TagZähne

Die Zahnfee-Lüge

Es wird Zeit, mit einer weit verbreiteten Lüge aufzuräumen. Mit einem Hirngespinst, von dem man nicht weiß, wozu es nützt.

Irgendjemand, es ist anzunehmen, dass es Kinder waren (die allerdings ihrerseits einer fixen Idee ihrer Eltern aufgesessen sind), hat unserem Kind den Floh ins Ohr gesetzt, dass es so etwas wie eine Zahnfee gibt. Ich weiß sehr wohl, dass es das Zahnfee-Phänomen in unseren Breiten schon seit geraumer Zeit gibt. Ich will jetzt gar nicht weiter auf die Herkunft dieser Idee eingehen. Und ich könnte jetzt sagen: damals, als ich klein war,…. Aber darum geht es nicht.

Mich nervt, dass ich mich ein Wochenende lang überhaupt mit der Zahnfee-Lüge auseinandersetzen musste.

Der Wackelzahn war eigentlich noch gar nicht so wackelig. Aber in der Hoffnung, die Zahnfee würde auch bei uns vorbeischweben, riss sich Nora mit einiger Gewalt den Zahn heraus. Das habe ich schon mit nicht sicht- und spürbaren Unverständnis quittiert. Strahlend präsentierte sie also ihre Trophäe, voller Hoffnung – die später enttäuscht werden musste.

Klar, der Zahn landete mit einigen Umwegen unter dem Kopfkissen.

Heute dann kam sie schlecht gelaunt in die Küche, warf den Zahn auf den Tisch. Und sagte entsetzt: „Die Zahnfee.“

Es war klar, dass sie nicht kommen würde. Sie hat ihre Chance gehabt, die Fee, die keiner kennt. Und wir hatten den vermeintlichen Spaß am Montagmorgen mit Nora das Thema zu besprechen. Dass es bei uns definitiv keine Zahnfee gibt, nicht für diesen und nicht für die nächsten Zähne. Die emotionale und elterliche Arbeit ist damit aber noch nicht abgeschlossen. Klar, gehört das im Alltag mit Kindern dazu. Aber es gibt sinnvollere Themen, an den man wachsen kann, als die Zahnfee-Lüge.

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Der zweite Hai zeigt uns seine Zähne

Einen Zweitreihenzahner haben wir schon in unseren Reihen – jetzt zeigt sich der nächste Hai, dessen bleibende Zähne in der zweiten Reihe wachsen. Jetzt heißt  wieder, einen Zahnspezialisten zu konsultieren und zu schauen, wie das Ganze weiter geht. Bei Tom war es so, dass der erste Schneidezahn noch freiwillig den Kiefer verlassen hat – der zweite musste dann doch mit physischer Kraft entfernt werden. Mal sehen, was Nora blüht. Alles in allem gilt: nur keine Panik.

Noch ein Hai, mit mehreren Zahnreihen.

Noch ein Hai, mit mehreren Zahnreihen.

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Zahnen in der zweiten Reihe

Tom ist unser Mann für alle Fälle. Vor allem für Überraschungen jeglicher Art.

Ich habe schon einmal über Zähne, Zahnen, Zähne kriegen berichtet. Damals ging es auch darum, dass es Frühzahner und dann eher Normalzahner gibt. Marc gehört zur ersten Sorte und hat schon mit 4 seine ersten Milchzähne abgeben müssen. Tom entwickelt sich jetzt zum Schulkind – im kommenden Jahr ist es so weit – und pünktlich kommt Bewegung in seine Mundhöhle.

Doppelte Zahnreihen

Doppelte Zahnreihen

Aber eben nicht so, wie man das kennt. Wackelzahn und raus damit, Platz machen für das Neue. Nein, bei Tom muss es selbstverständlich anders sein. „Ich brauche keinen Platz, ich komm einfach raus“, dachte sich die erste Schneidezahn unten. „Interessiert mich doch nicht, wenn die ollen Dinger keinen Platz machen wollen.“ Dafür geben sich die Neuen im Mund dann auch mit der zweiten Reihe zufrieden.

Der Zahnarzt übrigens ist informiert. Wenn sich nämlich gar nicht tun würde, muss man auch mal ein bisschen nachhelfen. Das scheint aber nicht möglich zu sein. Den Ersten wird es jetzt wohl doch zu eng. Das Wackeln hat begonnen. De Schule kann dann auch kommen.

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Zahnlos am Fußballplatz

Die Überschrift deutet auf brutales Geschehen auf dem grünen Rasen hin. Keine Sorge: Darum geht es nicht. Die Ereignisse, die hier geschildert werden, haben mit Körperkontakt nichts zu tun.

Es geht um Zähne. Ich merke im Moment ganz besonders, dass Zähne ein Symbol für Vergänglichkeit sind. Es heißt ja, wer von Zähnen träumt, muss irgendwie in Kontakt mit Tod und Verderben kommen. So langsam verstehe ich, warum es wohl tatsächlich einen Zusammenhang gibt.

Da ist zum einen Nora, die immerhin schon zwei Zähne hat und mit einer Reihe weiterer kämpft. Bekommt ein Baby Zähne, ist es irgendwie kein richtiges Baby mehr. Die Eltern realisieren: Die Babyzeit ist vorbei, passé. Das kommt so nicht wieder (außer man bekommt noch ein Baby). Wenn dann beim größeren Kleinkind die Milchzähne ausfallen, ist die nächste Stufe erreicht. Die Lücke führt es einem vor Augen: Hier ist jemand, der ist auf dem besten Weg, sein eigenes Leben zu führen. Nicht umsonst wird ein Zusammenhang zwischen dem Verlust der Milchzähne und der Schulreife hergestellt.

Marc hat schon zwei zweite Zähne, seit gut einem Jahr. Er war noch kein 5 Jahre alt, als er seine ersten Zähne verlor. Er ist ein Frühzahner. Ich habe mich an dieser Stelle diesem Thema schon einmal gewidmet. Seit einigen Wochen hat nun auch der erste Schneidezahn oben Anstalten gemacht, seinen angestammten Platz verlassen zu wollen. Das Gewackel wurde stärker, am Mittwoch nun hat dann auch Marc seine vielleicht erste Vergänglichkeitserfahrung gemacht.

Die heiße Phase begann damit, dass Marc nicht mehr wirklich im Stande war, Nudeln mit Hackfleischsoße zu essen. Das Zahnfleisch hat schon leicht geblutet. Da hat es ihn umgehauen. Er musste sich erstmal hinlegen. Meine Frau hat Joghurt organisiert – nach einer kurzen Ruhepause hat er sich dann sich an die Tomatensoße getraut.

Später am Tag stand dann Fußballtraining auf dem Plan. Als ich nach Hause kam, hat er mir die Geschichte persönlich erzählt, wie sein Zahn ausfiel.

Er hat gesagt. „Mein Zahn ist beim Fußball ausgefallen.“ Er wirkte bereits sehr gefasst, als er auf seine Zahnlücke zeigte. Ich: „Hast Du den?“ Marc: „Der Zahn ist auf den Rasen gefallen.“ Ich: „Hast Du den Zahn?“ Marc: „Der Zahn hat ganz doll gewackelt, dann ist er auf den Rasen gefallen.“ Ich: „Hast Du den Zahn?“ Marc: „Ja. Er lag auf dem Boden.“ Ich: „Du hast ihn also aufgehoben?“ Marc: „Nein, als der Zahn ausgefallen ist, habe ich erstmal geweint.“ Ich: „Und wo ist der Zahn.“ Marc. „Den hat die Mama.“ Ich: „Hat der Wolfgang (Anm: der Trainer) den Zahn aufgehoben?“. Marc: „Ja.“

Also das mit dem Weinen kann ich echt gut verstehen. Trotzdem ganz schön tapfer.

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