchen Platz.

Ganz mutig hat Tom das Thema dann auch angepackt. Die Zahnärztin hat gesagt, dass man jetzt auch noch zwei Wochen warten oder eben direkt zur Tat schreiten könne. Tom wollte den Zahn direkt loswerden. Das hat etwas mit Groß-sein-wollen zu tun, glaube ich. Gesagt, getan. Es wurde mir berichtet, dass die Spritze nicht das Problem war, das Taubheitsgefühl hat den kleinen Mann dann aber schon beunruhigt. Die Ärztin musste ordentlich zerren, um Tom von seinem mittlerweile überflüssigen Zahn zu befreien. Da hätten auch zwei Wochen warten nicht viel geholfen.

Der neue Zahn ist auf jeden Fall ein wenig in Schieflage geraten – es war doch zu wenig Platz vorhanden. Kein Grund zur Beunruhigung, sagt die Ärztin. Er wird seinen Weg schon finden – das gilt für Zähne wie für kleine und große Menschen.

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Zahnen in der zweiten Reihe

Tom ist unser Mann für alle Fälle. Vor allem für Überraschungen jeglicher Art.

Ich habe schon einmal über Zähne, Zahnen, Zähne kriegen berichtet. Damals ging es auch darum, dass es Frühzahner und dann eher Normalzahner gibt. Marc gehört zur ersten Sorte und hat schon mit 4 seine ersten Milchzähne abgeben müssen. Tom entwickelt sich jetzt zum Schulkind – im kommenden Jahr ist es so weit – und pünktlich kommt Bewegung in seine Mundhöhle.

Doppelte Zahnreihen

Doppelte Zahnreihen

Aber eben nicht so, wie man das kennt. Wackelzahn und raus damit, Platz machen für das Neue. Nein, bei Tom muss es selbstverständlich anders sein. „Ich brauche keinen Platz, ich komm einfach raus“, dachte sich die erste Schneidezahn unten. „Interessiert mich doch nicht, wenn die ollen Dinger keinen Platz machen wollen.“ Dafür geben sich die Neuen im Mund dann auch mit der zweiten Reihe zufrieden.

Der Zahnarzt übrigens ist informiert. Wenn sich nämlich gar nicht tun würde, muss man auch mal ein bisschen nachhelfen. Das scheint aber nicht möglich zu sein. Den Ersten wird es jetzt wohl doch zu eng. Das Wackeln hat begonnen. De Schule kann dann auch kommen.

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Zahnlos am Fußballplatz

Die Überschrift deutet auf brutales Geschehen auf dem grünen Rasen hin. Keine Sorge: Darum geht es nicht. Die Ereignisse, die hier geschildert werden, haben mit Körperkontakt nichts zu tun.

Es geht um Zähne. Ich merke im Moment ganz besonders, dass Zähne ein Symbol für Vergänglichkeit sind. Es heißt ja, wer von Zähnen träumt, muss irgendwie in Kontakt mit Tod und Verderben kommen. So langsam verstehe ich, warum es wohl tatsächlich einen Zusammenhang gibt.

Da ist zum einen Nora, die immerhin schon zwei Zähne hat und mit einer Reihe weiterer kämpft. Bekommt ein Baby Zähne, ist es irgendwie kein richtiges Baby mehr. Die Eltern realisieren: Die Babyzeit ist vorbei, passé. Das kommt so nicht wieder (außer man bekommt noch ein Baby). Wenn dann beim größeren Kleinkind die Milchzähne ausfallen, ist die nächste Stufe erreicht. Die Lücke führt es einem vor Augen: Hier ist jemand, der ist auf dem besten Weg, sein eigenes Leben zu führen. Nicht umsonst wird ein Zusammenhang zwischen dem Verlust der Milchzähne und der Schulreife hergestellt.

Marc hat schon zwei zweite Zähne, seit gut einem Jahr. Er war noch kein 5 Jahre alt, als er seine ersten Zähne verlor. Er ist ein Frühzahner. Ich habe mich an dieser Stelle diesem Thema schon einmal gewidmet. Seit einigen Wochen hat nun auch der erste Schneidezahn oben Anstalten gemacht, seinen angestammten Platz verlassen zu wollen. Das Gewackel wurde stärker, am Mittwoch nun hat dann auch Marc seine vielleicht erste Vergänglichkeitserfahrung gemacht.

Die heiße Phase begann damit, dass Marc nicht mehr wirklich im Stande war, Nudeln mit Hackfleischsoße zu essen. Das Zahnfleisch hat schon leicht geblutet. Da hat es ihn umgehauen. Er musste sich erstmal hinlegen. Meine Frau hat Joghurt organisiert – nach einer kurzen Ruhepause hat er sich dann sich an die Tomatensoße getraut.

Später am Tag stand dann Fußballtraining auf dem Plan. Als ich nach Hause kam, hat er mir die Geschichte persönlich erzählt, wie sein Zahn ausfiel.

Er hat gesagt. „Mein Zahn ist beim Fußball ausgefallen.“ Er wirkte bereits sehr gefasst, als er auf seine Zahnlücke zeigte. Ich: „Hast Du den?“ Marc: „Der Zahn ist auf den Rasen gefallen.“ Ich: „Hast Du den Zahn?“ Marc: „Der Zahn hat ganz doll gewackelt, dann ist er auf den Rasen gefallen.“ Ich: „Hast Du den Zahn?“ Marc: „Ja. Er lag auf dem Boden.“ Ich: „Du hast ihn also aufgehoben?“ Marc: „Nein, als der Zahn ausgefallen ist, habe ich erstmal geweint.“ Ich: „Und wo ist der Zahn.“ Marc. „Den hat die Mama.“ Ich: „Hat der Wolfgang (Anm: der Trainer) den Zahn aufgehoben?“. Marc: „Ja.“

Also das mit dem Weinen kann ich echt gut verstehen. Trotzdem ganz schön tapfer.

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Frühzahner

Das Rätsel ist gelüftet – dank Zahnärztin und Röntgenstrahlen. Marc ist ein Frühzahner (was es nicht alles gibt). Nun ist unklar, ob der Zahn tatsächlich von der Kuchengabel herausgehebelt wurde oder nicht doch schon vorher locker war. Eins steht jetzt zumindest fest: nämlich, dass der Zahn nicht mehr fest wird.

Marc ist noch keine fünf Jahre alt – und wird doch schon mit einer Zahnlücke herumlaufen müssen. Die sowieso schon gut erledigte Zahnpflege wird dann noch intensiviert werden müssen. Schließlich soll aus dem Frühzahner kein Frühdrittzahner werden.

Tatsächlich gibt es wohl einen Zusammenhang zwischen dem frühen Auftauchen von Milchzähnen und dem Herausfallen derselben. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, ging das bei Marc auch schon im dritten oder vierten Lebensmonat mit dem Speicheln und Zahnen los.

Bei Tom ist das ganz anders. Er hat erst spät mit dem Ausfahren der Milchzähne begonnen. Bei ihm besteht leider die Gefahr, dass er Teile seines Gebisses auf gewaltsame, selbstverschuldete Weise verliert. Vor einigen Wochen hat es sich die vier Schneidezähne im Unterkiefer an einer Treppe lose gehauen. Wie bereits erwähnt sind sie wieder fest. Aber weitere harte Angriffe auf das Gebiss könnten nicht ganz so glimpflich ablaufen. Also Tom, beim Stürzen Hände nach vorn und nicht den Mund!

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Wackelzahn

Manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die einen ganz besonders stark beschäftigen. Diesmal ist es ein kleiner Schneidezahn von Marc.

Marc ist noch viel zu jung für den zweiten Satz Zähne. Am Nachschub liegt es also nicht, dass sein Zahn wackelt. Die Ursache ist ungewöhnlich – und dafür umso ärgerlicher.

Es ist beim Kuchenessen passiert – nein, es war kein Kirschkern im Spiel. Er hat schlicht und ergreifend ein Stück Kuchen auf die Gabel gestochen und dann in den Mund geführt. Dabei hat sich ein Zinken in eine Zahnlücke verirrt. Das wiederum hat ihn verwirrt und dann dürfte er die Gabel gedreht und damit den Zahn angehebelt haben. Jetzt sitzt der Zahn locker.

Vor wenigen Wochen hat sich unser kleiner Sohn beim Sturz auf eine Treppenkante die vier unteren Schndeidezähne lose gehauen – er hat übel aus dem Mund geblutet, das war nicht so leicht zu ertragen. Der Zahnarzt (Notdienst) hat gesagt, dass die Chancen gut sind, dass die Zähne wieder fest werden, da die Milchzähne nicht im Kiefer verwurzelt sind, sondern vom Zahnfleisch gehalten werden. So kam es denn glücklicherweise auch – hat etwa eine Woche gedauert. Weiche Nahrung hat geholfen. Die betroffenen Zähne können wohl absterben und schwarz werden – das beobachten wir im Moment noch nicht.

Bei Marc hoffen wir nun auch auf einen glimpflichen Ausgang. Nur ist es viel schwerer, ihn vor zu harter Nahrung zu bewahren. Vielleicht muss doch noch ein Zahnarzt befragt werden, um den Zahn zu retten. Vielleicht kann man zum Schutz eine Art Schiene draufschnallen.

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